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Was einen Researcher ausmacht

Die Professionalisierung der Immobilienwirtschaft zeigt sich nicht nur in einer immer differenzierteren Hochschullandschaft, sondern auch in einheitlichen Definitionen der vielfältigen Berufsbilder. Die Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung (gif) hat hier bereits Standards erarbeitet und vier idealtypische Berufsbilder formuliert. Nun hat sie für den Immobilien-Researcher ein weiteres Anforderungsprofil vorgelegt.

Sonja Smalian
03. Dezember 2009

Ab einem bestimmten Zeitpunkt habe er „Standards setzen“ wollen, sagt Thomas Beyerle, Head of Research & Strategy bei der Aberdeen Immobilien Kapitalanlagegesellschaft. Seit 2007 leitet er den Arbeitskreis Marktanalysen und Bedarfsprognosen der gif, dem etwa 35 Researcher angehören. Ungefähr vor zwei Jahren sei auch die Idee entstanden, das Berufsbild einheitlich zu definieren. Denn Researcher werden in Deutschland nicht gezielt ausgebildet. „Die finden sie nirgends, die müssen sie heranzüchten“, sagt Beyerle im Gespräch mit der Immobilien Zeitung. Feste Zugangsvoraussetzungen gebe es dementsprechend nicht. Die meisten Researcher in Beyerles Team fanden den Weg in die Immobilienbranche über ein Praktikum. Besonders häufig sind das Studenten der Geografie oder verwandter Fächer, die ein Verständnis für den Raum mitbringen. Heute arbeiteten bundesweit etwa 150 Personen im Kernbereich des Research u.a. bei Investoren, Projektentwicklern, Maklern und Finanzierern.

An vierter Stelle auf der Beliebtheitsskala der Studenten

Ein Grund für das bislang fehlende Berufsbild dürfte das junge Alter der Disziplin sein. Erst Ende der 80er Jahre habe das Immobilienresearch über angelsächsische Firmen wie Jones Lang Wootton und DTZ Zadelhoff auch hierzulande Einzug gehalten, erzählt Beyerle. Anders sei es in den Vereinigten Staaten und Großbritannien, wo der Real Estate Analyst bzw. der Property Analyst ein eigenständiges Berufsfeld ist.

Hier hat die gif jetzt die Lücke geschlossen und die Kernaufgaben einheitlich definiert. Damit sollte nicht nur das Begriffs-Wirrwarr beseitigt, sondern auch der Nachwuchs auf die Branche aufmerksam gemacht werden. Zumindest bei den Studenten immobilienwirtschaftlicher Fächer steht das Research derzeit hoch im Kurs, wie die diesjährige Umfrage zur Joboffensive gezeigt hat. Jeder zehnte der insgesamt 573 befragten Studenten möchte später am liebsten im Research/Consulting arbeiten. Damit steht dieser Bereich an vierter Stelle in der Gunst der Studenten nach der Projektentwicklung, dem Asset- und Property-Management und dem Bereich Bewertung.

Langfristiges Ziel ist ein eigenständiger Studiengang

Doch im Gegensatz zu den angelsächsischen Ländern stelle das Research in Deutschland für viele meist nur eine Einstiegsposition in die Branche dar. Nach zwei, drei Jahren erfolge dann häufig der Wechsel in andere Felder der Immobilienwirtschaft, zum Beispiel in den Bereich Bewertung. Ein Zustand, den Beyerle bedauert. Deswegen hofft er, dass langfristig ein eigener Studiengang für das Research entsteht. Zumal sich die Rolle des Researchers in den veränderten Märkten immer mehr vom Generalisten zum Spezialisten wandele. (sma)

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