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Karriere in Familienunternehmen

Ende November fand in Bielefeld der sechste Karrieretag Familienunternehmen statt, eine Initiative führender Familienunternehmen, des Entrepreneurs-Clubs München und der Stiftung Familienunternehmen. 40 Unternehmen präsentierten ihre Ein- und Aufstiegsmöglichkeiten und versuchten, besonders mit „weichen“ Faktoren den Nachwuchs zu überzeugen.

Sonja Smalian
09. Dezember 2010

In Bielefeld, einer Stadt, von der böse Zungen behaupten, dass es sie eigentlich gar nicht gibt, fand zum dritten Mal der Karrieretag Familienunternehmen statt. In der „Hidden City“, die mit knapp 330.000 Einwohnern zur Gruppe der 20 größten Städte Deutschlands gehört, kamen 40 der „Hidden Champions“ der deutschen Wirtschaft zusammen, um sich dem Nachwuchs zu präsentieren, u.a. Goldbeck, Haniel, Peri und Hilti. „Familienunternehmen haben erkannt, dass sie sich auf dem Arbeitsmarkt als eigene Unternehmensklasse darstellen sollten, um ihre Vorteile gegenüber den anonymen Großenkonzernen optimal zu transportieren“, sagte Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen.

Und die versuchen vor allem mit den so genannten weichen Faktoren zu punkten: „Vertrauen vor Kontrolle“ nennt es Jürgen Eggers, Personalleiter von Goldbeck. Bei dem Unternehmen erhielten die Mitarbeiter einen Vertrauensvorschuss, könnten mit offenen Hierarchien arbeiten und erlebten einen pragmatischen, kollegialen Umgang. Zudem wirke die Familie aktiv im Unternehmen; die junge zweite Generation zeigte sich auch auf der Messe und präsentierte das Unternehmen höchstpersönlich.

Auch Andrea Schmitz, zuständig für Corporate Human Resources bei Haniel, zu deren Geschäftsbereichen u.a. cws-boco gehört, betont Attribute wie kürzere Entscheidungswege, Stabilität, Kontinuität und Verbindlichkeit sowie Werte wie Loyalität, Mut und Toleranz. Es seien „Kleinigkeiten“, mit denen die Arbeit in einem Familienunternehmen mit Leben gefüllt werde.

Und diese Werte scheinen beim Nachwuchs anzukommen, wie eine aktuelle Befragung von Haniel zusammen mit der Managementberatung Kienbaum unter 286 Studenten der Wirtschaftswissenschaften zeigt: 60% der Studenten schätzten die Vorteile von Familienunternehmen, wie z.B. größere Gestaltungsspielräume, mehr Menschlichkeit und flachere Hierarchien. Kleinere Organisationen werden auch von den rund 600 studentischen Teilnehmern der diesjährigen IZ-Joboffensive bevorzugt: 37% würden am liebsten in einem mittelgroßen Unternehmen und 8% ein einem kleinen Unternehmen anheuern.

Zumal die Gruppe der Familienunternehmen keine Randnotiz des Wirtschaftsgeschehens ist. Nach Berechnungen der Stiftung Familienunternehmen beträgt ihr Anteil je nach Abgrenzung insgesamt knapp 50% am Gesamtumsatz und rund 50% an der Gesamtbeschäftigung in Deutschland. Allein Gastgeber Eggers hat etwa 100 offene Stellen im Gepäck gehabt. (sma)

2011 wird es zwei Karrieretage Familienunternehmen geben (Information: www.karrieretagfamilienunternehmen.de). Am Samstag, den 21. Mai 2011 findet zudem das zweite IZ-Karriereforum für die Immobilienwirtschaft in Frankfurt am Main statt (Information: www.iz-jobs.de).

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