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30 Talente erweitern das MATs-Netzwerk

Auszeichnung. Eine Jury hat 30 Nachwuchskräfte ausgewählt, die Teil des Netzwerks der Most Aspiring Talents der Immobilienwirtschaft (MATs) werden. Nach der Preisverleihung in Berlin kommt auf sie die eigentliche Arbeit zu. Damit diese auch mit gestiegener Teilnehmerzahl effektiv und beständig bleibt, haben die Initiatoren die Mitgliedschaften nach sechs Jahren Vereinsbestehen umstrukturiert.

Janina Stadel
15. Mai 2026
Die Preisträger der MAT-Awards 2026.
Quelle: Blackprintpartners GmbH, Urheber: Tobias Metzmacher

„Dieses Ding ist eine Waffe“, ruft Orla Nolan ins Mikrofon und zeigt auf dreißig MAT-Award-Trophäen, die an diesem Abend in Berlin an Nachwuchskräfte aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern der Immobilienwirtschaft verliehen werden. „Ich habe den Titel selbst genutzt, um beruflich voranzukommen und ehrenamtlich etwas zu bewegen“, berichtet Nolan, wie sich ihr Leben nach der eigenen Auszeichnung verändert hat. Sie selbst wurde 2023 mit dem Award geehrt und ist somit seit drei Jahren Mitglied im Netzwerk der Most Aspiring Talents der Immobilienwirtschaft (MATs).

Beruflich ist sie seitdem zur COO des Innovationsbündlers Blackprintpartners aufgestiegen und mischt bei den MATs nicht nur inhaltlich, sondern auch als Vorständin des dahinterstehenden Fördervereins der Immobilienwirtschaft mit. Sie ist sich nach drei Jahren sicher, dass der Titel „MAT“ ihr vor allem zu einem verholfen hat: Sichtbarkeit in der Branche, sowohl unter gleichgesinnten und gleichaltrigen Nachwuchskräften und Young Professionals als auch unter Entscheidern.

Aber nicht bei allen, die jährlich in die Gruppe aufgenommen werden, bleibt die Motivation bestehen. „Wir sehen eine erhöhte Aktivität der MATs im ersten Jahr“, berichtet Nolan. Doch das Engagement flache bei vielen mit der Zeit ab. Zum Teil liege dies schlichtweg an mangelnden zeitlichen Kapazitäten, zum Teil auch daran, dass die jungen Mitglieder einen weiteren Karriereschritt gehen, bei dem sich ihre thematischen Schwerpunkte verschieben. „Lebensverläufe, Interessen und die Anforderungen an ein Netzwerk sind unterschiedlich“, fasst Nolan ihre Beobachtungen zusammen.

Nach sechs Jahren haben die Initiatoren deshalb ein neues Mitgliedersystem auf die Beine gestellt. Der Titel „MAT“ bleibt zwar ein Leben lang bestehen, doch die Netzwerker können die Tiefe ihres Engagements nun als sogenannte Alumni, Ehrenmitglieder oder aktive Mitglieder ihren Bedürfnissen und Kapazitäten anpassen. Zudem bietet der Verein jetzt auch eine Fördermitgliedschaft an, bei der gegen eine Gebühr auch Funktionen im Verein besetzt werden können. Diese Mitglieder und Mitgliedsunternehmen sind umgekehrt für das Netzwerk wichtig, um durch die Zusammenarbeit zum Beispiel gemeinsame Events auf die Beine zu stellen.

Arbeiten in Themengruppen und in der Öffentlichkeit

Andere Kooperationen bestehen schon länger, so etwa seit 2023 mit dem Zentralen Immobilien Ausschuss (ZIA). Sie bietet Vertretern des Nachwuchsnetzwerks die Möglichkeit, aktiv an Sitzungen der 21 Fachausschüsse und des Innovation Thinktanks des Verbands teilzunehmen und in die dortigen Diskussionen ihre Perspektive mit einzubringen. „Meine erste Sitzung steht bald bevor“, sagt Fabienne Hanel. Sie ist Senior Consultant bei EY-Parthenon und will das Ehrenamt nicht nur nutzen, um selbst Input zu geben, sondern auch, um aktuelle Themen im Feld Corporate Real Estate ausfindig zu machen und in die eigene Praxis zu übertragen.

Aslinur Semizoglu-Sahin: Gute Kontakte sind das wichtigste Alltagstool
Dass das eigentliche Leben als Most Aspiring Talent der Immobilienwirtschaft (MAT) erst nach der Award-Verleihung beginnt, weiß Aslinur Semizoglu-Sahin genau. In ihrer Kolumne beschreibt sie, wie der Austausch der Mitglieder ihren Alltag prägt und bereichert.

„Auch die MATs aus dem neuen Jahrgang haben jetzt die Chance, sich auf einen Platz zu bewerben“, kündigt sie an. Einzige Voraussetzung für eine Bewerbung: Der MAT muss für ein Mitgliedsunternehmen des ZIA tätig sein. „Wir suchen die passenden MATs dann in Zusammenarbeit mit dem ZIA, etwa den Ausschussvorsitzenden, aus“, sagt Hanel. Die Verpflichtung gehen die MATs dann für zwei Jahre ein. „Wir wollen einerseits, dass die MATs in den Ausschüssen rotieren. Doch bisherige Teilnehmer haben die Erfahrung gemacht, dass es ein bisschen dauert, bis man im Ausschuss warm wird und sich richtig einbringen kann. Bei vier jährlichen Sitzungen halten wir einen Zweijahresturnus deshalb für sinnvoll.“

Bildergalerie: Verleihung der MAT-Awards 2026





Innerhalb des Netzwerks stehen die Nachwuchskräfte außerdem in permanentem Kontakt zueinander. Sie tauschen sich über Whatsapp-Gruppen und bei monatlichen Onlinemeetings aus und organisieren sich in lokalen Gruppen, die sich zu Stammtischen und anderen Events treffen. Damit die neuen Mitglieder schnell in ihre persönliche Rolle finden, werden sie in den ersten Wochen von Paten begleitet.

Eine Patin ist Sarah Aldag, die ihre drei zugewiesenen Schützlinge bei der Preisverleihung kennengelernt hat und ihnen nun Orientierung geben will. „In den kommenden Wochen werde ich ihnen erklären, wie wir im Netzwerk organisiert sind, und mit ihnen gemeinsam nach einem passenden Thinktank suchen, in den sie sich thematisch einbringen können“, erklärt sie ihre Aufgabe.

In den Thinktanks, also den thematischen Arbeitsgruppen der MATs treffen sich die Mitglieder regelmäßig zu Arbeitstreffen unter der Leitung eines Vorsitzenden. Sie tauschen dann Ideen aus und erstellen Whitepapers zu den Themen Nachhaltigkeit, Transformation, Entrepreneurship, Social Engagement und Human Capital. Alle sechs Monate präsentieren sie ihre Ergebnisse in der großen Runde einer Digitalveranstaltung. Einige Ergebnisse stellen sie im jährlich erscheinenden KPMG Bulletin vor oder bei öffentlichen Auftritten wie Panels auf der Messe Real Estate Arena, bei der sich alle neuen MAT-Mitglieder im Juni wiedertreffen wollen.

„Der Preis ist keine Auszeichnung für bereits Geleistetes, sondern die Eintrittskarte für das, was jetzt kommt.“

Dominik Talhof

Die eigentliche Arbeit beginnt für die Nachwuchskräfte also erst in den kommenden Wochen. „Der Preis ist keine Auszeichnung für bereits Geleistetes, sondern die Eintrittskarte für das, was jetzt kommt“, betonte Dominik Talhof bei der Preisverleihung. Als er das Netzwerk 2021 zusammen mit Frederik Walbaum gründete, war es die Vision der beiden, junge Talente zusammenzubringen, die auch außerhalb des Tagesgeschäfts im Job Engagement und Innovationswillen für die Branche zeigen und tätigkeitsübergreifend an Projekten zusammenarbeiten. Die Entscheidung, wer das Potenzial zum MAT hat, geben sie deshalb jährlich in die Hände von Branchenprofis.

Die MATs starten ins sechste Jahr

Das Netzwerk der Most Aspiring Talents der Immobilienwirtschaft (MATs) hat zum sechsten Mal neue Mitglieder aufgenommen. Eine Jury mit wechselnder Besetzung wählt jedes Jahr 30 Nachwuchstalente unter 30 Jahren aus, die dem Thinktank beitreten dürfen. Inzwischen zählen die MATs 179 Mitglieder aus verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Immobilienwirtschaft. Sie tauschen sich bei Onlinemeetings, in Arbeitsgruppen, bei Branchenveranstaltungen und privaten Treffen regelmäßig zu ihren Ideen für die Zukunft der Branche aus und wollen sie gemeinsam sichtbar machen, ausbauen und umsetzen. Die Bewerbungsphase für den kommenden Jahrgang startet im Herbst.

Janina Stadel

Diese bestimmen, wer den Award als Schlüssel zu den Netzwerkangeboten in Empfang nehmen darf. Die Jury besteht zurzeit aus Sabine Georgi, Executive Director des Urban Land Institutes (ULI), Annelie Casper, Geschäftsführerin des Deutschen Verbands für Facility-Management (Gefma), Alexander von Erdély, Vorstandssprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), Andy Dietrich, Geschäftsführer der Kommunikationsagentur Strategiekollegen, Anne Tischer, Gründerin des Verein Frauen in Führung (FiF), Andreas Schulten, ehemaliger Chief Representative von Bulwiengesa, Christine Lemaitre, CEO der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), Jochen Schenk, ehemaliger CEO von Real I.S., und Lena Brühne, ehemalige Geschäftsführerin von Art-Invest Real Estate Management und Mitgründerin der Personalberatung Alevate.

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