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Immobilienprofis im Porträt: Fabian Spindler

Eine Schulterverletzung beendete Anfang der 2000er Jahre Fabian Spindlers Karriere im Basketball. Der gebürtige Schwabe sattelte um und stieg in die Immobilienbranche ein. Seit rund 15 Jahren ist er für den Immobilienfonds-Anbieter Jamestown in Köln tätig. Angefangen hat er dort als Trainee und Assistant Fund Manager. 2016 zog es ihn nach Atlanta zum US-amerikanischen Hauptsitz des Unternehmens. Dort war er für das Portfoliomanagement und die deutschen Privatkundenfonds zuständig, bevor er Ende 2019 als Geschäftsführer nach Köln zurückkehrte.

Immobilien Zeitung
21. Mai 2026
New York hat Fabian Spindler so sehr beeindruckt, dass man die Stadt in der Skizze seiner Traumimmobilie wiedererkennt.

Wie und wo wohnen Sie zurzeit?

In einem denkmalgeschützten Einfamilienhaus im Kölner Stadtteil Raderthal. Die englische Siedlung wurde ab 1949 von britischen Soldaten gebaut. Wir haben das Haus vor drei Jahren gekauft und komplett kernsaniert. Der Stil orientiert sich am britischen Vorbild: klare Linien, schlicht gehalten, mit viel Freiraum und großen Gärten.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung und warum?

Mein Lieblingsplatz ist die Lounge-Ecke vor dem Kamin. Dort kommen wir als Familie zusammen, spielen, reden oder schauen Filme.

Legen Sie bei Bauarbeiten selbst Hand an?

Ich bin handwerklich nicht begabt und überlasse das den Profis. Planung und Gestaltung dagegen mache ich sehr gerne, das habe ich bei der Kernsanierung auch selbst übernommen.

Was muss das perfekte Haus unbedingt haben?

Charakter. Ein Haus sollte eine Geschichte erzählen, viel Tageslicht und hohe Decken haben. Außerdem eine offene Küche, die mit dem Wohnbereich verbunden ist. Wir kochen leidenschaftlich gerne, auch für Gäste. Da ist es viel schöner, wenn man sich dabei austauschen kann.

Wie und wo möchten Sie im Alter leben?

Da bin ich noch hin- und hergerissen und habe ehrlich gesagt noch viel Zeit darüber nachzudenken: Entweder in einer Stadtwohnung mit tollem Ausblick oder in einem Haus am Wasser mitten im Grünen.

Wann und womit haben Sie als Erwachsener zum ersten Mal Geld verdient?

Mit meinem ersten Profivertrag beim Basketball in Ludwigsburg, mit 17 oder 18 Jahren.

Wie haben Sie anschließend Ihren Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Zufällig. Meine erste Reise nach New York hat mich stark beeindruckt, die Skyline, die Energie, die Architektur. Danach stand für mich fest, dass ich in diesem Bereich arbeiten möchte. Ich hatte keinerlei Beziehungen in die Branche und habe mir alles selbst aufgebaut.

Was braucht man, um in Ihrem Job erfolgreich zu sein?

Leidenschaft, Eigeninitiative, Disziplin und die Fähigkeit zuzuhören. Man sollte pragmatisch denken, konsequent seinen Weg gehen und nicht jeder Meinung folgen. Manchmal muss man auch gegen den Strom schwimmen, um am Ende zum Erfolg zu kommen.

Wie feiern Sie Erfolge?

Wie ich es vom Basketball gewöhnt bin: Im Team. Privat gerne ruhig bei einem guten Essen und einem Glas Weißwein.

Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Reflektieren, daraus lernen und schnell abhaken. Dann den Fokus auf das Nächste legen.

Was schätzen Sie an der Immobilienbranche?

Dass man aktiv gestalten kann. Immobilien prägen das tägliche Leben – Wohnen, Arbeiten, Freizeit.

Und was stört Sie?

Zwei Sachen: Der Mangel an Markttransparenz, besonders in Deutschland. Und einzelne laute Akteure, die dem Ruf der Branche schaden.

Verdienen Menschen mit Immobilien zu Recht einen schlechten Ruf?

Nein. Ich habe viele verantwortungsvolle und professionelle Persönlichkeiten kennengelernt, die fair handeln und langfristig denken.

Warum sollten junge Leute in die Immobilienbranche einsteigen?

Weil sie vielseitig und spannend ist. Man kann gestalten und mit neuen Technologien wie KI viel bewegen. Junge Menschen bringen dafür das richtige Verständnis mit.

Was wären Sie heute, wenn nicht Immobilienprofi?

Manager eines Basketball-Bundesligaclubs.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Ponce City Market in Atlanta. Ein Paradebeispiel für gelungene Quartiersentwicklung. Früher heruntergekommen, heute eines der lebendigsten Viertel der Stadt.

Und welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen und warum?

Viele 70er-Jahre-Bauten in Köln. Aber aus Nachhaltigkeitssicht finde ich einen Abriss schwierig. Ich würde sie lieber revitalisieren und architektonisch aufwerten. Das würde auch dem Stadtbild guttun.

Was bringt Sie privat und beruflich auf die Palme?

Beruflich die Haltung „Das haben wir schon immer so gemacht“. Privat wie beruflich: Unzuverlässigkeit.

Wie entspannen Sie am besten?

Draußen in der Natur, beim Spazieren oder Wandern in der Vulkaneifel.

Für welches private Vergnügen bleibt zu wenig Zeit?

Reisen mit der Familie. Ich würde gerne mehr unterwegs sein.

An was denken Sie beim letzten Urlaub?

An Silvester in Abu Dhabi, beeindruckend.

Homeoffice, Büro oder mobil – wo arbeiten Sie am liebsten?

Ganz klar im Büro. Ich schätze den direkten Austausch und die Atmosphäre im Team.

Haben Sie einen Lieblingssong?

Kein bestimmter. Ich höre morgens gern Jazz, sonst auch Electronic Dance Music.

Wie gehen Sie am liebsten aus?

Am liebsten zum Essen, entspannt im Restaurant mit Freunden.

Mit welcher lebenden Persönlichkeit würden Sie gerne einen Abend verbringen?

Mit Michael Jordan. Er hat mich als Jugendlicher geprägt, seine mentale Stärke beeindruckt mich bis heute.

Mit wem würden Sie gern für einen Tag das Leben tauschen?

Mit meinen Söhnen, um wieder selbst auf dem Basketballfeld zu stehen.

Ihr Lieblingsgericht?

Ich bleibe gerne bei den deutschen Klassikern: Schnitzel mit Pommes und Salat. Currywurst ist auch okay.

Was vermissen Sie in Deutschland im Vergleich zum Ausland?

Optimismus. In den USA herrscht mehr positive Grundhaltung und Tatkraft, das würde uns in Deutschland guttun.

Die Fragen stellte Janina Stadel.

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