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Durch persönliche Kontakte zum Job

Knapp ein Viertel aller Neueinstellungen in Deutschland kam 2010 über persönliche Kontakte zustande. Das sind mehr Besetzungen, als über Inserate in Zeitungen oder im Internet vorgenommen wurden. Das Konzept von Xing – jeder kennt jeden über „mehrere Ecken“ – erweist sich als effizienter Rekrutierungsweg. Am besten funktioniert er jedoch nicht bei den Young Professionals mit Anzug oder Kostüm, sondern bei der Besetzung von Stellen für Ungelernte, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Sonja Smalian
29. März 2012
Stellen, für die ein Hochschulabschluss verlangt wird, werden am häufigsten über Inserate im Internet oder Zeitungen besetzt. Jede fünfte Einstellung basiert jedoch auf persönlichen Kontakten.
Bild: bilderbox.com

Kontakte knüpfen, sei es fürs nächste Geschäft oder für die Karriere, scheint eine der wichtigsten Aufgaben des modernen Büromenschen zu sein. Tipps fürs richtige Netzwerken gibt es viele. Allein Amazon.com listet mehr als 1.000 Titel auf, die sich mit dem Thema Networking – und wie man es richtig anstellt – befassen. Jeden Tag werden auf Vortragsveranstaltungen, Diskussionsrunden, Alumni-Treffen oder Stammtischen – virtuell oder real – Visitenkarten getauscht.

Und das nicht umsonst, wie eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Jede vierte Neueinstellung geschah 2010 auf diesem Wege. Damit entpuppen sich persönliche Kontakte als effizientester Besetzungsweg mit einer Erfolgsquote von 63%, d.h. in nahezu zwei von drei Fällen, in denen über diese Kanäle gesucht wurde, kam es zur Stellenbesetzung. Das waren sogar etwas mehr, als über Inserate in Zeitungen und Zeitschriften (Erfolgsquote: 56%) oder aber im Internet (Erfolgsquote: 33%) eingestellt wurden. Dabei zeigt ein Blick auf die eingesetzten Suchstrategien von Unternehmen, dass persönliche Kontakte erst an vierter Stelle nach der Arbeitsagentur, Internetanzeigen und Printanzeigen rangieren. Auch Initiativbewerbungen gehören bei 29% der Unternehmen zum Kanon der Suchwege. Immerhin jede zehnte Besetzung geht auf eine Initiativbewerbung zurück (Erfolgsquote: 34%).

Auch die Immobilienwirtschaft setzt in erster Linie bei der Rekrutierung auf Anzeigen. Das ist bei fast drei Vierteln der bei der Joboffensive 2011 befragten Unternehmen das bevorzugte Mittel, um Berufseinsteiger und Young Professionals zu finden. An zweiter Stelle stehen schon Praktikumsplätze, die 72% der Unternehmen anbieten. Dies sei nach der IAB-Studie ebenfalls eine sehr effiziente Strategie. Obwohl die Suche unter Praktikanten nicht zu den wichtigsten Besetzungswegen zählt, erreicht diese Methode mit einer Erfolgsquote von 42% Rang vier der erfolgreichen Stellenbesetzungen.

Wer nun angesichts der Ratgeberflut glaubt, Netzwerken hilft vor allem Hochqualifizierten zum Job, der irrt: 33% der Stellen für Ungelernte werden mittels persönlicher Kontakte besetzt. Empfehlungen seien besonders bei einfachen Tätigkeiten wichtig, bei denen die Sozialkompetenz zähle. Wird hingegen ein Hochschulabschluss vorausgesetzt, so führt Networking nur in 19% der Fälle zur Stellenbesetzung.

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