← Zurück zur Übersicht

Vier Fragen an Anne Tischer

Frau Tischer, Frauen in Führung (FiF) feiert auf dieser Expo Real fünfjähriges Bestehen. Sind auch Männer eingeladen?

Janina Stadel
09. Oktober 2024
Anne Tischer.


Natürlich. Wir sind ein Verein, der sich an alle wendet, weil wir nur gemeinsam den Wandel hin zu mehr Frauen in Führung schaffen. Dafür brauchen wir ein großes und gemischtes Netzwerk, also auch Männer an Bord.

Auf welche drei Meilensteine blicken Sie heute ganz besonders gern zurück?

Wir haben 2022 eine Studie durchgeführt, um herauszufinden, was Frauen daran hindert, Führungspositionen anzutreten. Sie ist bis heute Futter für unsere Argumentationen. 2023 haben wir einen Speakerinnenpool eröffnet, um Frauen in der Branche mehr Sichtbarkeit für ihre Themen zu ermöglichen. Zudem haben wir das Male-Ally-Netzwerk mit 50 männlichen Botschaftern für mehr gemischte Teams aufgebaut.

Welches Projekt steht als nächsten an?

Wir wollen unsere bisherigen Projekte stärken und stehen im Austausch mit anderen Verbänden, dem Bundesbauministerium und Zertifizierern, um das Thema weibliche Perspektiven in der Stadtplanung und der Architektur anzugehen.

Was müsste in der Branche passieren, damit es Initiativen wie FiF nicht mehr braucht?

Männerdominierte Netzwerke müssten sich für Frauen öffnen, die Führungsstärken von Frauen müssten erkannt und gefördert werden, sodass sie nach ihren Ideen führen könnten, ohne vorherigen Habitus zu kopieren, und Personalentscheidungen müssten häufiger von Frauen getroffen werden. Bestehende Führungskräfte müssen sich für Veränderungen öffnen und einen Wandel hin zu mehr gemischten Teams als Chance für alle sehen. Aber ganz ohne Druck über Zielgrößen und Fristen für mehr Diversität und Inklusion wird es auch nicht gehen.

Unser Online-Special liefert einen Überblick über alle Messenews zur Expo Real.

Köpfe
Specht Gruppe beruft Björn Siemer zum Geschäftsführer

Die auf Pflegeimmobilien spezialisierte Specht Gruppe überträgt Björn Siemer die gruppenweite Unternehmenssteuerung als Geschäftsführer der Holding.

Karriere
Neuer Studiengang holt das Handwerk an die Uni

Ausbildung. Weil Bestandsimmobilien bei Sanierungen Wissen über traditionelle Handwerkstechniken erfordern, sollen diese an der Hochschule Coburg und der Universität Bamberg wieder Einzug in die Lehre erhalten. Ein neuer Studiengang qualifiziert deshalb sowohl theoretisch als auch praktisch zum Umgang mit alter Bausubstanz.

Karriere
Gefma Women wollen sich professionalisieren

Frauennetzwerk. Seit zwei Jahren richtet die Gruppe Gefma Women regelmäßig Events für Frauen aus dem Facility-Management aus. Für eine engere Zusammenarbeit mit dem Verbandsvorstand und um zusätzliche Formate zu entwickeln, soll nun ein Ladies-Board aufgebaut werden.