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Zahlt den Jungen mehr Gehalt

Die vielbeschworene „Generation Y“ ist gar nicht so anders als die Generationen vor ihr, meint Catella-Chefresearcher Thomas Beyerle. Sie fordert nur mehr Ehrlichkeit im Umgang und kennt ihren Marktwert.

Thomas Beyerle
24. Mai 2018
Thomas Beyerle
Quelle: Catella

In den letzten Wochen ist geradezu ein Hype um die Jungen in der Immobilienbranche entstanden. Der Grund liegt auf der Hand: es gibt zu wenige. Es wird intensiv geworben, sodass auch mancher Altgediente fast neidisch wird. Doch auch kritische Stimmen zur Generation Y sind zu vernehmen: Die wissen nicht nur, was sie wollen, nein, die sagen auch noch, was sie denken. Das hat man jetzt davon, wenn man jahrelang den mündigen, transparenten Mitarbeiter an den immobilienwirtschaftlichen Hochschulen geformt hat und der das dann auch noch anwendet. „Wie die Zucht, so die Frucht“, mag man dazu nüchtern anmerken.

Das ganze Gejammer der Branche rund um die aktuelle Generation von Berufseinsteigern zeigt vor allem eines: eine tiefe Unkenntnis darüber, wie diese jungen Leute ticken und was sie wollen, gewürzt mit dem unterschwelligen Gefühl, man müsse es anderen, „cooleren“ Unternehmen gleichtun.

Ich meine: Jede Generation ist immer nur ein Spiegelbild ihrer Zeit. Und die aktuelle sitzt einfach am längeren Hebel, da kurzfristig eine höhere Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeiten besteht, als das Angebot hergibt und auch der demografische Wandel allmählich spürbar wird. Nein, die Generation Y ist definitiv nicht von einem anderen Planeten zu uns gekommen. Sie ist exakt das Produkt der letzten 20 Jahre: geboren als „Digital Natives“, stärker international sozialisiert denn je, von der Grundprogrammierung eher konservativ, aber mit Mut zum Neuen. Sie fragen, warum etwas so ist, wie es ist und erwarten Transparenz ohne streng hierarchisches Experten- oder gar Herrschaftswissen.

Klassische Incentives wie ein Besuch großer Immobilienmessen in München oder gar in Cannes werden von den nachrückenden Generationen nicht als Auszeichnung verstanden, sondern als nüchterne Arbeit, die einen eine Woche von zu Hause weghält. Ich glaube zutiefst daran, dass sich die Vorgesetzten, statt neumodische Tools à la „Kicker im Büro“ stärker auf Transparenz, z.B. in Form von Lob und Kritik einlassen sollten. Sie sollen mehr eigenverantwortliches Arbeiten zulassen, ohne permanent dazwischenzugrätschen, und eine leistungsgerechte Bezahlung bieten. Letzteres ist die streng ökonomische Konsequenz der aktuellen Angebots-/Nachfragerelation. Noch einfacher formuliert: Ohne entsprechende Gehaltszahlungen verbunden mit einer sinnstiftenden Tätigkeit bekommt ihr keine Leute mehr – so einfach ist das. Langfristig sollte sich die Branche außerdem an den Hochschulen engagieren.

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