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"Wie viele Smarties passen in einen Smart?"

Das IZ-Karriereforum war schon fast vorbei, da füllte sich der Vortragssaal nochmal: Ein Personalberater verriet, was man im Vorstellungsgespräch unbedingt zu fragen wagen sollte.

Harald Thomeczek
01. Juni 2017

Schließlich ist ein Vorstellungsgespräch nie einseitig. Nicht nur das Unternehmen will den Kandidaten kennenlernen, auch dieser bekommt die Gelegenheit, seinen möglichen künftigen Arbeitgeber ausführlich kennenzulernen. „Bewerber sollten sich daher schon im Vorfeld Fragen überlegen. Aber bitte noch keine Fragen zur Work-Life-Balance, den Arbeitszeiten oder zu Home-Office. Dies sind alles Themen für ein – hoffentlich – zweites Gespräch“, erklärte Olaf Kenneweg von Kenneweg Property Personalberatung.

Vielmehr sollten die Bewerber im ersten Gespräch das Unternehmen hinterfragen, etwa so: Warum ist die Stelle überhaupt ausgeschrieben? Handelt es sich um eine Neu- oder eine Nachbesetzung? Wie steht es um die Mitarbeiterfluktuation? Was erwartet das Unternehmen von seinen Mitarbeitern? Was funktioniert möglicherweise nicht so gut in der Firma? Wo sieht diese selbst Verbesserungspotenzial? Wie wird Leistung gemessen und bewertet? Welcher Führungsstil wird gepflegt?

Extrem wichtig ist darum im Vorfeld die Recherche, und zwar nicht nur zum Background und der Struktur des Unternehmens, bei dem man sich bewirbt, sondern auch zu den Gesprächsteilnehmern und deren Funktion im Unternehmen. „Sofern nicht bekannt, sollten Bewerber bei der Einladung zum Vorstellungsgespräch die Teilnehmer und deren Funktion im Unternehmen erfragen. Anschließend sollte man sich über diese Personen informieren: auf der Firmen-Homepage, auf Xing oder über Immobilienmedien“, rät Kenneweg.

Weil man sich ja nicht alles merken kann, sollten die Bewerber für das Gespräch einen Fragezettel vorbereiten. Und sie sollten sich auch im Gespräch von Anfang an Notizen machen: „Das zeigt Interesse!“

Der Kandidat sieht sich natürlich auch mit vielen, unterschiedlich gearteten Fragen konfrontiert. Stellt das Gegenüber Fangfragen à la „Wie viele Smarties passen in einen Smart?“: Bloß nicht die Fassung verlieren, sondern überlegt antworten. Niemand erwarte hier eine exakte Antwort, so Kenneweg. Vielmehr solle schlicht die Reaktion und Schlagfertigkeit des Bewerbers getestet werden.

Grundsätzlich gelte in einem Vorstellungsgespräch: authentisch sein. „Jedes Gespräch ist individuell. Auswendig gelernte Floskeln machen da keinen Sinn.“ Was die Präsentation des Kandidaten angeht, möge jeder diesen Dreiklang beherzigen: „Ich bin! Ich kann! Ich will!“ Kein langes Geschwafel! Stattdessen einen kurzen, strukturierten Überblick über den bisherigen Werdegang und den Mehrwert für die ausgeschriebene Stelle verdeutlichen.

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