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Was mit Immobilien geht immer

Immobilienberufe stehen bei ehemaligen Fußballern offenbar hoch im Kurs. Sportjournalist Thorsten Schaar schätzt, dass etwa jeder zehnte Ex-Kicker seine Brötchen als Makler, Entwickler, Bauträger oder Handwerker verdient.

Nikolas Katzung
05. Juni 2014
Bild: Screenshot twitter.com/@exprofis
Immobilien Zeitung: Herr Schaar, seit Anfang dieses Jahres lassen Sie die Öffentlichkeit über Twitter wissen, was die Fußballstars von gestern heute so treiben. Gibt es da eindeutige Vorlieben für bestimmte Berufe?

Thorsten Schaar: Wenn man einmal von der prosperierenden Fußballbranche selbst absieht, gibt es aktuell keinen klaren Trend. In den 70er Jahren eröffneten viele Ex-Profis eine Lotto-Toto-Bude, später wurde man Versicherungsmakler und in den 2000er Jahren waren Soccerhallen ganz groß in Mode.

IZ: Und Immobilienjobs?

Schaar: Tatsächlich ist die Immobilienbranche ein Bereich, der für Ex-Profis immer interessant war und in dem sich heutzutage eigentlich Bundesliga-Spieler aus allen Jahrzehnten tummeln.

IZ: Wie hoch ist der Anteil früherer Kicker, die sich für eine zweite Karriere als Immobilienmakler, Entwickler oder Hausverwalter entschieden haben?

Schaar: Vorab: Ich habe keine validen Zahlen, weil meine Auswahl der Ex-Profis bisweilen recht willkürlich ist. Bei mir spielen auch besonders verwegene Frisuren und/oder die frühere Zugehörigkeit zu einem Traditionsverein eine Rolle. Es ist aber festzustellen, dass die gesamte Bandbreite von Berufen aus der Immobilienbranche abgedeckt wird. Grob geschätzt dürfte die Quote bei 5% bis 10% liegen. Ebenso geschätzt machen 40% der (ermittelbaren) Ex-Profis-„irgendwas mit Fußball“. Da wären 10% dann ein auffällig hoher Prozentsatz. Sprich: Immobilien gehören eindeutig zu den beliebtesten Branchen unter ehemaligen Kickern.

IZ: Welche Immobilienberufe haben es den Fußballern besonders angetan?

Schaar: Es gibt natürlich zahlreiche Immobilienmakler, aber auch einen Bauträger, einen Betonwerkbesitzer und sogar einen Bauleiter. Roland Wohlfarth, in den 80er Jahren Bundesliga-Torschützenkönig beim FC Bayern, hat bei einer Estrichlegefirma in Bocholt angeheuert. Zu seiner Zeit verdiente man in der Bundesliga einfach noch nicht so viel wie heute. So lag das für ihn als gelernten Estrich- und Fliesenleger nahe.

IZ: Gehen einstige Spieler solchen Berufen als Haupteinkommensquelle nach, oder läuft das nur als Nebenjob?

Schaar: Wie professionell die einzelnen Ex-Profis in ihrer dritten Halbzeit unterwegs sind, darüber kann man nur spekulieren. Manche sind einfach nur namentlich unter immonet.de aufgelistet und vermutlich ziemlich kleine Fische, andere haben einen modernen Internetauftritt und ein klares Konzept. Was auffällt: Berlin ist ein besonders beliebter Immobilienmarkt für viele Ex-Profis, selbst wenn sie nie für Hertha BSC gespielt haben.

IZ: Sind es Stars wie Wohlfarth, die ihre Popularität nutzen, um das Immobiliengeschäft anzukurbeln?

Schaar: Nein, keinesfalls. Es sind auch viele vollkommen unbekannte Spieler dabei, deren Namen bei den Kunden nicht gerade überbordende Bundesliga-Nostalgie auslösen werden. Dann gibt es viele ehemalige Spieler, die vor allem in der Gegend bekannt sind, in der sie tätig sind, quasi die-„local heroes“. Torsten Kracht dürfte sein Name in Leipzig einige Türen öffnen. Ob das auch in München so wäre, darf bezweifelt werden. Carsten Marquardt, der für den FC Schalke 04 gespielt hat, macht in Oberhausen sicher auch gute Geschäfte. Er war 14 Jahre in leitender Funktion bei einer Immobilienberatung tätig, bevor er das Unternehmen selbst übernommen hat. Wenig überraschend, aber trotzdem bemerkenswert: Die bekannteren Ex-Profis, die heutzutage Wohnungen verkaufen, betreiben ihren Job gerne in Tateinheit mit ihrem liebsten Hobby, dem Golfspielen.

IZ: Herr Schaar, vielen Dank.

Die Fragen stellte Nicolas Katzung.

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