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Walter Brune ist gestorben

Der Architekt, Städteplaner und Immobilienentwickler Walter Brune ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Zu seinen Werken zählen das Rhein-Ruhr-Zentrum sowie die Kö-Galerie und die Schadow-Arkaden in Düsseldorf.

Christoph von Schwanenflug
18. November 2021
Walter Brune 2016 im Garten seines Bungalows in Düsseldorf.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Thorsten Karl

Er war vital, diszipliniert, wach und auch im hohen Alter das Gegenteil eines alten Mannes: der Architekt und Immobilienunternehmer Walter Brune. 1926 wurde er geboren, 1950 gründete er sein eigenes Architekturbüro. Er entwarf zunächst Industriegebäude (u.a. Großzechenanlage Franz Haniel in Bottrop) und Bungalows, darunter ein luxuriöses Anwesen für den Kaufhauskönig Helmut Horten, das leider nicht mehr existiert. Über den Entwurf mehrerer Warenhäuser für Horten und Karstadt kam er zur Einzelhandelsimmobilie. Aus seinem Büro stammen z.B. das Rhein-Ruhr-Zentrum in Mülheim (1973), die Kö-Galerie (1986) in Düsseldorf, die Heuvel-Galerie in Eindhoven (1992) und die Schadow-Arkaden in Düsseldorf (1994). „Eine Einkaufsgalerie, wie ich sie mir vorstelle, ist ein öffentlicher Raum, der bis in die Nacht und auch am Sonntag geöffnet ist“, sagte er 2009 in einem Interview mit der Immobilien Zeitung („Der Architekt des Kaufhaus-Königs erinnert sich„, IZ 30/09).

Die Grundlagen für sein Vermögen legte Brune, indem er die Gewinne seines Architekturbüros in Grundstücke investierte, die er entwickelte und bebaute. So entstand Brune Real Estate. Drei seiner Kinder sind im Unternehmen aktiv: die älteste Tochter Cornelia Bösel ist im Aufsichtsrat, Frederic Brune (31) ist Mitgeschäftsführer von Brune Bau sowie Brune Immobilien. Christopher Brune (33) führt das Tagesgeschäft der Gruppe seit dem krankheitsbedingten Rückzug von Walter Brune vor zwei Jahren alleinverantwortlich.

Walter Brune war auch publizistisch aktiv. 2006 veröffentlichte er das Buch „Angriff auf die City“, in dem er die Shoppingcenter-Industrie als Totengräber der deutschen Städte porträtierte. Auch im Verlag der Immobilien Zeitung sind mehrere Bücher von und über Brune erschienen: „Centro Oberhausen – Die verschobene Stadtmitte“ (2009), „Factory Outlet Center – Ein neuer Angriff auf die City“ (2014), „Arbeitswelten. Büro- und Verwaltungsbauten von Walter Brune“ (2014), „Wohnungsbauten von Walter Brune“ (2017) und „Stoppt die Verödung unserer Städte durch Shopping- und Outlet-Center vor den Stadtgrenzen“ (2018). Am 5. November ist Brune im Alter von 95 Jahren gestorben.

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