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Prof. Dr. Andreas Pfnür

IZ
20. Juni 2013
Andreas Pfnür beim Picknick.
Bild: Andreas Pfnür

Andreas Pfnür verbrachte seine Kindheit auf Sylt, bevor es ihn aufs Festland zog: In Hamburg absolvierte er eine Banklehre bei der Commerzbank und studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Hamburg. Sein Berufsweg führte ihn über Eversmann & Partner Corporate Real Estate zur TU Darmstadt. Dort leitet der 48-Jährige heute das Fachgebiet Immobilienwirtschaft und Baubetriebswirtschaftslehre und ist Dekan des Fachbereichs Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. In seiner Freizeit joggt er oder fährt Mountainbike. Auch kochen und reisen stehen dann auf der Agenda. Er ist u.a. Mitglied in der Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung und dem Institut der deutschen Immobilienwirtschaft.

Wo wohnen Sie zurzeit?

Ich wohne an zwei Orten: In Hamburg in einer Eigentumswohnung und in Darmstadt in einer Mietwohnung.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung? Und warum?

In der Abendsonne zwischen den Kissen in der Loungeecke auf der Terrasse. Das warum bedarf wohl keiner Antwort.

Womit haben Sie als Erwachsener zum ersten Mal Geld verdient?

Mit der Sense in der Hand in einem Dünental in List für den Sylter Landschaftszweckverband.

Wie feiern Sie Ihre Erfolge?

Unter großen Emotionen, mit Freudentränen in den Augen und auch mal mit einem Glas mehr.

Was stört Sie in der Immobilienbranche am meisten?

Oh, da gibt es viel. Auf jeden Fall zuerst einmal die vielen schwarzen Schafe, die für den schlechten Ruf der Branche verantwortlich sind. Dann die fast schon als Innovationsfeindlichkeit zu bezeichnende Einfallslosigkeit der Branche in Bezug auf Produkte und Prozesse. Schließlich der mangelnde Stellenwert der Immobilienwirtschaft in Deutschland. Unsere Branche könnte, bei aller Professionalisierung der letzten zwei Jahrzehnte, erheblich größere Beiträge leisten zur Lösung gesellschaftlicher und politischer Probleme. Das volkswirtschaftliche Potenzial zur Steigerung der Wertschöpfung durch Immobilien ist zudem riesig. Ich glaube, der Trott geht nicht so weiter und wir werden uns als Branche zukünftig neu erfinden, was übrigens für die allermeisten von uns richtig Spaß und Geld bringen kann. Wenn Sie mich also konkret fragen, was mich stört, dann dass wir alle zusammen in unserer Branche im Moment zu lahm, zu träge und zu leise sind.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Besitzer von zehn durch „lokale Profis“ verwalteten Strohdachhäusern auf Sylt und dann dort Rettungsschwimmer am Strand.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Generell mag ich Häuser besonders gern, die mit ihrer Umgebung eins werden. Das Wohnhaus von César Manrique auf Lanzarote, das von ihm in die natürlichen Blasen eines Lavafelds integriert wurde, ist ein Beispiel dafür.

Und welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen und warum?

Das Arosa-Hotel in List auf Sylt, weil das von der Maßstäblichkeit, dem Baustil und dem Genius Loci des Gebäudes absolut gar nicht zu seiner Umwelt passt – und wenn wir schon dabei sind, dann können wir das Arosa in Kitzbühel aus demselben Grund gleich mit plattmachen.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs?

Mein unangefochtener Lieblingssong ist „Corner of the Earth“ von Jamiroquai. Im Moment gefallen mir zudem die chilligen Songs von Jack Johnson besonders gut.

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen und warum?

Das Freiluftkonzert von Goldfish im Kirstenbosch Botanical Garden von Kapstadt. Goldfish ist offensichtlich einer der local hot shots in Kapstadt. Die Sonntagnachmittagsstimmung war bei herrlichem Sommerwetter extrem entspannt und mir gefällt zudem die coole und gleichzeitig poppige Musik.

In welcher Bar/Restaurant/Diskothek kann man Sie häufiger antreffen?

Realistischerweise in der Hamburger Marsbar, da ist es eigentlich immer nett, egal ob mittags, abends oder in der Nacht. Zudem ist das quasi unsere Hauskantine, in der sich die Nachbarschaft trifft.

Und mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen?

Da gibt es regelmäßig so viele interessante Leute, dass wir eigentlich niemanden extra dorthin bemühen müssten. Halt stopp, wenn doch, dann einen der bekanntesten deutschen Klimaforscher, Prof. Mojib Latif, vom Geomar Helmholtzzentrum für Ozeanforschung in Kiel. Angesichts drohender Investitionskosten in Billionenhöhe im Gebäudebestand würde ich gern mit ihm über die Nutzen-und-Kosten-Relation des Klimaschutzes in der Immobilienwirtschaft sprechen. Er wohnt übrigens einen Hauseingang von mir entfernt und hätte es nicht weit in die Marsbar. Also Herr Prof. Latif, sollten Sie ein ebenso gutes Presseclipping haben wie die TU Darmstadt und das hier deshalb lesen, ich würde mich sehr freuen.

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