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Kommentar zu: „Wir wollen lernen müssen“

Bürokratie und Kosten abzubauen ist ein lobenswertes Ziel für eine Branche, die überwiegend aus Kleinstunternehmen und Mittelständlern besteht. Doch der Großteil der Einsparungen, die die Abschaffung der Weiterbildungspflicht für Immobilienmakler und -verwalter verspricht, sind die Kosten für Seminare selbst.

Janina Stadel
29. Januar 2026

Gerade in Tätigkeitsfeldern, deren Grundvoraussetzungen für die Ausübung so niedrigschwellig sind, sind Fortbildungen aber unerlässlich, um notwendige Kenntnisse aufzubauen.

Und das gilt nicht nur für die ersten Jahre von Berufsanfängern und den vielen Quereinsteigern beiden Feldern. Das rechtliche Umfeld für Verwalter ist in ständigem Wechsel. Neue Auflagen und Rahmenbedigungen müssen ihnen bekannt sein und Fachwissen regelmäßig aufgefrischt und angepasst werden.

Wir wollen lernen müssen
Makler und Verwalter verteidigen die gesetzliche Pflicht zur Fortbildung. Die geplante Abschaffung durch die Bundesregierung bringe kaum Entlastung im Berufsalltag. Stattdessen fürchten sie um ihren Ruf bei Auftraggebern und Kunden – und um die Qualität ihrer Dienstleistungen.

Fraglich ist ohnehin, ob der jetzige Pflichtumfang von weniger als drei Arbeitstagen innerhalb von drei Jahren dafür ausreicht. Wer am Markt bestehen will, muss weiter in seine Fachkenntnisse investieren. Die Kosten dafür bleiben gleich, egal, ob mit oder ohne gesetzliche Verpflichtung. Und wenn die Abschaffung der Pflicht auch keine Bürokratie in den Unternehmen reduziert, ist das nicht nur ein Eigentor, sondern selbst nur unnötige Arbeit für den Gesetzgeber und die Verbände.

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