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Jedes zweite Unternehmen will Personal einstellen

Die Personalverantwortlichen sehen bereits wieder einen Silberstreif am Horizont. Nachdem im vergangenen Jahr die Mehrheit versuchte, ihre Mitarbeiter zu halten, wollen sich jetzt 49% der Unternehmen wieder personell verstärken. Das zeigt die Umfrage zur Joboffensive unter Unternehmen der Immobilienbranche.

Sonja Smalian
20. August 2010

Die Einschätzung der Personaler für die kommenden Monate bis zum Frühjahr 2011 ist denn auch deutlich optimistischer als noch im vergangenen Jahr, 37% von ihnen rechnen mit einem Personalaufbau in der Immobilienbranche. Damit setzen mehr als doppelt so viele Befragungsteilnehmer auf Wachstum als noch 2009. Damals prophezeiten nur 14% einen Personalaufbau in der Branche. Die Mehrheit (40%) glaubte, dass sich der Personalbestand nicht verändern würde, und rund jedes dritte Unternehmen rechnete mit einem Personalabbau.

Ganz anders sieht das Votum der Personaler heute aus: Nur noch 14% der Teilnehmer gehen von weiterem Personalabbau in der Branche aus. Das Krisengewitter scheint nun also durchgezogen zu sein, und die Aussichten werden wieder besser.

FM-Unternehmen sind am optimistischsten

Besonders gut schätzen die Unternehmen aus den Teilsegmenten Facility-Management/Gebäudetechnik die Arbeitsmarktsituation in der Branche bis zum Frühjahr 2011 ein. Knapp drei Viertel (71%) der teilnehmenden FM-Unternehmen und damit deutlich mehr als der Unternehmensdurchschnitt insgesamt (37%) rechnen mit weiterem Personalaufbau. Von den Immobilienvermittlern erwarten 42% weitere Einstellungen.

Vermittler sehen keinen weiteren Personalabbau in der Branche

Was aber viel erstaunlicher ist: Die Vermittler sind die einzige Teilbranche, aus der keiner einen weiteren Abbau prognostiziert. Die Phase des Stellenabbaus hat die Branche nach Einschätzung der Makler abgeschlossen! Die nächste Umfrage im kommenden Jahr wird zeigen, ob sie damit Recht behalten.

In diesem Jahr haben die Personaler ihre Zukunftsprognosen aus dem vergangenen Jahr im Rückblick weitgehend bestätigt: Lediglich was den Personalabbau in der Branche anging, mussten sie ihr Urteil nachträglich dann doch nach oben korrigieren. Hatten ursprünglich nur 37% der Umfrageteilnehmer mit weiteren Entlassungen gerechnet, so hatten im Rückblick für die vergangenen zwölf Monate doch fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer eine Personalreduktion in der Branche beobachtet.

Im vergangenen Jahr hatten sich viele verschätzt

Auch für ihre eigenen Unternehmen haben sich die Personalverantwortlichen verschätzt und mehr Personal reduziert als ursprünglich vorhergesehen: 21% der teilnehmenden Unternehmen haben in den vergangenen zwölf Monaten von Frühjahr 2009 bis Frühjahr 2010 ihre Mitarbeiterzahlen reduziert, vorausgesagt hatten das im Jahr 2009 jedoch gerade mal 3%!

Die künftige Personalentwicklung in ihrem eigenen Unternehmen schätzen die Personaler positiver ein als die der gesamten Branche: 49% wollen ihren Personalbestand in den kommenden zwölf Monaten erhöhen. 2009 verfolgte nur ein Drittel der befragten Unternehmen dieses Ziel – so wenige wie noch nie zuvor in dieser Umfrage (s. Grafik). Die nun erfolgte Trendwende dürfte die Berufseinsteiger sicherlich freuen. Damit sind die Werte von 2004 wieder erreicht, aber das ist noch weit entfernt von dem Personaldruck, der im Jahr 2007 in der Branche herrschte, als noch mehr als 80% der Befragungsteilnehmer neue Mitarbeiter suchten. Einen weiteren Personalabbau planen 8% der Umfrageteilnehmer, und damit sogar mehr als im vergangenen Zeitraum!

Besonders FMler, Investoren und Vermittler suchen Personal

Personelle Verstärkung suchen am häufigsten die Immobilienvermittler (75%), gefolgt von Unternehmen aus dem Bereich Facility- Management/Gebäudetechnik (71%) und dem Investment (67%). Bereits in den vergangenen zwölf Monaten hatten vor allem FM’ler/Gebäudetechniker (57%) ihren Mitarbeiterstamm aufgestockt, ebenso wie jedes zweite Unternehmen aus dem Teilsegment Entwicklung/Planung/Bau.

Personal abgebaut hatten hingegen rund 30% der Unternehmen aus den Teilbranchen Immobilienmanagement/-verwaltung, Immobilienvermittlung und Immobilien-Dienstleistung. Ihr Personal ausgetauscht haben vor allem die Immobilienmanager/ -verwalter: Jedes dritte Unternehmen setzte Mitarbeiter frei, jedes zweite rekrutierte. So manch ein Maklerhaus dürfte sich von teuer eingekauften Mitarbeitern in der Krise wieder gelöst und diese durch günstigere „Einkäufe“ ersetzt haben.

Am häufigsten nachgefragt werden Mitarbeiter mit Berufserfahrung (64%), aber immerhin jede vierte Stelle ist für Berufseinsteiger reserviert. Insgesamt beziffern 71 der teilnehmenden 84 Unternehmen ihren konkreten Personalbedarf in den sechs Monaten bis zum Herbst 2010 zusammengerechnet auf 389, ein Plus von 10%. Die Trendwende scheint also erreicht zu sein. (sma)

Die Joboffensive 2010

Bereits seit zehn Jahren führt die Immobilien Zeitung die Joboffensive für die Immobilienwirtschaft durch. Ein wichtiger Bestandteil dieser Initiative ist die jährliche Umfrage zur Einschätzung des Arbeitsmarkts sowie zu Anforderungs- und Qualifikationsprofilen unter Unternehmen und Studenten der Immobilienwirtschaft. In diesem Jahr hat Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, die Schirmherrschaft für die Joboffensive übernommen.

84 Unternehmen, von denen etwa die Hälfte bis zu 50 Mitarbeiter beschäftigt, haben sich an der Umfrage beteiligt. Gleich stark vertreten waren die Teilsegmente Immobilienmanagement/-verwaltung und Immobilien-Dienstleistung (je 20%), gefolgt von den Vermittlern (15%) und den Asset-Managern/Vermögensverwaltern (13%). Alle Ergebnisse finden Sie im IZ-Karriereführer 2010/11 für die Immobilienwirtschaft, der auf www.iz.de (Buchshop) bestellt werden kann.

Sponsoren der Joboffensive 2010 sind die Aareal Bank, Bernd Heuer & Partner Human Resources, BNP Paribas Real Estate, Deutsche Hypo, DTZ, ECE, Gefma/Die Möglichmacher, Irebs Immobilienakademie, IVG Immobilien, Jones Lang LaSalle, KPMG, Messe München, mfi, RGM Gebäudemanagement und SEB Asset Management.

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