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Der Immobilienökonom läuft und läuft und läuft ...

Das Kontaktstudium Immobilienökonomie behauptet weiterhin seinen Platz in der immobilienwirtschaftlichen Bildungslandschaft. Daran konnte auch die Bologna-Reform mit der Einführung zahlreicher spezialisierter Bachelor- und Masterstudiengänge nichts ändern. Der 100. Jahrgang beginnt diesen Juli an der Irebs Immobilienakademie.

Sonja Smalian
09. Juli 2015
Bild: Pixelio.de/Marco Barnebeck

Eine solide immobilienwirtschaftliche Grundausbildung und eine gemeinsame Sprache für die verschiedenen Akteure rund um die Immobilie. Das seien die Ziele gewesen, als das Kontaktstudium Immobilienökonomie ins Leben gerufen wurde, sagt Prof. Dr. Tobias Just, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer der Irebs Immobilienakademie. Gerade in der Projektentwicklung müssten Architekten, Bauingenieure und Kaufleute einander verstehen. Zumal sich die Immobilie als Anlageform anders verhalte als Anleihen oder Aktien.

Ins Leben gerufen hatte das interdisziplinäre Weiterbildungsangebot Prof. Dr. Karl-Werner Schulte, Inhaber des ersten Lehrstuhls für Immobilienökonomie in Deutschland an der damaligen European Business School (EBS). Knapp 25.000 DM kostete die 60-tägige Weiterbildung an der ebs Immobilienakademie, die als erste Lehranstalt in Kontinentaleuropa von der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS) akkreditiert worden war. Später wechselte Schulte an die Universität Regensburg und bot den Immobilienökonom fortan an der neu gegründeten Irebs Immobilienakademie an. Inzwischen zählt allein das von ihm kreierte Kontaktstudium rund 3.500 Absolventen. Andere Institutionen entwickelten ähnliche Programme (siehe Kasten „Hier wird der Immobilienökonom gelehrt“ unten). Da es sich nicht um einen geschützten Begriff handelt, sind die verschiedenen Programme nicht einheitlich. Es gebe keine Absprache zwischen den Anbietern, sagt auch Just. Auf dem Zertifikat wird denn auch aufgeführt, bei wem der Abschluss erworben wurde. Auch wenn es das Wort Studium im Namen trägt, schließt der Immobilienökonom doch mit einem Zertifikat und nicht mit einem akademischen Grad ab.

So manch bekannter Immobilienprofessional rundete mit dem Kontaktstudium bei Schulte sein Immo-Know-how ab, darunter u.a. der frisch gewählte IVD-Vorsitzende Jürgen Michael Schick. Mit dem Abschluss konnten in der Vergangenheit vor allem Führungskräfte bei Personalern punkten, wie die Umfrage zur IZ-Joboffensive zeigt. Im Jahr 2005 sahen etwa 12% der Befragten den Abschluss als zwingend erforderlich für Führungskräfte an. Bei den Berufseinsteigern bewegte sich diese Einschätzung damals noch im mittleren einstelligen Bereich. Elf Jahre später, 2015, bewerten 11% der Personalverantwortlichen sogar bei Berufseinsteigern diese Qualifikation als „sehr wichtig“ und weitere 35% als „wichtig“. Damit liegt der Immobilienökonom zwar hinter den immobilienspezifischen Bachelor-, Master- und MBA-Abschlüssen, die von 68% bis 50% der Personalverantwortlichen als wichtige bzw. sehr wichtige Einstiegsqualifikation von Berufseinsteigern angesehen wird, aber er hat sich in einer immer weiter ausdifferenzierten immobilienwirtschaftlichen Bildungslandschaft seinen festen Platz erhalten. Und das, obwohl es längst mehr als 120 immobilienspezifische Bachelor- und Masterstudiengänge sowie eine Vielzahl von Intensiv-Weiterbildungen in Deutschland gibt.

„Ich glaube, dass das Kontaktstudium deswegen nicht stirbt, weil es für alle Quereinsteiger denselben Zweck erfüllt wie vor 25 Jahren“, sagt Just. Quereinsteiger in die Branche seien u.a. für Versicherungen, Pensionskassen oder Family-Offices tätig. Mehr als 90% der Irebs-Teilnehmer hätten ein Erststudium absolviert, u.a. in Architektur, BWL, VWL, Geografie, Stadtplanung, Jura oder Bauingenieurwesen. Während der Weiterbildung bauten sie sich ein Netzwerk auf, mit den Klassenkameraden, den Dozenten, der Alumni-Organisation Immoebs – oder mit neuen Familienmitgliedern. Ein, zwei Ehen seien durch das gemeinsame Studium schon gestiftet worden, sagt Just. Der hört inzwischen nicht selten den Satz „Mein Vater/meine Mutter war auch schon hier.“

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