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Immo-Schulung für Geografen

Die Immobilienwirtschaft ist ein attraktiver Arbeitgeber – auch für Geografiestudenten. Die konnten Anfang September in einer zweiwöchigen Summer School ihr immobilienspezifisches Know-how an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt am Main vertiefen. Unter den Referenten aus der Praxis waren zahlreiche Geografen, die den baldigen Berufseinsteigern auch einen Einblick in ihre Karrierewege gaben.

IZ
25. September 2008

45 Studenten, die meisten davon mit dem Hauptfach Geografie, waren für die erste Summer School Real Estate Market Research für zwei Wochen nach Frankfurt gekommen. Das IG-Farben-Haus auf dem Campus Westend war nicht nur Unterrichtsort für die Gruppe, sondern auch Studienobjekt. Bei der Bearbeitung einer Projektentwicklungs- Fallstudie mussten die Studenten klären, ob sich das neunstöckige Gebäude auch als Hotel nutzen ließe.

Ins Leben gerufen hatte diese Weiterbildung speziell für Geografen Prof. Dr. Susanne Heeg vom Institut für Humangeographie. Mit der immobilienwirtschaftlichen Sommerschule wollte sie zum einen die Methoden der Regional-, Standort- und Marktanalyse vertiefen. Zum anderen sollten sich die Studenten über die verschiedenen Einsatzbereiche für Geografen in der Immobilienwirtschaft informieren können. Ein Konzept, das auf großes Interesse stieß. Knapp 80 Bewerber zählte Heeg, hinzu kamen zahlreiche weitere Anfragen, zum Teil auch von Beschäftigten in der Immobilienwirtschaft. Teilnehmen durfte jedoch nur, wer mit seinen Praktika, seinen Englischkenntnissen und einem Motivationsschreiben überzeugen konnte – und noch Student war. „Wir hatten durchweg sehr gute Bewerber“, sagt Dr. Sabine Dörry, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut.

Mehr als 80 Bewerber – zu wenige Angebote im Studium

Fast alle der meist zwischen 26- bis 30jährigen Teilnehmer von rund 25 verschiedenen Hochschulen bundesweit haben schon erste Erfahrungen in der Immobilienbranche gesammelt, drei gar ein Jobangebot in der Tasche. Die Studenten bedauerten, dass ihre Hochschulen zu wenige immobilienwirtschaftliche Lehrveranstaltungen anböten. Umso positiver fiel denn auch das Urteil für den zweiwöchigen Intensivkurs aus: Alle würden wieder daran teilnehmen. Denn jetzt seien viele Zusammenhänge erst deutlich geworden. Die Theorien und Modelle seien mit der Praxis verknüft worden, lobte Christian Dietrich. Während der vielen Unterrichtsstunden hatten sich die Studenten nicht nur mit staatlichen Planungsrichtlinien, den Analysemethoden und der Finanzierung beschäftigt, sondern auch mehrere Fallstudien im Team bearbeitet sowie die Europäische Zentralbank und Corpus Sireo besucht.

Tipps zum Berufseinstieg und Einblicke in die Praxis

Dankbar waren die Studenten auch für die angebotene Hilfe der Referenten bei der Eingrenzung von Diplomarbeitsthemen und die zahlreichen Tipps zum Berufseinstieg, die ihnen die Immobilienprofis, viele darunter selbst studierte Geografen, gaben. Er habe während der zwei Wochen ein konkretes Bild von dem Berufsfeld Immobilie bekommen, so Dietrich. Die Referenten hätten bewiesen, dass es für Geografen auch Jobs jenseits des Researchs in der Immobilienwirtschaft gebe, betont Verena Isenberg, die noch eine Prüfung vom Studienende trennt.

Referent Jan Hebecker, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Justus-Liebig-Universität Gießen und zuvor für DaimlerChrysler Real Estate tätig, hätte sich während seines Geografiestudium auch so eine Veranstaltung gewünscht. Er schätzt die Berufsaussichten für Geografen in der Branche als nicht schlecht ein. Der Einstieg klappt seiner Meinung nach am besten über Praktika – wie einst bei ihm – oder eine spezielle Weiterqualifikation. Ihr immobilienspezifisches Wissen sollen Studenten auch künftig vertiefen können, so Heeg. „Eine Fortsetzung der Summer School ist geplant.“ (sma)

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