Hochschule bringt Studenten nach Dubai und Singapur
Studienangebot. Ein neuer Masterstudiengang an der Hochschule Fresenius ermöglicht Exkursionen ins Ausland. Aber auch am Campus in Berlin geht es um internationale Märkte und Besonderheiten der Immobilienwirtschaft in verschiedenen Staaten.
Für Masterstudenten der Hochschule Fresenius soll es künftig regelmäßig von Berlin aus nach Dubai und Singapur gehen, wenn an der Hochschule ab dem Wintersemester der Masterstudiengang International Real Estate läuft. Die Idee dazu entwickelte der Studiendekan Bernd Hoepfner aus einem bestehenden Angebot heraus.
„Seit 2020 haben wir ein Wahlpflichtmodul zum Thema in den bestehenden Studiengang Immobilienwirtschaft integriert“, berichtet er. Auch in diesem Rahmen sind bereits internationale Exkursionen möglich. „Im Frühjahr 2021 waren wir mit einem Dutzend Studenten in New York. 2026 waren es schon mehr als 50, die sich einer Studienreise nach Dubai angeschlossen haben“, beschreibt Hoepfner das steigende Interesse, vor allem an Studienreisen, die Einblicke in den arabischen Immobilienmarkt ermöglichen.
„Der deutsche Immobilienmarkt befindet sich auch Jahre nach der Corona-Krise noch immer in einem Tief. Für Investoren bleibt das Ausland interessanter“, erklärt er. Das gelte auch für den asiatischen Raum. Im Masterstudium sollen deshalb neben Touren nach Dubai auch Aufenthalte in Singapur angeboten werden.
Der Standort in China sei für deutsche Studenten interessant mit Blick auf das dortige Wohnungsmarktmodell, bei dem der Staat mitmischt. Singapurs gewerblicher Immobilienmarkt zeichne sich aber auch durch die guten Anbindungen an internationale Handelsrouten aus. Nicht zuletzt lohne es sich, dort die Stadtentwicklung zu beobachten, die in außergewöhnlichem Tempo voranschreite. In Dubai sollen hingegen Themen wie das dortige Jahressystem für Mietvertragsmeldungen im Fokus stehen. Durch sie erhält der Staat regelmäßige Einblicke, wer – egal, ob gewerblich oder privat – Mieter und Vermieter ist und welche Preise pro Quadratmeter bezahlt werden.
Neben Besichtigungen von Baustellen und Immobilien und Besuchen bei Unternehmen wie dem Bauträger Emaar Properties steht in Dubai aber auch das Hochschulleben auf dem Plan. Dafür gibt es Treffen mit Partneruniversitäten, zuletzt mit der American University in Dubai, wo die Studenten aus Deutschland in Workshops auf Architekten trafen. „Hier soll ein Austausch in zwei Richtungen stattfinden. Nicht nur unsere Studenten erhalten Einblicke in die Herangehensweisen vor Ort. Sie sollen auch ihre Ansichten und Ideen mit den dortigen Studenten teilen.“
Aus Sicht der Hochschule soll mit dem neuen Studienangebot aber nicht nur das Netzwerk zu Partnerunternehmen und Praxispartnern erweitert werden. Es soll auch eine größere Zielgruppe von Studenten angesprochen werden. Im Vordergrund stehen vor allem englischsprachige Interessenten, weshalb der Unterricht auch auf dem Berliner Campus in Englisch gehalten wird. „Nicht zuletzt aus meiner Tätigkeit an Hochschulen an anderen Standorten, wie gerade vor kurzem für eine Vorlesung in Paris, weiß ich, dass immobilienwirtschaftliche Studiengänge ohnehin seit einigen Jahren immer internationaler werden.“
Reaktion auf internationales Studieninteresse
Gerade über das Austauschprogramm Erasmus fänden sich an den Hochschulen oft Studenten aus ganz Europa, die sich schon während des Studiums über die Märkte in verschiedenen Ländern informierten, berichtet Hoepfner. Der spezialisierte Master soll deshalb nicht nur auf das Marktgeschehen im Ausland vorbereiten, sondern enthält auch Module zu den jeweiligen Rollen von Staaten, Herangehensweisen in der Stadtentwicklung und zu Finanzierungsthemen.
Die Einstiegshürden will die Hochschule möglichst gering halten. So wurden die Lehreinheiten mit Absicht so konzipiert, dass im ersten Semester alle Grundlagen und Grundfragen der Immobilienwirtschaft von der Projektentwicklung über Assetklassen, Recht, Immobilienmarketing und Finanzierung noch einmal im Schnelldurchlauf behandelt werden, damit alle auf dem gleichen Stand sind, unabhängig vom Schwerpunkt ihres vorausgegangenen Bachelor-Abschlusses. Die Teilnahme an den Exkursionen ist dann freiwillig und keine Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss. Für Hoepfner ist sie jedoch eindeutig „das i-Tüpfelchen des Studiums, um einen Live-Eindruck zu bekommen und erste internationale Kontakte knüpfen zu können.“
Auf sein Netzwerk ist der Studiendekan besonders stolz. Er hat es in den vergangenen Jahren aufgebaut, um passende Themen für die Ausbildung zu finden und um die Studienreisen überhaupt möglich zu machen. Nicht zuletzt gehöre bei der Dubai-Reise schon seit Jahren ein Besuch beim deutschen Konsulat fest zum Programm. Der Mehrwert davon habe sich in diesem Februar gezeigt, als die Studenten kurz vor dem Angriff auf Dubai vor Ort waren und im deutschen Konsulat sichergehen konnten, über aktuelle Geschehnisse frühzeitig informiert zu werden.
Die Hochschule Fresenius bietet den Masterstudiengang International Real Estate erstmals im Wintersemester 2026/2027 an. Ein Einstieg ist dann halbjährlich möglich. Pro Startsemester sind 20 Studienplätze vorgesehen. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Der Studiengang ist als Vollzeitstudium über vier Semester angelegt und wird zunächst nur am Standort Berlin angeboten. Der Studiengang Master Real Estate mit dem Wahlpflichtmodul „International Real Estate“ bleibt zusätzlich an weiteren Standorten bestehen.
Janina Stadel
Aktuelle Top-Jobs
Gutachterin / Gutachter Immobilienbewertung (w/m/d)
Mitarbeiterin / Mitarbeiter für das Baumanagement (w/m/d)
Vertragsmanagerin / Vertragsmanager im strategischen Einkauf für Entsorgungsleistungen & Analysen (w/m/d)
Bauprojektmanager (m/w/d)