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Ein Deutscher führt bald den Weltkonzern JLL

Christian Ulbrich übernimmt im Oktober den Chefposten beim globalen Immobiliendienstleister JLL und wird damit die Gesamtverantwortung für die strategische Ausrichtung und das weitere Wachstum des Konzerns innehaben.

Monika Leykam
01. September 2016
Ulbrich auf der diesjährigen Immobilienmesse Mipim.
Bild: mol

Damit dürfte erstmals ein Deutscher in die vorderste Riege der angelsächsischen Beratungsriesen vorgestoßen sein. Der derzeit amtierende CEO Colin Dyer wird Ende September offiziell seinen Stuhl räumen und zum Jahresende in den Ruhestand gehen. In den letzten drei Monaten dieses Jahres wird Dyer aber weiterhin für die Konzernstrategie in den Bereichen Daten, Information und Analyse verantwortlich sein. 2017 bleibt er JLL als Berater verbunden.

Sein Nachfolger Christian Ulbrich hat sich seit 2005 in der Konzernhierarchie Stück für Stück nach oben gearbeitet – erst als Deutschland-Geschäftsführer, ab 2009 als Verantwortlicher für die Region Emea, wo er den Umsatz binnen sechs Jahren verdreifachte. Nun übernimmt er die Spitze des börsennotierten globalen Immobiliendienstleisters.

Das ist keine Selbstverständlichkeit in dieser Branche, wo die erste Reihe traditionell von Männern aus dem angelsächsischen Raum besetzt wird. Dyer ist Brite, ebenso wie der Savills-CEO Jeremy Helsby. Der aktuelle CEO von CBRE, Bob Sulentic, und Brett White, Chef von Cushman & Wakefield, sind US-Amerikaner, Colliers-CEO und Miteigentümer Jay Hennick stammt aus Kanada. Platzhirsche in der Szene sind CBRE (Börsenkapitalisierung: 10,3 Mrd. USD) und JLL (5 Mrd. USD). Hier stammen beide Vorgänger der aktuell amtierenden CEOs, Brett White (CBRE) und Stuart L. Scott (JLL), ebenfalls aus den USA.

Ulbrich kümmert sich bereits seit Februar dieses Jahres als JLL-President um die regionalen Aktivitäten des Konzerns weltweit sowie um das Wachstum des Konzerns durch die Übernahme weiterer Unternehmen. Diese Tätigkeit galt unter Insidern als Vorstufe für den Übergang in die künftige globale CEO-Funktion. Im Oktober endet damit bei JLL auch die Verteilung der Funktionen von CEO und President auf verschiedene Personen – Ulbrich wird dann beide Positionen belegen. Auch das ist branchenüblich. Wie für Dyer wird für Ulbrich das Thema Technik und Digitalisierung weiterhin besonders im Vordergrund stehen. Er nennt die „Führungsposition in der digitalen Revolution“ als wichtiges Ziel seiner weiteren Führungsarbeit.

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