BNPPRE erobert den Platz neben Dresco und CBRE
Top-Arbeitgeber. Drees & Sommer bleibt auch 2026 Spitzenreiter in der Gunst der Studierenden immobilienwirtschaftlicher Studiengänge. CBRE verteidigt im IZ-Arbeitgeberranking Rang zwei. Commerz Real verliert seinen Podestplatz nach nur einem Jahr an BNP Paribas Real Estate. Auch auf den weiteren Plätzen der Top Ten gibt es Veränderungen.
Zum vierten Mal in Folge hat sich Drees & Sommer den ersten Platz im Ranking der Arbeitgeber der Immobilienwirtschaft gesichert. Damit ist das Unternehmen genauso lange der Favorit der Berufseinsteiger, wie Diana Wiedmann als Chief Human Resources Officer für das Personal und seine Entwicklung verantwortlich ist.
Seit sie 2023 aus der Pharmaindustrie zu Drees & Sommer wechselte, setzt sie vor allem auf eins: direkten Kontakt zum Nachwuchs. Als Gastgeber der diesjährigen MAT-Award-Verleihung in Berlin gab das Unternehmen Einblicke in seine Räumlichkeiten. Aber auch von Begegnungen mit Dreso- Vertretern bei Karrieremessen wie dem Career Day am letzten Tag der Expo Real und Einladungen durch Netzwerke berichten die 473 Studenten, die in diesem Jahr bei der Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung (IZ) ihren Wunscharbeitgeber genannt haben.
Diese persönlichen Auftritte, das lässt sich Drees & Sommer etwas kosten. Rund 30% des Jahresbudgets für Employer-Branding-Maßnahmen hat das Unternehmen laut Wiedmann im vergangenen Jahr in die Gewinnung von Nachwuchskräften gesteckt.
Bleibende Eindrücke durch persönlichen Kontakt
Als Zweitplatzierter, einen Rang tiefer, schweigt CBRE zwar über seine Ausgaben, doch Geschäftsführer und Head of People Mike Schrottke beschreibt eine ähnliche Strategie, um Nachwuchstalente auf Karrieremöglichkeiten aufmerksam zu machen.
In den vergangenen zwei Jahren habe das Unternehmen seine Bemühungen, direkt auf Studenten und Berufseinsteiger zuzugehen, gezielt ausgebaut, „besonders hervorzuheben ist, dass wir unsere Präsenz auf Karrieremessen deutlich gesteigert haben und unsere Kooperation mit Hochschulen und insbesondere Netzwerken weiter intensiviert haben“, sagt Schrottke. Das bestätigen Dozenten von mehreren Hochschulen und berichten, dass Treffen oder gemeinsame Events häufig von CBRE ausgehen und somit gar nicht erst angefragt werden müssen. Die Talente danken das Engagement mit einem festen Silberplatz, der inzwischen zum achten Mal in Folge an das Unternehmen geht.
Platz 2: CBRE
Platz 3: BNP Paribas Real Estate
Frisch aufs Treppchen gestiegen ist BNP Paribas Real Estate (BNPPRE). Nicht selten vergaben die Studenten ihre drei Stimmen an eine Kombination aus genau den drei Gewinnern. Zu BNPPRE zieht es vor allem Fachhochschul- und Bachelor-Studenten. Die meisten Stellen für Neueinsteiger hat das Unternehmen in den Abteilungen Property-Management und Transaction anzubieten. Und das scheint gut kommuniziert zu werden, denn fast ein Viertel der BNPPRE- Wähler:innen würde am liebsten in genau diesen Feldern einsteigen. Über Möglichkeiten und offene Stellen informiert die Beraterfirma ebenfalls bei Messen. Doch Head of Human Resources Stephan Domke ergänzt: „Darüber hinaus spielen Empfehlungen aus unserem Mitarbeiternetzwerk eine wichtige Rolle.“ Auf die kann sich das Recruiterteam verlassen, denn was alle drei Unternehmen auf dem Siegertreppchen gemeinsam haben, sind zufriedene Praktikanten.
Über die Hälfte aller Nennungen als Top-Arbeitgeber, die an BNPPRE gingen, stammten von ehemaligen studentischen Kräften. Sie lobten vor allem die Unternehmenskultur und das feste Teamgefüge, die sie vor Ort erleben konnten. CBRE hat bei etwa jedem Fünften der für es Abstimmenden einen bleibenden Eindruck nach einem Praktikum oder einer Werkstudententätigkeit hinterlassen und sich so als persönlichen Top-Favoriten qualifiziert. Bei Drees & Sommer waren sogar mehr als zwei Drittel aller Stimmen auf persönliche Erfahrungen im Unternehmensalltag zurückzuführen.
Und diese Ex-Teammitglieder haben tatsächlich gute Chancen auf eine Fortführung. Bei BNPPRE wurden in den letzten drei Jahren aus 20 studentischen Kräften Festangestellte, und bei CBRE heißt es: „Solche Übergänge kommen regelmäßig vor und sind ein wichtiger Bestandteil unserer Nachwuchsförderung“, wobei beide Unternehmen betonen, dass Timing und Teamfit passen müssen.
Auf diese Art der Nachwuchsgewinnung sind auch Art-Invest und Goldbeck aus. Die beiden baunahen Firmen teilen sich punktgleich den vierten Platz. Dabei hat Art-Invest, passend zum Schwerpunktgeschäftsfeld, die meisten Punkte von angehenden Projektentwicklern eingesammelt. Goldbeck hingegen bekam vor allem Stimmen von Bauexperten: Von allen Umfrageteilnehmern, die ihre Zukunft in der Bauwirtschaft sehen, will fast jeder vierte seine Karriere bei dem Familienunternehmen starten. Den zweithöchsten Anteil der Goldbeck-Wähler bilden angehende Architekten und Bauingenieure.
Platz 4: Art-Invest
Platz 4: Goldbeck
Ebenfalls eine Doppelbelegung gibt es gleich dahinter. Commerz Real und JLL teilen sich Rang sechs. Dabei waren beide 2025 noch weiter oben im Ranking zu finden. Für Commerz Real bedeutet die Platzierung den Abschied vom Siegertreppchen, denn 2025 schaffte es das Unternehmen auf Rang drei. JLL rutscht von Platz vier ab und kommt somit zum schlechtesten Ergebnis seit mehr als zehn Jahren (siehe „Ex-Seriensieger JLL geht weiter auf Talfahrt„).
Dass es auch in die andere Richtung geht, zeigen die nächsten Plätze. So zieht auf Rang acht nach einem Jahr Pause wieder das Maklerhaus Engel & Völkers (E&V) in die Top Ten ein. Auf dem IZ-Karriereforum in Frankfurt im Frühsommer weckte das Unternehmen bei den Besuchern Interesse durch sein spezielles Jobmodell: Gesucht werden Makler, die nach einer Ausbildung auf Kosten von E&V selbstständig unter der Marke arbeiten. Dieses Tätigkeitsverhältnis war für rund 65% der E&V-Wähler das ausschlaggebende Argument.
Und die Assetklasse Premiumwohnimmobilien scheint zu überzeugen. Eine Bachelorstudentin, die kurz vor Abschluss ihres Studiums in Immobilienwirtschaft steht und die Assetklasse Wohnen als „immer gefragt“ ansieht, hält das Maklergeschäft für eine gute Möglichkeit, den Markt in einer Region genau kennenzulernen. Ein Masterabsolvent von der TU Dortmund, der sich noch nicht auf einen Standort festlegen will, sieht im E&V-Konzept die Chance, nach einigen Jahren den Lebensmittelpunkt in eine andere Region zu verlegen, ohne den Arbeitgeber wechseln zu müssen.
Dahinter feiert ECE ein Comeback der Extreme: Im letzten Jahr von Rang sechs auf 31 abgestürzt, schafft es ECE auf Platz neun und somit zurück in die Top 10. Als Betreiber von Shoppingcentern bedienen die Hamburger für den Geschmack der Berufseinsteiger:innen eine schwierige Assetklasse. Nur ein Bruchteil aller Teilnehmer der IZ-Umfrage will seinen beruflichen Schwerpunkt auf Einzelhandelsimmobilien legen (siehe Beitrag „Studenten setzen auf Wohnen“ auf dieser Seite). Punkten kann ECE aber damit, dass die Tätigkeiten im Unternehmen über die bloße Vermietung hinausgehen und der Einsatz direkt in einem Center die Zahl der möglichen Arbeitsorte erhöht.
Den Abschluss der zehn Besten macht in diesem Jahr ein Neueinsteiger. LBBW Immobilien hat sich seit 2025 fünf Plätze hochgekämpft. Jan Gatter, Head of People and Services, fasst die Hauptargumente bei der Suche nach Nachwuchskräften zusammen: „Wir arbeiten transformativ, partnerschaftlich sowie nachhaltig und haben einen starken Gesellschafter im Rücken.“ Bei Letzterem bezieht er sich auf die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), die die Geschäftsbereiche Development, Investment- und Asset-Management und Kommunalentwicklung an die Tochtergesellschaft ausgelagert hat. Damit überzeugt das Unternehmen zwar keine Absolventen, die es später beruflich ins Ausland zieht, weckt aber Interesse bei zukünftigen Immobilienprofis aus ganz unterschiedlichen Schwerpunktfeldern.
PLatz 8: Engel & Völkers
Platz 9: ECE
Platz 10: LBBW Immobilien
Die Top Ten verlassen mussten der Immobiliendienstleister Savills und die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die sich 2025 Platz neun teilten. Zwar trauen die Studenten Savills (Platz 11) noch immer gute Karriereperspektiven durch den internationalen Ruf des Unternehmens zu und sehen die Bima (Platz 14) als sicheren Arbeitgeber, doch für einen Rang unter den ersten Zehn haben die Punkte bei beiden nicht mehr gereicht. Zudem musste sich die Bima in diesem Jahr die Stimmen derjenigen, die eine Karriere bei einem staatlichen oder kommunalen Arbeitgeber anstreben, teilen. Im Vergleich zu 2025 nannten die Berufseinsteiger:innen eine größere Breite an Behörden als Wunscharbeitgeber, darunter die Stadt Zwickau, das Tiefbauamt Augsburg, Jena Wohnen und landeseigene Behörden zum Erhalt von Schlössern und Gärten.
Die Bandbreite an Unternehmen, die den Studenten vor dem eigentlichen Berufseinstieg bekannt sind, wird also größer. Das gilt auch für die Privatwirtschaft. Im Jahr 2025 setzten die Studentinnen und Studenten 128 unterschiedliche Unternehmen auf ihren persönlichen Platz eins. Ein Jahr später stehen 159 Firmennamen auf der Liste. Für die Arbeitgeber bedeutet dieser Trend in den kommenden Jahren einen größeren Konkurrenzkampf um die besten Köpfe für die Zukunft der Immobilienbranche.
An der diesjährigen Arbeitsmarktumfrage der Immobilien Zeitung (IZ) nahmen im Frühjahr 473 Studenten von Hochschulen in ganz Deutschland teil. Sie alle werden ihren Bachelor- oder Masterstudiengang in einem Fach mit immobilienwirtschaftlichem Bezug spätestens im kommenden Jahr abschließen und anschließend ihre Karriere in der Branche starten. Im Rahmen der Umfrage konnten sie frei bis zu drei Unternehmen benennen, für die sie nach ihrem Studium gerne arbeiten würden. Zudem berichteten sie von ihren ersten Praxiserfahrungen während Praktika oder als Werkstudenten und beantworteten Fragen zu ihren Vorstellungen von einem guten Arbeitgeber.
Janina Stadel