Immobilienprofis im Porträt: Stefan Claus
Stefan Claus ist in Berlin aufgewachsen und wohnt dort bis heute mit seiner Frau und seinen Kindern. Mit ihnen verbringt er am liebsten seine Freizeit und nutzt diese Momente, um sich von seinem Job zu erholen. Tagsüber trifft man den Familienvater bei BEB+ Immobilien an. Er ist Geschäftsführer bei dem Immobilienverwalter und schätzt vor allem die unternehmerische Seite seiner Funktion.
Wie und wo möchten Sie im Alter gerne wohnen?
Tendenziell zieht es mich in die Berge. Meine Frau wiederum tendiert eher Richtung Meer. Wir sind da noch in der Verhandlung, wahrscheinlich wird es am Ende eine Kombination aus beidem. Ganz ohne Verbindung zu unserem Unternehmen kann ich mir das Leben allerdings auch im Alter nicht vorstellen.
Womit haben Sie als Erwachsener zum ersten Mal Geld verdient?
Mein erstes richtiges Geld habe ich während eines Praktikums bei BMW in London verdient. Ich war dort im Motorradbereich tätig, direkt nach der Bundeswehrzeit und vor dem Studium. Während des Studiums kamen weitere Praktika dazu, und mein erster richtiger Job war dann in der Managementberatung in Düsseldorf.
Wie haben Sie dann Ihren Weg in die Immobilienbranche gefunden?
Ich bin nicht über einen Konzern in die Branche gerutscht, sondern über das Familienunternehmen. Nach dem Studium und ein paar Jahren in der Beratung war die Zeit reif, in dem Unternehmen Verantwortung zu übernehmen, das mein Großvater vor 80 Jahren aufgebaut hatte. Immobilien haben mich schon immer fasziniert, sowohl technisch als auch architektonisch, aber auch, weil sie für Menschen ein Lebensmittelpunkt sind.
Was finden Sie an der Immobilienbranche besonders gut?
Jeder Mensch braucht ein Dach über dem Kopf, daran arbeiten wir. Die Enteignungsdebatte in Berlin war für mich daher ein Bruch, weil sie unsere Aufgabe so fundamental falsch interpretiert. Schätzen tue ich aber die Resilienz: Trotz aller Krisen machen viele weiter, investieren, schaffen Werte. Das verdient Respekt.
Und was stört Sie?
Dass wir es als Branche bislang nicht geschafft haben, unsere enorme gesellschaftliche Bedeutung positiv darzustellen. Statt als Teil der Lösung gelten wir oft als Teil des Problems. Dabei schaffen wir Wohnraum, den Lebensmittelpunkt der meisten Menschen. Gleichzeitig gibt es schwarze Schafe, wie in jeder Branche, deren Fehlverhalten dann auf alle abstrahlt. Das ärgert mich, weil die große Mehrheit solide arbeitet und Verantwortung übernimmt.
Was braucht man Ihrer Einschätzung nach, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?
Man braucht einen starken inneren Antrieb und eine gewisse Frusttoleranz. Unternehmertum bedeutet, dass Dinge auch mal schiefgehen, und genau dann muss man weitermachen. Fehler gehören dazu, entscheidend ist, dass man daraus lernt. Und man muss Verantwortung übernehmen, für Mitarbeiter, Investoren, Partner. Allein kommt man da nicht weit, ohne ein starkes Team geht es nicht.
Warum würden Sie jungen Menschen raten, in die Immobilienbranche einzusteigen?
Gutes Zahlenverständnis, ein langer Atem und die Liebe zur Immobilie sind gefragt. Die Branche ist keine Sprintstrecke. Gleichzeitig muss man Lust auf Menschen und Gesellschaft haben. Immobilien sind nicht nur Zahlen, sondern immer auch Lebensräume. Und man sollte bereit sein, ständig dazuzulernen.
Wie feiern Sie Erfolge – sowohl die beruflichen als auch die privaten?
Im Unternehmen ganz klassisch mit einem Glas Sekt und dem Team. Privat eher mit meiner Frau, bei einem guten Essen, manchmal auch mit einem Glas Champagner. Ich brauche dafür keine große Bühne. Und zu Hause lieben wir mexikanische Wraps mit den Kindern. Für die Kinder eine Riesenschweinerei, für uns Eltern ein Stück Familienzeit.
Und wie gehen Sie mit Misserfolgen um?
Am Anfang ärgere ich mich natürlich. Dann kommt sofort die Analyse: Warum ist es passiert? Was können wir ändern? Ein Fehler kann passieren. Ärgerlich wird es erst, wenn man denselben Fehler zweimal macht. Manchmal erkennt man auch, dass es gar nicht anders hätte laufen können, dann hake ich es ab und gehe weiter.
Was wären Sie heute gerne, wenn Sie nicht Immobilienprofi geworden wären?
Vermutlich wäre ich trotzdem Unternehmer. Ich habe große Freude daran, eigene Ideen konsequent umzusetzen, Verantwortung zu tragen und Dinge voranzutreiben. Das hätte ich sicher auch in einem anderen Bereich oder einer anderen Branche so getan.
Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?
Ein Wohn- und Geschäftshaus in der Turmstraße in Berlin-Moabit. Der Fonds war damals in Schieflage, mein Vater hat gezögert. Ich habe wochenlang auf ihn eingeredet, gerechnet, überzeugt und am letzten Tag das Vorkaufsrecht gezogen. Viel Risiko, viel Herzblut, doch am Ende ein Erfolg. Dieses Objekt steht für mich bis heute für Mut und dafür, dass man Verantwortung übernehmen muss, auch wenn es unbequem ist.
Und welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen, und warum?
Ich habe keine spezielle „Hassimmobilie“. Bevor man etwas abreißt, sollte man immer prüfen, ob sich nicht doch eine sinnvolle Umnutzung finden lässt, auch aus Nachhaltigkeitsgründen.
Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?
Wenn Vereinbarungen nicht eingehalten werden. Regeln und Absprachen haben für mich hohes Gewicht, ob im Geschäft oder privat.
Welches private Vergnügen kommt bei Ihnen manchmal zu kurz?
Zeit mit meiner Frau. Das kommt im Alltag leider oft zu kurz.
Wo oder wie können Sie am besten abschalten?
Am besten natürlich bei meiner Familie, meinen Kindern und meiner Frau. Ansonsten beim Sport oder der Gartenarbeit. Da bin ich ganz bei mir.
Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs.
Ich habe keinen festen Lieblingssong, Musik spielt in meinem Leben keine große Rolle. Früher war ich ein großer Guns-N’-Roses-Fan, das höre ich auch heute noch gerne, aber je nach Stimmung darf es auch mal etwas Ruhigeres sein.
Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an was …?
An viele spannende Eindrücke und gemeinsame Erlebnisse mit der Familie, Abenteuer, die man zusammen erlebt.
Homeoffice, Büro oder mobil in der Bahn – wo arbeiten Sie am häufigsten, wo am liebsten und warum?
Am häufigsten und am liebsten im BEB+ Office. Dort kann ich mich am besten konzentrieren und bin gleichzeitig nah am Team. Zu Hause ist mit Familie einfach mehr los, das lenkt ab.
Tanzen im Club, oder Essen im Restaurant: Wie gehen Sie am liebsten aus?
Heute gehe ich meist mit meiner Frau ins Restaurant, manchmal mit anschließendem Barbesuch, wenn der Babysitter noch Zeit hat. Clubs sind lange her, aber ab und zu gibt es private Feiern mit Freunden, die auch mal länger gehen. Wir haben ein paar Lieblingsrestaurants in der Nähe, nicht unbedingt kulinarisch spektakulär, aber mit Kinderspielplatz nebenan.
Mit wem – außer Ihrer Familie – würden Sie gerne mal einen Abend verbringen?
Mit einem Politikjournalisten wie Robin Alexander. Mich interessiert, wie politische Entscheidungen wirklich zustande kommen. Nicht die Schlagzeilen, sondern das, was dahinter liegt, interessiert mich.
Verraten Sie uns noch Ihr Lieblingsgericht?
Ein gutes Steak oder eine krosse Ente.
Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag das Leben tauschen? Warum?
Mit dem Bundeskanzler. Ich würde für einen Tag die Richtlinienkompetenz nutzen, ein paar Weichen stellen und dann auch gleich wieder aussteigen. Unternehmerisch denke ich in Geschwindigkeit. Politik ist mir da oft zu langsam.
Sie haben 100.000 Euro zur freien Verfügung und müssen das Geld komplett ausgeben – welchen Traum erfüllen Sie sich?
Ich könnte 100.000 Euro nicht einfach so ausgeben, das widerspricht meinem Naturell. Ich würde das Geld investieren.
Die Fragen stellte Janina Stadel.
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