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Späte Beurlaubung

Mathias Müller, Präsident der Frankfurter Industrie- und Handelskammer, ist in seiner Funktion als Geschäftsführer der Wiesbadener Wohnungsgesellschaft GWW erst im letzten Quartal 2010 beurlaubt worden – deutlich später als erwartet.

Lars Wiederhold
10. März 2011
Mathias Müller.
Bild: IHK

Die Beurlaubung war nämlich bereits im Mai 2009 – wenn auch ohne Angabe eines konkreten Termins – angekündigt worden. Müller hatte nach eigener Auskunft dem Wiesbadener Oberbürgermeister und Aufsichtsratschef der GWW, Helmut Müller, nach seiner Wahl zum IHK-Präsidenten im April 2009 angeboten, die Geschäftsführung der GWW wegen der Arbeitsbelastung als IHK-Präsident ruhen zu lassen. Besagte Doppelbelastung Mathias Müllers war damals öffentlich diskutiert worden.

Ebenfalls für Diskussionen hatte gesorgt, dass Müller bei seiner Präsidentschaftskandidatur nur seine Beratertätigkeit in Hofheim am Taunus, aber nicht seine GWW-Funktion angegeben hatte. „Bei meiner Wahl war meine Tätigkeit als Geschäftsführer der Wiesbadener Immobilienunternehmen GWW und WIM bekannt“, sagt dazu Mathias Müller.

Wiesbadens Oberbürgermeister hat gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung die lange Zeitspanne bis zur Beurlaubung seines Namensvetters damit begründet, dass zunächst geklärt werden musste, wie das Rückkehrrecht zur GWW, das sich Mathias Müller ausbedungen habe, rechtlich zu regeln sei. Dies sei in der Privatwirtschaft ein komplizierter Fall.

Während dieser Klärung liefen die Gehaltszahlungen der GWW an Müller weiter: Für 2009 weist der Wiesbadener Beteiligungsbericht für die GWW ein Jahreseinkommen Müllers in Höhe von 226.268,97 Euro aus – mehr als im Jahr 2008.

„Ich habe mich nie öffentlich zu der Frage geäußert, ab welchem Zeitpunkt ich für die beiden Wiesbadener Unternehmen nicht mehr oder nur in eingeschränktem zeitlichen Umfang tätig sein würde“, sagt der IHK-Präsident.

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