← Zurück zur Übersicht

Rolf Buch spricht jetzt mehr Klartext als Kauderwelsch

„Rolf Buch spricht mehr Kauderwelsch als Klartext“, war vor einem Jahr in der Immobilien Zeitung zu lesen. Damals hatte der Chef des Wohnungskonzerns Vonovia bei einer Verständlichkeitsanalyse der Reden von DAX-CEOs schwach abgeschnitten. Buch hat sich die Kritik offenbar zu Herzen genommen: In der diesjährigen Analyse der Universität Hohenheim in Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt ist Buch der beste Aufsteiger und hat sich gleichsam aus der Abstiegszone auf die Europokalplätze vorgekämpft.

Harald Thomeczek
26. Juni 2017
Rolf Buch.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Frank Boxler

Der Kommunikationswissenschaftler Frank Brettschneider und sein Team nehmen seit 2012 die Reden der Vorstandschef auf den Hauptversammlungen unter die Lupe – und bewerten diese auf ihre rein formale Verständlichkeit auf einer Skala von 0 bis 20. Andere Faktoren, die mitspielen, wenn ein unbefangener Zuhörer einem Wirtschaftsboss lauscht – der Aufbau der Rede oder der Vortragsstil etwa – bleiben außen vor.

In diesem Jahr haben die DAX-30-Chefs bei der Analyse im Schnitt 14,4 Punkte erzielt. Damit haben sie sich zum fünften Mal in Folge verbessert. Am verständlichsten spricht Timotheus Höttges von der Telekom: Er stellt mit 19,8 Punkten einen Bestwert auf und ist nahe dran an der Perfektion. Aldo Belloni von Linde hingegen ist mit mageren 5,9 Zählern „nur wenig verständlicher als eine politikwissenschaftliche Doktorarbeit“, so Kommunikationsexperte Brettschneider.

Buch springt von Platz 25 auf Rang neun

Vonovia-Chef Buch schafft es unter den DAX-30-Fürsten mit ansehnlichen 16,9 Punkten ins obere Drittel, genauer: auf den neunten Platz. Auf Bundesligaverhältnisse umgerechnet hätte er damit den Sprung auf einen Europokalplatz gepackt. Und das, nachdem er im Vorjahr – als er erstmals mit am Start war – mit Platz 25 bzw. mauen 11,1 Zählern zu den Verlierern des Rankings gehörte. Doch damit nicht genug: Buchs Plus von 5,8 Punkten ist der größte Zugewinn, den einer der 30 Redner in diesem Jahr verzeichnete.

Der Hohenheimer Verständlichkeitsindex misst, wie gut auch Fachfremde – und nicht nur Analysten und sonstige Finanz- und Wirtschaftsexperten – den CEO eines börsennotierten Unternehmens verstehen können. Allergisch reagieren die Messinstrumente der Hohenheimer Kommunikationsforscher auf Bandwurmsätze, (zu viele) abstrakte Begriffe und zusammengesetzte Wörter sowie auf unerklärt verhallende Fachbegriffe.

Bei Buch fallen insbesondere der geringe Anteil von Fremdwörtern und der ebenfalls relativ kleine Anteil von Sätzen mit mehr als zwei Informationseinheiten auf. Auch zeichnet sich sein Vortrag formal dadurch aus, dass er viele Wörter enthält, die im Grundwortschatz vorkommen.

Köpfe
Bei Kanzlei HFK folgen auf Bernd Knipp drei neue Gesellschafter

Die Wirtschaftskanzlei HFK Rechtsanwälte hat nach dem Ausscheiden von Bernd Knipp drei Gesellschafter ernannt.

Köpfe
KPMG ernennt Markus Trost zum Partner

Markus Trost wird Partner im Bereich Deal Advisory des Wirtschaftsprüfers und Beraters KPMG in Deutschland. Er verantwortet dort Immobilienthemen und kommt von JLL.

Karriere
Vernetzen läuft besser in Bewegung

Neujahrsvorsätze. Damit die Motivation für regelmäßiges Training im Laufe des Jahres nicht nachlässt, treffen sich Hobbysportler aus der Immobilienbranche regelmäßig zum gemeinsamen Schwitzen. In der Gruppe bauen sie ihr berufliches Netzwerk und bereiten sich auf größere Herausforderungen gemeinsam vor.