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Immobilienprofis im Porträt: Cornelia Kind

Die 55-jährige Cornelia Kind ist kaufmännische Geschäftsführerin bei der GKK Ingenieurgesellschaft für Hochbau. Die gelernte Bauzeichnerin übernahm die Position 2023, nachdem sie das Unternehmen schon als Bauleiterin und Mitglied der Geschäftsführung kennengelernt hatte. Sie lebt seit ihrer Kindheit in Berlin und absolvierte dort auch ihr Studium zur Diplom-Ingenieurin und Architektin an der Technischen Universität. Abseits des Berufs verbringt die Mutter einer erwachsenen Tochter die meiste Zeit mit Sport, etwa auf dem Rennrad, im Fitnessstudio, als Schwimmerin oder je nach Wetterlage auch als Windsurferin.

Immobilien Zeitung
12. März 2026

Wie und wo wohnen Sie zurzeit?

Das mag für eine Architektin ungewöhnlich klingen, aber wir wohnen zur Miete im Altbau, und zwar im Hochparterre mit vorgelagertem Garten und mit minimalistischer Einrichtung im Bauhausstil.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz in der Wohnung? Und warum?

Unser Wohnzimmer. Es ist der Mittelpunkt unserer Wohnung, wo sich die Familie und Freunde treffen und sich aufhalten.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Während eines Praktikums auf der Baustelle habe ich viel gelernt und eine Zeit lang auch darüber nachgedacht, Maurerin zu werden. Daher kann ich zum Beispiel ganz ordentlich Wände und Decken verputzen. Ich arbeite regelmäßig in der eigenen Wohnung und auch bei Freunden.

Was muss die perfekte Wohnung unbedingt haben?

Minimalistische Architektur gepaart mit persönlicher Atmosphäre. Der Wohn- und Küchenbereich – der Treffpunkt des Hauses – sollte sich im Innen- und Außenraum verzahnen.

Wie und wo möchten Sie im Alter gerne wohnen? Haben Sie da schon konkrete Vorstellungen?

Ich bin eine „Stadtpflanze“ und kann mir daher nicht vorstellen, ausschließlich auf dem Land zu wohnen. Die Kombination aus dem Leben in einer Stadt wie Hamburg und auf meiner Lieblingsinsel Föhr finde ich hingegen sehr reizvoll.

Wann, wo und womit haben Sie als Erwachsene zum ersten Mal Geld verdient?

Ich habe auf Messen gearbeitet und habe auch als Praktikantin auf dem Bau Geld verdient.

Wie haben Sie den Weg in die Immobilienbranche gefunden?

Mein Vater war selbstständiger Architekt, ich wurde bereits im Kinderwagen über Baustellen geschoben und habe in der Schule Kunst als Leistungskurs gewählt. Mein Praktikum auf der Baustelle sollte sechs Monate dauern, am Ende wurden es neun. Da ich aufgrund des hohen Numerus clausus ganze viereinhalb Jahre auf einen Studienplatz warten musste, habe ich die Zeit unter anderem dazu genutzt, mich als Bauzeichnerin ausbilden zu lassen, und danach als Bauzeichnerin gearbeitet.

Was braucht man Ihrer Einschätzung nach, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Leidenschaft, den unbedingten Willen, etwas zu bewegen, und Durchhaltevermögen. Generell sollte man Freude daran haben, Verantwortung zu übernehmen, und bereit sein, viel zu arbeiten. Es ist ein anspruchsvoller, aber auch sehr erfüllender Job.

Was stört Sie in der Immobilienbranche?

Mein Eindruck ist, dass die Branche manchmal sehr behäbig ist. Ich habe manchmal das Gefühl, dass die Immobilienwirtschaft Herausforderungen nicht strategisch angeht, sondern nur punktuell. Bis sich dann etwas bewegt, vergeht oft viel Zeit. Das liegt aus meiner Sicht auch daran, dass die Regulatorik in Deutschland viel zu eng ist. Schaut man ins Ausland, hat man oft den Eindruck, dass dort die Regulatorik weniger ausgeprägt ist und in gewisser Weise einfach losgebaut wird.

Und was finden Sie besonders gut?

Die Bau- und Immobilienbranche ist ein bedeutender Wirtschaftszweig, wir bewegen viel. Und am Ende steht immer ein Produkt, das man sich anschauen kann. Wer in dieser Branche tätig ist, kann gestalten und trägt in gewisser Weise zur Veränderung der Welt bei, sodass sie anders, besser, moderner wird. Das ist auch für mich ein Antrieb.

Sie würden jungen Leuten raten, den Weg in die Immobilienwirtschaft einzuschlagen, weil …

… die Branche breit gefächert ist und sie mit ganz unterschiedlichen Schwerpunktthemen ihren Beitrag zur Weiterentwicklung leisten können. Sie haben in der Immobilienwirtschaft wie in kaum einer anderen Branche die Möglichkeit, an großen Meta-Themen mitzuwirken und die Wirtschaft anzutreiben.

Wie feiern Sie Ihre Erfolge?

Mir ist es wichtig, Erfolge gemeinsam zu feiern, und den Kolleginnen und Kollegen, die am Erfolg beteiligt sind, Wertschätzung zu zeigen. Erfolge feiern wir vor allem dann, wenn wir Projekte fertiggestellt haben, beispielsweise mit einem gemeinsamen Team-Abschlussessen.

Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Ich denke viel darüber nach, teilweise zu viel, weil ich sehr selbstkritisch bin. Im Unternehmen kann es auf der Projektebene durchaus mal zu einem Misserfolg kommen, wenn zum Beispiel Dauer und Qualität des Projekts nicht unseren Ansprüchen genügen. Wir haben dafür eine offene Fehlerkultur etabliert und suchen dann nach neuen Lösungen und neuen Wegen.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Ich fühle mich wohl in meinem Job, aber wenn ich nicht in dieser Branche arbeiten würde, wäre der Sport mein Ziel.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Ich schätze die Bauhausarchitektur und bin Fan der Arbeit von Mies van der Rohe. Die Neue Nationalgalerie in Berlin stammt von ihm und gefällt mir sehr gut.

Und welches Gebäude in Deutschland würden Sie gerne abreißen und warum?

Wenn der Palast der Republik in Berlin nicht schon längst abgerissen worden wäre, müsste ich das wohl jetzt aus rein architektonischer Sicht erledigen.

Wo oder wie können Sie sich besonders gut entspannen oder abschalten?

Im Kreis meiner Familie und beim Sport. Und ich liebe die Natur.

Für welches private Vergnügen haben Sie zu wenig Zeit?

Ich hätte gern mehr Zeit für meine Familie, für meine Freunde und für Sport.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs?

Ich nenne gleich zwei: „Empire State of Mind“ von Alicia Keys und „Conga“ von Gloria Estefan. Ansonsten höre ich gern House und Techno.

Mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie gerne einmal einen Abend verbringen?

Mit Robby Naish, einer Ikone der Windsurfer – um ein paar Tipps und Tricks zum Windsurfen zu bekommen und viel über seine eigenen besonderen Erlebnisse zu erfahren.

Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

Unmotivierte Menschen mit einer negativen Einstellung. Ich sehe mich selbst als sehr strukturiert und es nervt mich, wenn Prozesse langsamer als nötig ablaufen.

Apropos Palme: Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an was?

An wunderschöne Abende mit meiner Familie und Freunden am Strand auf Föhr. Ich liebe es, im Sommer in großer Runde am Strand zu sitzen, gemeinsam zu essen und zu genießen.

Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an was …?

… wunderschöne Abende mit meiner Familie und Freunden am Strand auf Föhr. Ich liebe es, im Sommer in großer Runde am Strand zu sitzen, gemeinsam zu essen und zu genießen.

Homeoffice, Büro oder mobil in der Bahn? Wo arbeiten Sie am häufigsten, wo am liebsten und warum?

Am häufigsten arbeite ich im Büro, ab und zu bin ich auch mal unterwegs. Im Büro arbeite ich gern, weil ich präsent und für meine Kolleginnen und Kollegen direkt ansprechbar sein möchte.

Wie gehen Sie am liebsten aus?

Essen im Restaurant, am Strand oder mit Freunden – das mache ich gern. In die Disco gehe ich weniger. Aber: Beruflich gehe ich pro Woche zu zwei bis drei Veranstaltungen, die gelegentlich mit Partys kombiniert werden. Und da tanze ich sehr gern.

Verraten Sie uns auch noch Ihr Lieblingsgericht?

Trüffel-Pasta. Ich mag gute italienische Küche.

Gibt es etwas im Ausland, was Sie in Deutschland vermissen?

Die Sonne. Das Wetter in Deutschland ist mir oft zu ungemütlich. Und ich schätze die positive Einstellung, die mir im Ausland oft begegnet. Ich habe den Eindruck, dass wir in Deutschland viele Dinge oftmals zu sehr negativ sehen.

Die Fragen stellte Janina Stadel.

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