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Weniger Gehaltsplus für Ingenieure

Auch zwei Jahre nach dem Beginn der Wirtschaftskrise nehmen die Gehaltssteigerungen bei den Ingenieuren ab. Im branchenübergreifenden Vergleich sind die Bauingenieure weiterhin abgehängt, obwohl sie die Differenz zu Ingenieuren anderer Branchen verringern konnten.

Sonja Smalian
29. Juli 2010

Konnten die Ingenieure in Deutschland von 2008 bis 2009 noch mit Gehaltssteigerungen von durchschnittlich 2,7% rechnen, waren es im vergangenen Jahr nur noch 1,8%. Für dieses Jahr geht die Managementberatung Kienbaum in ihrem aktuellen Vergütungsreport zu Ingenieuren in Führungs- und Fachpositionen nur mit einem Plus von 1,5% aus.

Bauingenieure holen im Branchenvergleich auf

Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungsgesellschaft nach der Datenauswertung von 635 Unternehmen und 4.802 Einzelpositionen. Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise seien noch deutlich zu spüren, so die Meinung von Christian Näser, Vergütungsexperte bei Kienbaum.

Die Einstiegsgehälter von Bauingenieuren liegen seit Jahren deutlich niedriger als die von Berufseinsteigern in den Branchen IT, Chemie, Pharma, Maschinen- und Anlagenbau oder Elektronik und Elektrotechnik. Hatte die Differenz zu den Vergleichsbranchen in den Jahren 2004 bis 2006 noch mitunter 20% und mehr betragen, so konnten die Bauingenieure in den drei Jahren von 2007 bis 2010 den Abstand deutlich auf nunmehr 10% bis 15% verringern. Allerdings liegen die durchschnittlichen Gehälter für Berufseinsteiger in der Baubranche weiterhin unter 40.000 Euro im Jahr.

Auch ein Blick auf die Gehaltsentwicklung bei Leitungsfunktionen bestätigt diesen Trend: Während ein Projektleiter in der Wohnungsbauwirtschaft ein durchschnittliches Jahresgesamtgehalt von 55.000 Euro erhält, werden Projektmanager über alle Branchen hinweg im Schnitt mit 66.000 Euro im Jahr, also 20% mehr, vergütet. Seit 2007 ist eine leichte Verringerung dieses Unterschieds von 21% auf im Schnitt 16% zu beobachten. Bei Bauleitern zeigt sich eine ähnliche Entwicklung. Hier spielt auch die Berufserfahrung eine große Rolle: Funktionsinhaber mit mehr als zehn Jahren Berufserfahrung können den Abstand auf bis zu 10% verkürzen.

Insgesamt hat Kienbaum durch den Rückgang der variablen Vergütung aufgrund der Wirtschaftskrise eine Annäherung der Gesamtgehälter zu vergleichbaren Leitungsfunktionen anderer Branchen ausgemacht. Die Vergütungsexperten von Kienbaum führen hierfür als Begründung an, dass Ingenieure in der Baubranche tendenziell niedrigere variable Anteile erhielten und sich sinkende Bonuszahlungen daher nicht so stark ausgewirkt hätten wie in anderen Ingenieursfeldern.

Industrieimmobilien lohnender als Gewerbeimmobilien

Doch neben den branchenübergreifenden Gehaltsunterschieden lassen sich auch innerhalb der verschiedenen Tätigkeitsfelder der Baubranche Gehaltsdiskrepanzen ausmachen: So verdienen Bauingenieure im Industriebau in den Spezialistenfunktionen durchschnittlich 5% bis 10% mehr als im Gewerbeimmobilienbau. Je nach Größe und Komplexität des Projekts kann der Vergütungsunterschied bei Leitungsfunktionen und mehrjähriger Berufserfahrung sogar mehr als 15% betragen.

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