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Prof. Johannes Kister

Prof. Johannes Kister wurde in Stuttgart geboren, seine „Menschwerdung“ erfolgte jedoch im Rheinland, und zwar in Erftstadt bei Köln. Kister studierte Architektur bei Gottfried Böhm, begann seine berufliche Laufbahn bei Suter und Suter in Basel und wechselte dann zu Joachim und Margot Schürmann nach Köln. Später arbeitete er gemeinsam mit vier Freunden während seiner Zeit bei Schürmann, Kulka und Böhm in den Abendstunden an eigenen Projekten. Das Quintett gewann mehrere Wettbewerbe, und das war der Beginn des „Kölner Bucht“-Büros. Zwei Jahre später wurde das Büro Kister Scheithauer und Partner gegründet, in das später seine Frau, Prof. Susanne Gross, eintrat. Heute ist er Hauptgesellschafter von Kister Scheithauer Gross und gemeinsam mit seiner Frau verantwortlich für die künstlerischen architektonischen Inhalte des Büros. Eine aktuelle Aufgabe ist das Projekt Gerling-Quartier in Köln. „Für unser Büro ist dieses ein wichtiges Projekt, weil wir uns als Teil einer langen Geschichte dieses Ensembles verstehen“, sagt Kister, der zudem als Professor für Entwerfen und Baukonstruktion an der Hochschule Anhalt auf dem Campus Bauhaus Dessau lehrt. Der 53-Jährige ist in zweiter Ehe mit Susanne Gross verheiratet. Kister hat zwei erwachsene Kinder. Er ist Mitglied in der British Fly Fishing Association und im Kölner Autbord- und Motoryacht-Club.

IZ
30. September 2010

Wo wohnen Sie zurzeit?

Wir wohnen im Elternhaus meiner Frau in Köln-Marienburg, die dieses nach dem Tod beider Eltern erworben hat. Es ist eine der wenigen im Original erhaltenen Villen der Marienburg von 1928 mit herrlichem unverstelltem Charme. Das Moos um den Teich ist nie entfernt worden. Die Fenster haben Original-Beschläge und Klappläden. In den Bädern finden Sie vierfach gespiegelte Marmortafeln, die die Wände begleiten. Wir haben es im Inneren angepasst.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

In der Kirche in Köln-Porz und dem Kirchenraum im Seelsorgezentrum in Dresden habe ich zwei Kreuz-Plastiken selbst gemacht. Es war schön, die Bildhauertalente des Studiums nochmals in einem eigenen Projekt zu integrieren.

Was braucht man, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

PPP – Präzision, Perfektion und Präsenz und die Gabe, sich niemals von Niederlagen entmutigen zu lassen und sich der Pragmatik zu ergeben.

Was stört Sie in der Immobilienbranche am meisten?

Dass alles mängelfrei sein muss und der Mut zum Experiment äußerst begrenzt ist. Der liebe Gott hat die Welt nicht nur effizient erschaffen. Das „Bauen“ wird oft mit „Produzieren“ verwechselt.

Und was finden Sie besonders gut?

Es gibt keine Wahrheit in der Welt der Architektur, es gibt nur Authentisches.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Die Villa „Californie“ auf den Klippen von Cavalaire von 1923, unverändert unter riesigen Libanonzedern, Panoramablick auf das Mittelmeer. Die Eigentümer, zwei ältere Damen aus Paris, sind schon angesprochen.

Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

Wenn man bei Gebrauch das Wort schön vergisst: Der schöne Gebrauch ist das, was nachhaltige und kulturelle Identität leistet. Das Leben ist zu kurz für alles andere. Aber das beginnt vor allem anderen zuallererst bei sich selbst und der Weise, wie man arbeitet. Wenn das nicht passt, ist alles Schall und Rauch.

Wo oder wie können Sie besonders gut entspannen oder abschalten?

Zwei Stunden Fliegenfischen.

Nennen Sie einen Ihrer Lieblingssongs.

Wenn Lohengrin singt: „Nie sollst du mich befragen.“

Welche kürzlich besuchte Veranstaltung hat Ihnen besonders gut gefallen?

Konzert von Mark Knopfler auf Einladung meiner Frau. Das war Erinnerung.

In welcher Lokalität kann man Sie häufiger antreffen?

Samstagmorgens im Café Schmitz, die Welt betrachtend.

Und mit welcher noch lebenden Persönlichkeit würden Sie dort gerne einmal einen Abend verbringen?

Mit Angela Merkel, quasi außerhalb des Protokolls. Es wäre schön, an den Kern der Überzeugung zu stoßen.

Sie haben 100.000 Euro zur freien Verfügung und müssen das Geld komplett ausgeben – welchen Traum erfüllen Sie sich?

In Afrika ein Haus bauen – vielleicht eine Werkstatt oder ein Atelier – und es einer öffentlichen Nutzung überlassen.

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