← Zurück zur Übersicht

Immobilienprofis im Porträt: Malte-Maria Münchow

Nach seiner Bankausbildung jobbte Malte-Maria Münchow im Architektur- und Wohnungsverwaltungsbüro seines Vaters. Seinen eigentlichen Berufseinstieg hatte er beim Versandhaus Otto, doch ein Headhunter holte ihn in die Immobilienbranche. Nach seinem Start in der Projektentwicklung bei Garbe wechselte er 2007 zu Deka, wo er seit Januar 2025 den Titel Head of Logistics Strategy trägt. Zudem engagiert er sich als Vorstandssprecher der Initiative Logix, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Akzeptanz von Logistikansiedlungen zu erhöhen.

Janina Stadel
06. März 2025

Wo und wie wohnen Sie zurzeit?

In Hamburg-Volksdorf im eigenen Einfamilienhaus. Volksdorf ist Teil der Hamburger Walddörfer. Hier gibt es wirklich viele Bäume und viel Wald. Unser Grundstück ist groß und hat einen schönen alten Baumbestand, der aber auch viel Schatten wirft. Unser Haus hat 200 qm Wohnfläche, stammt von 1957 und ist eigentlich hässlich gelb verklinkert. Den Klinker haben wir aber sofort nach Einzug vor 14 Jahren weiß gestrichen. Die Terrasse ist mein Lieblingsplatz. Sie liegt erhöht über dem leicht abschüssigen Grundstück und bietet sowohl Sonne als auch einen herrlichen Blick in unseren Garten mit seinen vier großen Buchen sowie das daran anschließende Landschaftsschutzgebiet.

Haben Sie bei dieser Immobilie oder einer anderen beim Bau schon einmal selbst mit Hand angelegt?

Beim Bau, also der Erstellung eines Hauses, habe ich noch keine Hand angelegt. Aber sowohl bei unserem bald 70 Jahre alten Wohnhaus als auch unserem über 100 Jahre alten Ferienhaus in Schweden gab es in den vergangenen Jahren immer viel Handwerkliches zu tun. In dem Ferienhaus in Schweden habe ich zusammen mit meinem Bruder und meinen Kindern schon Decken getäfelt, Fußböden verlegt, Innentüren und eine Küche eingebaut. Eine gewisse Zeit dort oben verbringe ich somit immer mit dem Herumwerkeln an unserer Immobilie, und das mit sehr viel Freude.

Was muss das perfekte Haus oder die perfekte Wohnung unbedingt haben?

Einen großen Garten, ausreichend viel Wohnfläche mit Rückzugsmöglichkeiten, eine Lage in einem ruhigen Wohngebiet ohne viel Straßenlärm, aber mit guter Infrastruktur.

Wie und wo möchten Sie im Alter gerne wohnen?

Hier in Hamburg und ganz besonders in Volksdorf lässt es sich sehr gut leben. Die Großstadt mit all ihren Angeboten vor der Tür zu haben, aber eigentlich in einem kleinen, eher ländlich geprägten Micro-Kosmos mit perfekter Infrastruktur zu leben, schafft einen sehr hohen Lebensstandard. Hier will ich nicht mehr weg!

Wann, wo und womit haben Sie als Erwachsener zum ersten Mal Geld verdient?

Zur Überbrückung der Zeit zwischen Abitur und Bundeswehr habe ich Teppiche verkauft. Mein Job war es, per Telefon Termine mit Kaufinteressenten zu vereinbaren und dann den Chef bei seinen Kundenbesuchen zu begleiten, um die Teppiche zu schleppen. Das war mit einem Stundenlohn von bis zu 12 D-Mark damals ziemlich lukrativ.

Was braucht man Ihrer Einschätzung nach, um es in Ihrem Job zu etwas zu bringen?

Man muss Leidenschaft für Immobilien mitbringen. Egal ob es sich um Wohnungen, Büros, Hotels oder eben Logistikimmobilien handelt. Daneben muss es einem Spaß machen, mit sehr vielen, sehr unterschiedlichen Menschen zusammenzuarbeiten. Das gilt sowohl für das Miteinander im eigenen Unternehmen als auch am Markt. Nicht umsonst heißt es immer, dass die Immobilienbranche ein „People’s Business“ ist. Wenn es auf der menschlichen Ebene stimmt, dann kommt der fachliche Erfolg von ganz allein.

Wie feiern Sie Ihre Erfolge?

Tja, ehrlich gesagt viel zu wenig. Da muss schon jemand aus dem Umfeld daran erinnern, dass es zum Beispiel die soeben abgeschlossene Transaktion doch wert sei, zumindest mit einem kleinen Umtrunk oder einem Abendessen gefeiert zu werden. Ohne Zweifel, das kommt bei mir immer ein wenig zu kurz.

Wie gehen Sie mit Misserfolgen um?

Die beschäftigen mich hingegen schon etwas länger. Da brauche ich immer ein paar Tage, um den Ärger zu verarbeiten, etwa wenn wir eine schöne Logistikimmobilie am Ende des Bieterverfahrens dann doch nicht für einen unserer Fonds sichern konnten. Aber im Vergleich zu früher ist das auch schon ein wenig besser geworden.

Was stört Sie in der Immobilienbranche?

Dass es weiterhin zu viele schwarze Schafe und Glücksritter gibt, die mit ihrem Agieren nicht selten auch noch Erfolg haben, mit ihrem Verhalten aber für den zum Teil schlechten Ruf der Branche verantwortlich sind.

Und was finden Sie besonders gut?

Die Vielfältigkeit. Ich habe das Glück, sprichwörtlich nicht nur auf einem Bierdeckel agieren zu müssen, sondern durfte von Wohnen über Hotel, Retail und natürlich Logistik in extrem unterschiedlichen Assetklassen arbeiten und hierbei nahezu die ganze Bandbreite des Managements abdecken. Und das passt prächtig dazu, dass ich eher ein Generalist als ein Spezialist bin, obwohl ich diese Bezeichnung bei Deka seit Jahren trage.

Was wären Sie heute gerne, wenn nicht Immobilienprofi?

Da fällt mir ehrlich gesagt nicht viel ein. Vielleicht erfolgreicher Handballtrainer oder Dirigent, obwohl ich von „Tuten und Blasen“ keine Ahnung habe.

A propos Dirigent: Verraten Sie uns Ihre Lieblingssongs?

„Bridge over troubled water” von Simon & Garfunkel oder „Lost on you” von LP.

Baulöwe, Miethai, Heuschrecke: Leute, die mit Immobilien Geld verdienen (wollen), haben nicht immer den besten Ruf. Zurecht?

Mich ärgern die schwarzen Schafe unserer Branche, die für dessen teilweise schlechten Ruf verantwortlich sind, obwohl sie nur einen homöopathisch kleinen Anteil aller Player am Markt ausmachen. Vielleicht liegt es daran, dass mit Immobilien immer gleich große Summen bewegt werden und das Neid auslöst. In Summe ist die Immobilienbranche aber ohne Zweifel genauso seriös wie alle anderen Branchen auch.

Sie würden jungen Leuten raten, den Weg in die Immobilienwirtschaft einzuschlagen, weil…

…diese eine Vielzahl an spannenden und sehr vielfältigen Jobs mit Perspektive für noch etliche Jahrzehnte bietet.

Haben Sie eine Lieblingsimmobilie?

Nein, die gibt es nicht. Mir ist noch keine Immobilie begegnet, die ich architektonisch so herausragend fand oder zu der ich einen ganz besonderen persönlichen Bezug habe, dass sie hier Erwähnung finden sollte.

Was bringt Sie privat auf die Palme? Und was beruflich?

So richtig auf die Palme bringt mich wenig. Beruflich Inkompetenz; privat Arroganz.

Wo oder wie können Sie sich besonders gut entspannen oder abschalten?

Mit meiner Familie in unserem Ferienhaus in Schweden zu sein, bietet mir immer wieder die beste Entspannung.

Für welches private Vergnügen haben Sie zu wenig Zeit?

Urlaub machen in Schweden mit meiner Familie.

Wenn Sie an Ihren letzten Urlaub denken, denken Sie an was …?

Schmerzhafte Knie von den knapp 20.000 Schritten durch die Innenstadt von Stockholm…

Homeoffice, Büro oder mobil in der Bahn? Wo arbeiten Sie am häufigsten, wo am liebsten und warum?

Wer arbeitet nicht am liebsten im Home-Office!? Aber im Büro ist der Fokus konzentrierter, und vor allem treffe ich dort meine Kollegen, ohne die der Job keinen Spaß machen würde. Und das viele Arbeiten im Zug, bei meinem Pendeln zwischen HH und Frankfurt, macht vor allem dann Spaß, wenn hierdurch die Zeit im Zug schnell vorübergeht.

Wie gehen Sie am liebsten aus?

Essen gehen in kleiner Runde mit der Familie oder Freunden in einem der vielen guten Restaurants oder Bistros in Volksdorf ist schon eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Verraten Sie uns auch noch Ihr Lieblingsgericht?

Hausmannskost: Rinderrouladen, Königsberger Klopse, Wiener Schnitzel und ähnliches.

Mit wem würden Sie gerne mal für einen Tag das Leben tauschen? Warum?

Da gibt es niemand bestimmten. Vielleicht mit einer Frau, für einen kurzen Perspektivwechsel.

Gibt es etwas im Ausland, was Sie in Deutschland vermissen?

Ein wenig Gelassenheit, Lockerheit, Lust am Leben und Genießen.

Sie haben 100.000 Euro zur freien Verfügung und müssen das Geld komplett ausgeben – welchen Traum erfüllen Sie sich?

Ich würde mir ein schönes Kunstwerk, ein Bild oder eine Skulptur, von einem meiner Lieblingskünstler kaufen. Ich denke da zum Beispiel an Lyonell Feininger, Lotte Laserstein und Otto Müller.

Die Fragen stellte Janina Stadel.

Anzeige
Banner
Köpfe

Robert Rosenzweig steigt bei MB Advisors ein

Als Managing Director wechselt Robert Rosenzweig zum Asset-Manager MB Advisors.

Karriere

Für die neuen MATs beginnt jetzt die Arbeit

Immobiliennachwuchs. Als Mitglieder des Thinktanks der Most Aspiring Talents (MATs) wollen 29 junge Branchenakteure sich untereinander austauschen und ihre Ideen mit der gesamten Immobilienszene teilen. Die Entscheidung, wer in die Gruppe aufgenommen wird, verkündete die Jury im Rahmen einer Preisverleihung.

Karriere

Talentspeicher betritt den Markt

Recruiting. Ein sechsköpfiges Recruiter-Team aus der Unternehmensgruppe Lindhorst bietet seine Beratungen nun auch externen Kunden an. Dafür wurde die Gesellschaft Talentspeicher gegründet.