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"Das Immobilien-Studium kommt 2012"

Seit Oktober vergangenen Jahres steht Dr. Walter Pelka an der Spitze der 2006 gegründeten HafenCity Universität (HCU) in Hamburg. Der neue Präsident kommt aus der Wirtschaft und verantwortete vier Jahre lang als Geschäftsführer von Dekra Industrial u.a. das Geschäftsfeld Bau und Immobilien. Der 56-Jährige will den lange geplanten Immobilienstudiengang an der Universität nun aus der Taufe heben.

Sonja Smalian
03. Februar 2011

Immobilien Zeitung: Herr Pelka, bereits 2007 gab es Planungen für einen nichtkonsekutiven Masterstudiengang Projektentwicklung/ Immobilienmanagement an der HCU, der 2008 starten sollte. Dann kam die Krise und die Pläne wurden auf Eis gelegt. Inzwischen geht es der Wirtschaft wieder besser. Bekommt die HCU nun endlich ihren immobilienwirtschaftlichen Studiengang?

Walter Pelka: Ja. Ich bin 100% davon überzeugt, dass die HCU einen solchen Studiengang braucht, zumal es auf universitärem Niveau nur wenige solcher Angebote gibt. Zudem ist es eine wichtige Profilierungsmöglichkeit für die Hochschule. In der Tat fehlten in der Vergangenheit private Förderer, die in der Konzeption von Anfang an eingeplant waren. Aus diesem Grund musste die Einführung des Studiengangs bislang zurückgestellt werden. Wenn wir jetzt jedoch nicht starten, dann wird das nichts mehr.

IZ: Das heißt, Sie arbeiten derzeit an dem Studienkonzept?

Pelka: Ja. Wir überprüfen die bisherigen Planungen dahingehend, ob wir nach der Krise die Inhalte modifizieren müssen.

IZ: Was sind die Eckdaten des Studienkonzepts?

Pelka: Wir planen die Einrichtung eines Masterstudiengangs mit 120 ECTS-Kreditpunkten, der Arbeitstitel lautet Projektentwicklung & Immobilienmanagement. Es wird ein regulärer Vollzeitstudiengang mit 30 Plätzen sein. Wir können uns auch vorstellen, ihn als Teil eines Doppelmaster-Studiums anzubieten, zum Beispiel in Kombination mit dem Fach Architectural Engineering.

Pelkas Wunschtermin für den Start ist das Sommermester 2012

IZ: Und wie steht es mit der Finanzierung?

Pelka: Die Finanzlage ist weiterhin angespannt. Wir führen natürlich Gespräche mit Vertretern der Immobilienwirtschaft und haben bereits drei ernst gemeinte Zusagen. Natürlich werden wir auch bei der Stadt um Förderung nachfragen, aber wir brauchen zuerst das Commitment der Privatwirtschaft. Wir müssen zeigen, wie gut der Studiengang von Studenten und der Wirtschaft angenommen wird. Dann wird sich sicherlich auch die Stadt beteiligen.

IZ: Das heißt, der Immo-Master kommt?

Pelka: Ja, im nächsten Jahr kriegen wir ihn zum Laufen. Mein Wunschtermin wäre zum Sommersemester 2012.

IZ: Ursprünglich sollten drei neue Professorenstellen geschaffen werden. Andere Hochschulen haben bereits Probleme, ihre ausgeschriebenen immobilienwirtschaftlichen Stellen zu besetzen. Wie wollen Sie geeignete Lehrkräfte finden?

Pelka: Zum einen werden wir überprüfen, welche Inhalte bereits über unser bestehendes Lehrpersonal aus dem Bereich Stadtplanung und Bauingenieurwesen abgedeckt werden können. Die entsprechenden Lehrkräfte müssen dann von einigen ihrer derzeitigen Lehrverpflichtungen entbunden werden. Wir sind also nicht darauf angewiesen, drei neue Professuren zu besetzen. Zum anderen sehen wir uns in der Tradition Technischer Universitäten. Das heißt, praktische Geschäfts- und Führungserfahrung ist für uns wichtiger als die Habilitation. Bewerber sollten jedoch promoviert haben. Aber es wird schwierig werden, geeignete Kandidaten zu finden. Für uns ist es zunächst vor allem wichtig, die Finanzierung der zentralen Professur zu realisieren.

300.000 bis 360.000 Euro für die Finanzierung benötigt

IZ: Welche Fördersummen brauchen Sie zur Finanzierung des Angebots insgesamt?

Pelka: Wir möchten über einen Pool von Unternehmen mit je einem Beitrag von etwa 50.000 Euro bis 100.000 Euro insgesamt ca. 300.000 Euro bis 360.000 Euro zusammenbekommen.

IZ: Wenn der neue Studiengang läuft, welche weiteren Immo-Pläne haben Sie für die HCU?

Pelka: Derzeit werden die ersten Vollzeit-Studiengänge auch berufsbegleitend angeboten. Künftig könnte das auch ein Modell für den neuen Master sein. Denn die guten und erfolgreichen Young Professionals steigen nicht für zwei Jahre aus dem Beruf aus, um ein Studium zu absolvieren. Genau die wollen wir aber haben. Aus diesem Grund könnten wir uns langfristig auch vorstellen, einen immobilienwirtschaftlichen MBA ins Programm aufzunehmen.

IZ: Herr Pelka, vielen Dank für das Gespräch.

Das Interview führte Sonja Smalian.

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