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GWG und Gewofag unter neuer Führung

Die städtischen Münchner Wohnungsbaugesellschaften erhalten neue Geschäftsführer. Zwei der drei Neubesetzungen sind nicht ganz unumstritten.

Harald Thomeczek
20. Oktober 2016

Die GWG bekommt gleich eine komplett neue Geschäftsführung: Die beiden amtierenden Geschäftsführer Dietmar Bock und Hans-Otto Kraus, beide 66 Jahre alt, gehen in Rente. Dafür hat der Aufsichtsrat den Münchner Stadtrat Christian Amlong (SPD), Jahrgang 1976, und Gerda Peter (Jahrgang 1964) von der CBRE-Tochter Preuss Unternehmensgruppe zum 21. November 2016 in die Geschäftsführung bestellt. Amlong kommt von den Stadtwerken München, wo er als Bereichsleiter Recht/Konzernangelegenheiten tätig ist. Die Architektin Peter leitete als Prokuristin den Bereich Wohnungs- und Kommunalbau bei Preuss. Amlong wird in dem neuen Gespann als Sprecher der Geschäftsführung agieren.

Bei der Gewofag scheidet Geschäftsführer Sigismund Mühlbauer zum 1. November 2016 aus der Geschäftsführung aus. Für ihn rückt der Stadtrat Max Straßer (CSU), Jahrgang 1960 und wie Amlong ehemaliger Gewofag-Aufsichtsrat, nach. Klaus-Michael Dengler bleibt Sprecher der Gewofag-Geschäftsführung.

Laut Münchner Lokalzeitungen haben sich die beiden Fraktionen der Großen Koalition in München zwei der Chefposten in den Wohnungsgesellschaften praktisch gegenseitig zugeschanzt. Bereits im April 2016 berichteten die Zeitungen, dass Straßer und Amlong als heiße Kandidaten gehandelt würden.

Im städtischen Referat für Stadtplanung und Bauordnung heißt es auf IZ-Anfrage: Die nun bestellten Geschäftsführer hätten sich nach einer Ausschreibung als die am besten geeigneten Kandidaten erwiesen. Die Süddeutsche Zeitung schreibt dazu: „Die Posten galten nach einem Deal der im Rathaus regierenden Fraktionen als sicher vergeben, aussichtsreiche Kandidaten von außen sollen sich deshalb kaum beworben haben.“

Um die fachliche Eignung der beiden designierten Geschäftsführer zu unterstreichen, führt die Stadt bei Straßer u.a. dessen Tätigkeit bei der Bayerischen Landesbodenkreditanstalt, als Mitglied des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung sowie als Aufsichtsrat bei der Gewofag ins Feld. Bei Amlong werden dessen Tätigkeit als Korreferent des Referats für Stadtplanung und Bauordnung, sein Wirken als stellvertretender Vorsitzender der Stadtgestaltungskommission und u.a. im Aufsichtsrat der Gewofag angeführt.

Was die Verdienstmöglichkeiten der drei Neuen angeht, gibt der jüngste „Finanzdaten- und Beteiligungsbericht“ der Stadt Orientierung: Demnach erhielt die damalige Gewofag-Geschäftsführerin Gordona Sommer 2014 – als einzige im Gesamtjahr beschäftigte Geschäftsführerin der Gewofag – insgesamt 271.000 Euro. Die Bezüge der beiden GWG-Chefs beliefen sich 2014 auf 185.000 bzw. 189.000 Euro.

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