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Erster PPP-Master startet in Mainz

Sonja Smalian
19. November 2009

An der Fachhochschule Mainz wird zum 1. Februar 2010 der neue berufsbegleitende Masterstudiengang Public Private Partnership (PPP) angeboten. Es ist der erste Studiengang, der sich ausschließlich dem Thema PPP widmet.

Die Initiative für den neuen Studiengang ging von Martin Weber aus, Professor für Recht an der FH Mainz und gleichzeitig Vorstand der Partnerschaften Deutschland. Während seiner Beratungstätigkeit bei PPP- Projekten stellte er immer wieder fest, dass es schwierig war, geeignete Mitarbeiter zu finden, die neben der jeweiligen Fachkompetenz in den einzelnen Bereichen Technik, Wirtschaft und Recht auch interdisziplinär an den Nahtstellen zwischen den Fachgebieten arbeiten können. Um hier lange Anlernphasen abzukürzen, wurde vor zwei, drei Jahren die Idee geboren, einen eigenständigen Studiengang einzurichten, zumal an der FH die Themenfelder Wirtschaft, Recht und Technik bereits unterrichtet werden.

Wichtig war Weber, dass der Studiengang zu einem staatlichen Abschluss führt, anders als bei den derzeit angebotenen Weiterbildungen. So erwerben die Absolventen des zweijährigen Studiums den Abschluss Master of Laws & Business (MLB). Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes können damit in den höheren Dienst wechseln, was einen zusätzlichen Anreiz bieten dürfte. Um die Nachfrage macht sich Weber denn auch keine Sorge. Die im Rhein-Main-Gebiet gelegene FH verfügt über ein großes Einzugsgebiet, und zudem habe der öffentliche Bereich bereits vielfach Interesse signalisiert.

Gemeinsam mit Bernd-Dieter Wieth, Studiengangsleiter im MBA-Programm der FH Mainz, entwickelte Weber den Lehrplan. Neben betriebswirtschaftlichen Themen wie der Buchhaltung in einem PPP-Projekt stehen auch Veranstaltungen wie Kommunikation und Verhandlung auf dem Lehrplan. „PPP-Projekte werden regelmäßig in Verhandlungsverfahren vergeben. Deswegen ist es wichtig zu wissen, wie solche Verhandlungen gesteuert werden können“, sagt Weber. Auch Vertragscontrolling und Streitbeilegung werden gelehrt, denn die Vertragspartner müssen über lange Jahre erfolgreich zusammenarbeiten können.

Ziel ist es, den Abgängern ein tiefes Verständnis für die Arbeit beider Seiten, der Privatwirtschaft und der öffentlichen Hand, zu vermitteln, damit sie im Spannungsfeld zwischen technischen Anforderungen, rechtlicher Umsetzung und betriebswirtschaftlichen Auswirkungen interdiziplinär zusammenarbeiten können. Mit dem Studiengang soll auch der professionelle Umgang mit dem PPP-Verfahren gestärkt werden. Webers Wunsch ist es denn auch, dass sich PPP „vom Exoten zur ganz normalen Beschaffungsvariante“ entwickelt. (sma)

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Die Bewerbungsfrist endet am 15. Dezember. Die Studiengebühren betragen 2.300 Euro pro Semester. Weitere Informationen zum neuen Studiengang unter www.fh-mainz.de (Bereich Wirtschaft, Menü: Studienangebot).

TIPP

Einen Überblick über den Stand und die verschiedenen Anwendungsfelder von PPP in Deutschland sowie ausgewählte rechtliche Fragen gibt das Buch Public Private Partnership in Deutschland, das von Frank Baumgärtner, Thomas Eßer und Rudolf Scharping herausgegeben wurde. Ein Register führt alle relevanten PPP-Projekte auf (ISBN: 978-3-89981-183-4, 78 Euro).

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