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Die Next Gen mischt auf der Mipim mit

Messepremiere. Als Hochschulgruppen und im Rahmen des Förderprogramms Mipim Challengers sind Nachwuchskräfte aus ganz Deutschland zur Messe nach Cannes gereist. Ihre Ziele für die Tage an der Côte d’Azur waren unterschiedlich, für Start- und Orientierungshilfen durch spezielle Programme oder den Dozenten waren aber alle Messeneulinge dankbar.

Janina Stadel
19. März 2026
Isabel Erben, Daniel Sponheimer, Katharina Heinzler, Sarah Aldag (untere Reihe von links), Tim de Goede, Gianluca Martinelli, Maximilien Schmitz und Marlene Furthner (obere Reihe von links).
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheberin: Janina Stadel

Welche Strategien verfolgen Unternehmen, um Nachwuchskräfte zu gewinnen? Wie können Managementboards divers besetzt werden und welche Positionen sollten niemals durch KI-Assistenten ersetzt werden? Fragen wie diese stellten neun Nachwuchskräfte aus der DACH-Region, sieben davon aus Deutschland, ihren Vorgesetzten auf C-Level-Ebene – und lösten mit diesen Interviews ihre erste Aufgabe als Mipim-Challenger. Die Ergebnisse sollen im Nachgang der Messe auf der Mipim-Webseite veröffentlicht werden. Die Gespräche selbst dienten den Unter-30-Jährigen als Vorbereitung auf das Netzwerken mit Führungskräften, denn dieser Austausch bildete den Kern des messeeigenen Nachwuchsförderprogramms. Für die Teilnahme hatten sich die jungen Immobilienprofis mit einer schriftlichen Bewerbung Ende letzten Jahres qualifiziert und wurden mit Messetickets und Zutritt zu Workshops und Diskussionsrunden belohnt.

„Beeindruckend ist, dass viele CEOs und C-Level-Immobilienprofis vor Ort sind. Sie persönlich zu treffen, ist im Arbeitsalltag nicht so einfach möglich“, sieht Sarah Aldag, Senior Key Account Managerin beim Proptech Syte, ihren Challenger-Badge als Eintrittskarte für zahlreiche Netzwerkmöglichkeiten.

Internationaler Austausch zu eigenen Themen

Als ESG-Manager bei Catella Investment Management interessiert sich Challenger Daniel Sponheimer beim internationalen Austausch vor allem für Nachhaltigkeit. „Ich merke, dass die Verbindung von Infrastrukturthemen und der Immobilienwelt immer stärker wird“, sagt er. Inspiration hat er sich im Gespräch mit Messeteilnehmern und Quartiersentwicklern aus dem Ausland geholt – vor allem in Bezug auf Mobilitätslösungen in Metropolregionen. „London wächst seit Jahren. Die Stadt arbeitet an Lösungen, um Pendler und Bewohner von äußeren Bezirken mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum zu bringen. Ein Thema, das auch bei uns in Deutschland immer häufiger diskutiert wird“, nennt er ein Beispiel, wie er nach internationalen Vorbildern sucht, um Herausforderungen zuhause angehen zu können.

Das persönliche Netzwerk sei schon durch das Förderprogramm selbst gewachsen, berichtet die Gruppe. Im Vorfeld der Messe haben sich alle 43 Challenger aus zehn Ländern virtuell kennengelernt. Besonders starke Verbindungen seien durch das verbindliche Programm – und bei der Gruppe aus der DACH-Region durch die gemeinsame Sprache – entstanden. „Aus meiner Firma bin nur ich zur Mipim gereist. Die Challengers sind deshalb mein Anknüpfungspunkt für den Aufenthalt hier“, sagt Marlene Furthner, die in Österreich im Projektmanagement für das Unternehmen Hand tätig ist. Der Analyst im Asset-Management, Tim de Goede, ist zwar nicht als einziger deutscher Vertreter seines Arbeitgebers CBRE Investment Management zur Messe geflogen, doch er nutzt das internationale Zusammenkommen auch innerhalb des Unternehmens für neue Bekanntschaften. „Ich treffe hier Kollegen aus anderen Ländern, und die gehören überwiegend der Geschäftsführung an“, will er einen Eindruck über die Ländergrenzen hinaus hinterlassen.

Denn auch der Arbeitsalltag kommt bei den Challengern nicht zu kurz. Geschäftstermine haben die meisten von ihnen auf dem Messestundenplan. So switcht Gianluca Martinelli kurz nach einem Workshop zum Thema künstliche Intelligenz schon wieder vom Challenger zum Director Real Estate Finance und trifft sich mit einem Kunden der Airbus Bank – „in ganz anderer Atmosphäre als zuhause“, wie er betont. Denn für die Nachwuchskräfte, die allesamt zum ersten Mal auf der Mipim unterwegs sind, ist es vor allem die Stimmung, die sie an der Côte d’Azur schätzen und als entspannter wahrnehmen, als sie es von früheren Messebesuchen wie etwa von der Expo Real kennen. Aldag lässt sich davon auch für die Zeit nach ihrer Heimkehr inspirieren. „Ich habe mich mit einem Kunden zu einem Spaziergang getroffen. Während viele es im Meetingraum eilig haben, schnell zum Punkt zu kommen, haben wir noch eine Extra-Schleife durch die Altstadt gedreht. Das hat mehr Zeit zum Austausch gegeben, und man hat das Gegenüber auf eine persönlichere Weise kennengelernt. Bei gutem Wetter will ich auch in Deutschland ab und zu mal vorschlagen, ein solches Treffen nach draußen zu verlegen.“

Hörsaal gegen Messe getauscht

Von einer neuen Seite haben auch Studierende der Hochschule Rhein-Main die Immobilienprofis kennengelernt. Neun von ihnen aus dem Masterstudiengang Real Estate haben ihre Semesterferien für den Messebesuch in Cannes unterbrochen und sind dort schon in den ersten Tagen auf alte Bekannte gestoßen. „In unserem Studiengang haben wir immer wieder Gastvorträge. Genau diese Referenten trifft man hier außerhalb des Campus wieder und sieht, wie sie mit ihren Kunden und Mandanten umgehen“, berichtet Student Patrick Mutt. Wie seine Kommilitonin Sophia Tlusteck steht er kurz vor seiner Masterarbeit und nutzt die Gespräche, um ersten Input zu seinem Thema zu bekommen: Er nimmt das Anlageverhalten von institutionellen Investoren ins Visier. „Ich habe mir dafür schon im Vorfeld mögliche Gesprächspartner auf der Webseite der Mipim ausgesucht, die ich nun gezielt ansteuere“, sagt er. Ähnlich geht auch Tlusteck vor. Sie ist sich sicher, dass die persönlichen Begegnungen in Cannes, wenn auch nur für wenige Minuten, eine Anfrage bei der Suche nach Gesprächspartnern für die Masterthesis verkürzen, da sie Vertrauen aufbauen. Um das für die Studentengruppe zu garantieren, hat ihr Dozent Bernd Wieberneit für die Messetage mehr als zehn Treffen vorab arrangiert, bei denen er die Studierenden mit Immobilienprofis aus unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern zusammenbrachte.

Das Vertrauen, das zwischen den erfahrenen Immobilienprofis bereits besteht, hat das Urban Land Institute (ULI) auf der Messe an seine Young Leaders weitergegeben. Für die Nachwuchsmitglieder bis 35 Jahre hat der Verband ein persönliches Treffen mit Audrey Klein, Partnerin bei Spencer House Partners, und Ruslan Hajduk, Transaction Manager bei ATP Properties und Gründer des Podcasts „Tell me more“, organisiert. In vertraulichem Rahmen berichtete Klein aus erster Hand vom Verkauf ihres eigenen Unternehmens an Blackrock, und die Immobilienprofis gaben Tipps, wie die junge Generation in einem sich wandelnden Umfeld in Führungspositionen aufsteigen kann. Nicht zuletzt sollte das Event aber auch den Young Leaders die Chance geben, gleichaltrige Verbandsmitglieder aus unterschiedlichen Ländern näher kennenzulernen.

Unser Online-Special liefert einen Überblick über alle Messenews zur Mipim.

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