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Azubis kreieren Auswahlverfahren

Was Personalauswahl heißt, lernen die Auszubildenden der WGL Wohnungsgesellschaft Leverkusen bereits im zweiten Ausbildungsjahr: Denn sie gestalten das Auswahlverfahren für die neuen Bewerber, und ihre Einschätzungen fließen in die Auswahl mit ein.

IZ
12. Februar 2009

Angefangen hat alles mit der Einführung der neuen Ausbildungsverordnung zum/r Immobilienkaufmann/frau vor zwei Jahren. Damals kam Prokurist Jürgen Heinzel, seit 35 Jahren für die WGL tätig, die Idee, seine Auszubildenden ein neues Auswahlverfahren im Rahmen ihrer Projektarbeit entwickeln zu lassen. Dadurch sollten den Bewerbern auch Hemmungen genommen werden, ergänzt Marketingleiter Klaus-Ulrich Heimann. In diesem Jahr ging das System zur Erstauswahl nun leicht modifiziert in die zweite Runde.

Aus den etwa 120 eingegangenen Bewerbungen auf die zwei Ausbildungsplätze haben Heinzel und Heimann etwa zwanzig Kandidaten ausgewählt, die in zwei Gruppen eingeladen wurden. Bereits diese Einladungen verschickten die beiden Auszubildenden des zweiten Lehrjahrs, Ricardo Ernsten und Rabea Gronemeyer, und sie stellten sich darin den neuen Bewerbern vor. Sie waren es auch, die diese als erste begrüßten und durch den von ihnen konzipierten Tag führten. Nach einer Vorstellungsrunde stellten Heinzel und Heimann den Kandidaten Fragen rund um die Ausbildung und warum sie sich gerade bei der WGL beworben haben – alles im Beisein von Ernsten und Gronemeyer, die die Bewerber beobachteten. Daran schloss sich eine Diskussionsrunde der Bewerber untereinander zu allgemeinen Themen wie dem neuen US-Präsidenten Barack Obama und über immobilienwirtschaftliche Fragen, z.B. „Wie wohnt man in 15 Jahren?“, an. Nach einer kurzen Pause ging es mit einem von Ernsten und Gronemeyer entwickelten, 20minütigen Test zu Rechtschreibung, Allgemeinwissen und Rechnen weiter, bevor die Bewerber ihr Feedback zum Tag abgeben sollten. Zum Schluss hatten sie die Gelegenheit, den Azubis „unter vier Augen“ noch einige Fragen zu stellen – unkompliziert per du.

Danach besprachen sich alle vier miteinander. „Uns fallen ganz andere Sachen auf“, sagt Ernsten, und alle anderen stimmen ihm zu. Die Endauswahl trafen Heinzel und Heimann aber allein. Doch die acht, die es in die zweite Runde geschafft hatten, erhielten innerhalb einer Woche von den Azubis einen Anruf oder eine SMS aufs Handy. „Es macht Spaß, die anzurufen“, sagt Gronemeyer. „Die freuen sich so …“, ergänzt Ernsten. Die Absagen für die ausgeschiedenen Kandidaten übernahm jedoch Heinzel. In einer zweiten Runde folgte dann das „klassische“ Vorstellungsgespräch mit Heinzel und Heimann, bevor dann in einem dritten, kurzen Gespräch mit dem Geschäftsführer die endgültige Auswahl getroffen wird. Mehr Kandidaten können so geprüft werden, und zwar auch darauf, ob sie ins Azubi-Team passen. (sma)

Ansprechpartner: Jürgen Heinzel und Klaus-Ulrich Heimann (E-Mail: heinzel@wgllev.de; heimann@wgl-lev.de).

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