Adieu Fußgängerzone!
Dirk Lührmann (50) hat die 1992 von ihm gegründete, auf Handelsimmobilien in Ia-Lagen spezialisierte Maklerfirma an vier seiner Mitarbeiter verkauft – auch deshalb, um mal herauszufinden, „wie sich Langeweile anfühlt“.
Dirk Lührmann: Nach K kommt jetzt L, nein, aber da gibt es keine Gemeinsamkeiten. Ich habe mir gegönnt, was ich mir lange vorgenommen hatte. Ich wollte mich schon früher zurückziehen, aber das ist durch die Wirtschaftskrise verhagelt worden.
Lührmann: Die Stadt und die Welt bestanden für mich 21 Jahre lang fast nur noch aus Fußgängerzonen.
Lührmann: Ich könnte sagen: „Die Fußgängerzone ist ein wichtiger Teil meines Lebens, aber die Fußgängerzone ist nicht mein Leben.“
Lührmann: Ich weiß es wirklich noch nicht. Etwas Kreatives. Ich habe eine kleine Projektentwicklungsfirma, mit der ich sicher kleinere Sachen baue. Ich werde kein Dienstleister mehr sein und keine Firma mit mehr als zehn Mitarbeitern mehr haben.
Lührmann: Im besten Jahr waren es 18 Mio. Euro, nach dem Boom sind wir auf die Hälfte zurückgefallen.
Lührmann: Für das, was ich mir unter Leben vorstelle, reicht es, und außerdem ziehe ich mich ja nicht zurück, um nicht mehr zu arbeiten.
Bei Kemper’s gelernt
Lührmann: Nach dem Abitur habe ich zwei Semester Maschinenbau studiert, dann Architektur, was ich auch abgeschlossen habe. Anschließend habe ich noch einen Wirtschaftsingenieur draufgepackt. Als ich dann immer noch keine Lust zu arbeiten hatte, sah ich in der Zeitung eine Anzeige von Kemper’s. Von 1989 bis 1992 habe ich dort als Makler gearbeitet und dann in Osnabrück meine eigene Firma gegründet.
Lührmann: Sie kommen alle ursprünglich aus Osnabrück und haben die Unternehmensphilosophie mit der Muttermilch aufgesogen.
Lührmann: Am 3. Juli fahre ich mit dem Mountainbike über die Alpen. Bis in den September hinein werden noch Sachen in der Firma zu regeln sein. Danach? Mal sehen. Ich gehe diesen Schritt ja auch, um mal zu sehen, wie sich Langeweile anfühlt.
Das Interview führte Christoph v. Schwanenflug.