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Bewerber en masse

Wer bei Jones Lang LaSalle arbeiten möchte, muss zunächst ihn überzeugen: Wolfgang Th. Bake ist dort National Director und Head of Human Resources. Die Immobilien Zeitung sprach mit Bake unter anderem darüber, was er bei Bewerbern voraussetzt und was No-gos sind.

Lars Wiederhold
10. September 2009

Jones Lang LaSalle in Zahlen

. Gründung: über 200-jährige Unternehmensgeschichte. Ab 1939 Jones Lang Wootton. 1999 fusionierten Jones Lang Wootton und LaSalle Partners zu Jones Lang LaSalle Inc.

. Mitarbeiter: 560 in Deutschland/30.000 international

. Umsatz 2008: weltweit 2,7 Mrd. USD

. Gewinn 2008: weltweit 84,9 Mio. USD

. Standorte: weltweit 180 Büros, in Deutschland neun Standorte

. Tätigkeitsfeld: Finanz-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen im Immobilienbereich

. häufige Berufe: Consultant (Berater) in den Bereichen Leasing, Advisory und Investment sowie Property-Manager, Facility-Manager, Center-Manager und Project-Manager

. Durchschnittsalter: 32 Jahre

. Akademikeranteil: ca. 70%

. Frauen-/Männer-Quote: ca. 50% / 50%

. durchschnittliche Wochenarbeitszeit: ca. 40 Stunden

. Bewerber 2009: 1.245 in Deutschland, 50% davon Absolventen immobilienwirtschaftlicher Fächer

. Neueinstellungen 2008: 198

. geplante Einstellungen 2009: 84

. Entlassungen 2008 und 2009: Seit Beginn der Krise wurde die Belegschaft um 20% reduziert

. durchschnittliches Einstiegsalter: 31 Jahre, bei Trainees und Juniors 25 Jahre

. Praktikumsstellen 2009: 23

. Unternehmensstudenten 2009: 22

. Abschlussarbeiten 2009: 4

. Trainees 2008/2009: 9

. Einstiegsgehälter: keine starren Gehälter; abhängig von der Qualität des Bewerbers

. Zusatzleistungen zum Gehalt: Dienstwagen und variable Vergütungskomponenten (je nach Position), interne und externe Aus- und Weiterbildung, die zeitlich (Freistellung) und finanziell unterstützt wird, betriebliche Altersversorgung (nach einem Jahr), Unfallversicherung (sofort) und Blackberry (sofort)
Immobilien Zeitung: Herr Bake, wie gehen Sie bei der Nachwuchsrekrutierung vor?

Wolfgang Th. Bake: Wir pflegen einen engen Kontakt zu den Hochschulen. Etwa 50% unseres Bewerbereingangs kommt direkt von dort. Bei der Betreuung unserer Trainees arbeiten wir ebenfalls häufig mit deren Lehrstühlen zusammen, die dieses Angebot dankbar annehmen. Zudem schicken wir unsere Mitarbeiter als Dozenten an die Universitäten. Das ist für alle eine Win-Win-Situation.

IZ: Wie wirkt sich die Finanzkrise auf das Bewerberverhalten aus?

Bake: Zurzeit werden wir mit Initiativbewerbungen überschüttet. Die Qualität der Kandidaten ist dabei nicht immer zufriedenstellend, sodass eine intensive Auslese notwendig ist. Mit viel Selbstvertrauen können aber diejenigen Bewerber auftreten, die in ihrem Tätigkeitsfeld über Spezialwissen verfügen. Im Management-Services-Bereich ist etwa noch ein Ausbau der Stellen möglich.

IZ: Gerade in diesem Tätigkeitsfeld muss die Personalabteilung aber sicher auch sehr reaktionsschnell sein …

Bake: Ja, wir werden sogar oft schon parallel aktiv, wenn wir erfahren, dass eventuell ein Mandat gewonnen werden kann.

IZ: Was macht einen typischen JLL-Mitarbeiter aus?

Bake: Er muss eine ausgeprägte Dienstleistermentalität und eine Ausbildung mit fachlicher Tiefe mitbringen. Dabei haben wir keine festen Quoten, wie groß der Anteil von Bewerbern mit Diplom oder Bachelor sein muss. Praxiserfahrungen sind uns mindestens genauso wichtig wie die Frage, ob jemand das Examen mit der Note Eins oder Zwei bestanden hat. Aus dem Lebenslauf des Bewerbers muss zudem ersichtlich sein, dass er nicht einfach nur studiert, sondern bewusste Entscheidungen getroffen hat.

IZ: Welche K-.o.-Kriterien gibt es?

Bake: Wenn jemand ohne vernünftige Erklärung während seines Studium weder Praxis- noch Auslandserfahrungen gesammelt hat, fällt das negativ auf.

IZ: Bei den unternehmensinternen Werdegängen soll JLL sehr flexibel sein …

Bake: Der Einstieg ist ja zu einem gewissen Teil zufallsbedingt. Erst wenn der Mitarbeiter das Unternehmen richtig kennen lernt und wir ihn, zeigt sich, für welchen Bereich bzw. für welche Position er sich perspektivisch am besten eignet. Das muss dann nicht immer der Bereich sein, in dem er gestartet ist.

IZ: Wir danken für das Gespräch.

Das Interview führte Lars Wiederhold.

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