Hive Minds geht auf Mitgliedersuche
Netzwerk. An elf deutschen Standorten geht das Netzwerk Hive Minds an den Start. Den sieben Gründern schwebt vor, Immobilienprofis aus allen Alters- und Erfahrungsstufen zusammenzubringen. Um zukünftigen Mitgliedern ein Programm bieten zu können, haben sie bereits Sponsoren und Standortleiter gefunden und die ersten Termine für Events fest geplant.
Wenn ich auf die aktuelle Netzwerklandschaft schaue, gibt es zwei Lager. Es gibt die, bei denen man schnell Anschluss findet, die aber meist reine Nachwuchsnetzwerke sind. Und es gibt die, in denen erfahrene Profis mit einigen Berufsjahren zusammenkommen. Letztere sind aber oft sehr exklusiv und die Teilnahme an den Veranstaltungen ist mit erheblichen Kosten verbunden“, sagt Sarah Aldag. Mit sieben Jahren Berufserfahrung weiß sie, wie wichtig Kontakte sind, die über Netzwerkgruppen geknüpft werden, fühlt sich jedoch weder bei den Nachwuchs- noch bei den elitären Gruppen richtig zugehörig. Weil es so nicht nur ihr geht, starten sie und sechs weitere Young Professionals im Alter zwischen Ende 20 und Ende 30 das Netzwerk Hive Minds.
Sie selbst haben sich im eigenen Berufsleben zusammengefunden. „Wir kannten uns teilweise schon vorher aus der Immobilienbranche. Über gemeinsame Kontakte ist dann nach und nach genau diese Runde entstanden“, sagt Mitgründer Luis Naumann. Er und seine Mitstreiter haben bereits mehrere Events organisiert, so zum Beispiel eine Besichtigung der Antoniuskirche in Bochum, die nach 14 Jahren Leerstand zu einem Wohngebäude umgebaut wurde, oder des Redevelopment-Projekts Rhein-Ruhr-Zentrum. Zwischen 30 bis 45 Besucher konnten sie aus ihrem persönlichen Netzwerk zusammenbringen. Einblicke wie diese wollen sie in Zukunft auch den Mitgliedern von Hive Minds ermöglichen. Damit das Projekt auch wirklich das vorhandene Angebot ergänzen kann, haben die Gründer schon im Frühjahr damit begonnen, sich über ihre Vision Gedanken zu machen und sich Unterstützer ins Boot geholt.
An elf Standorten bereiten inzwischen 28 weitere Ambassadors die Netzwerkaktivitäten vor. Sie wollen in ihren Regionen Ansprechpartner für Mitglieder werden und sich um die Ausrichtung von Events wie Hive-Afterworks oder gemeinsame Projektbesichtigungen kümmern. Unter ihnen finden sich neben einer Junior-Projektleiterin auch ein Rechtsanwalt, Gebietsleiter und Geschäftsführer von Unternehmen aus verschiedenen Feldern im Alter von Mitte 20 bis Ende 40.
Damit auch Wünsche aus dem Netzwerk selbst berücksichtigt werden können und gleichzeitig Zutritte und exklusive Einblicke auf Baustellen und in Unternehmen überhaupt möglich sind, haben sich die Hive-Minds-Gründer Sponsoren gesucht.
Über verschiedene Pakete konnten sie neben dem EBZ aus Bochum als Bildungspartner für entsprechende Angebote auch 13 Firmen in unterschiedlichen Regionen als Unterstützer gewinnen. Sie wiederum profitieren später von Sichtbarkeit in der Gruppe, etwa durch die Besuche der Netzwerkmitglieder, mit denen sie in direkten Kontakt treten können, oder durch gemeinsame Social-Media-Posts.
Der Branchenbezug bildet das Kernthema
Mit der finanziellen Unterstützung der Unternehmen sollen auch die laufenden Kosten von Hive Minds gedeckt werden, etwa für die Bereitstellung der Webseite, erklärt Naumann. Die Gründer arbeiten wie die Ambassadors ehrenamtlich am Netzwerk, neben ihren Hauptberufen. So sind Naumann und Herzog als Geschäftsführer je im eigenen Familienunternehmen tätig, Aldag arbeitet als Senior-Key-Account-Managerin beim Proptech Syte, weitere Gründer kommen aus der Projektentwicklung und der Beratung.
Einen Bezug zur Branche müssen auch die zukünftigen Mitglieder mitbringen, damit der Austausch inhaltlich eine klare Ebene hat. Neben einer beruflichen Tätigkeit direkt in einem Branchenfeld kann das auch eine persönliche Beziehung zu Immobilien oder ein enger Kontakt des eigenen Berufs zur Branche sein. Eine kurze Bewerbung ist deshalb der erste Schritt zur Mitgliedschaft.
In der jeweiligen Zielregion schauen sich die Ambassadors jede Interessentenbewerbung persönlich an. Wer aufgenommen wird, verpflichtet sich mit einem monatlichen Beitrag von 15 Euro. Dieses Geld soll für die Gemeinschaftsarbeit genutzt werden, vorrangig, um überregionale Treffen zu finanzieren. Bei denen sollen dann alle Mitglieder – vom Berufseinsteiger bis zum Geschäftsführer – zusammenkommen können, sich vernetzen und ihr Wissen austauschen. „Hive bedeutet Bienenstock und ein solcher funktioniert nicht über Hierarchie, sondern über geteilte Intelligenz – kein einzelnes Tier trägt das Wissen, der Verbund trägt es gemeinsam. Genau darauf setzen wir: eine Branche, die zusammen mehr weiß, als jeder Einzelne für sich wissen könnte“, erklären die Gründer.
Ein erstes überregionales Treffen soll es während der Expo Real in München geben. Weitere Veranstaltungen sind in Planung. Fest im Kalender stehen unter anderem ein Afterwork in München (16. September), eine Objektbesichtigung mit Jamestown in Köln (29. September) und ein Treffen mit dem Investor des ehemaligen Kaufhofs in Hannover (1. Oktober).