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Union Investment verschlankt Immobiliengeschäft

Im Ressort Real Estate Management führt Union Investment unter der Leitung von Karim Esch das Investment- und Asset-Management zusammen. Henrike Waldburg scheidet im September aus der Geschäftsführung von Union Investment Real Estate aus. Für die kommenden sechs Jahre ist Stellenabbau geplant.

Harald Thomeczek, Janina Stadel
31. August 2026
Karim Esch.
Quelle: Union Investment

Das Hamburger Unternehmen Union Investment baut das Ressort Real Estate Management auf und bündelt so das Investment- und das Asset-Management. So soll das Ressort künftig die gesamte immobilienbezogene Wertschöpfungskette vom Ankauf über Bestandsmanagement, Vermietung und Nachhaltigkeitsstrategie bis zur wirtschaftlichen und technischen Weiterentwicklung der Bestandsimmobilien sowie den Verkauf zusammenführen. Dies gilt für bestehende und neue Fonds sowie für das Portfoliomanagement für Dritte. Die Leitung übernimmt Karim Esch, der seit Juli 2025 Mitglied der Geschäftsführung von Union Investment Real Estate (UIRE) ist.

Ein weiteres Ziel des Umbaus ist laut einem Unternehmenssprecher auch, die Plattform „schlanker“ zu gestalten. So soll in den kommenden sechs Jahren Personal sowohl in der Unternehmenszentrale in Hamburg als auch an den Auslandsstandorten reduziert werden. Die Stellenstreichungen sollen sich über alle Bereiche – u.a. Transaktionsmanagement, Assetmanagement – gleichermaßen verteilen.

Eine Zahl, wie viele Stellen genau bis 2032 abgebaut werden, nennt UIRE nicht. Betriebsbedingte Kündigungen seien nicht vorgesehen. Nach Informationen der Immobilien Zeitung soll es „prozentual und absolut“ um eine „zweistellige Anzahl“ von Stellen gehen. Eine Hamburger Quelle beziffert den Jobabbau auf 10% bis 15%. Laut einem UIRE-Sprecher soll die Verschlankung des Personalkörpers komplett „sozialverantwortlich erfolgen, über Abfindungen, Altersteilzeit und ein Freiwilligenprogramm“. Bei der Union Investment Real Estate GmbH in Hamburg waren laut Jahresabschluss 2025 Ende des vergangenen Jahres 376 Mitarbeiter beschäftigt, inklusive Auslandsbüros in Singapur und New York sind es 438.

Der geplante Stellenabbau geschieht vor dem Hintergrund von Kündigungen von Kleinanlegern in Milliardenhöhe und Abwertungen der Fondsobjekte. Allein im vergangenen Jahr sind die Assets under Management um 5 Mrd. Euro oder 10% abgeschmolzen. UIRE als Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) erzielte dennoch ein deutlich profitables Ergebnis: Das Jahresergebnis ging um 18,8 Mio. Euro bzw. 26,5% von 71 Mio. auf 52,2 Mio. Euro zurück. Für das laufende Jahr rechnet die Geschäftsführung um UIRE-Chef Michael Bütter mit einem deutlich größeren Ergebnisrückgang als letztes Jahr: Der prognostizierte niedrigere Provisionsüberschuss in Verbindung mit einem unveränderten Verwaltungsaufwand lassen die Führungsriege laut Prognose ein um 28,6 Mio. Euro oder 36,2% sehr viel geringeres Betriebsergebnis für 2026 erwarten.

Ginge diese Entwicklung ungebremst und ohne Gegenmaßnahmen so weiter, sei es nur eine Frage der Zeit, bis UIRE keinen Überschuss mehr für ihre Mutter DZ Bank produziere, heißt es im Markt. Laut dem UIRE-Sprecher soll die Neuausrichtung der Immobilienplattform für „nachhaltige Profitabilität in einem sich langsam erholenden Marktumfeld“ sorgen.

Den Prozess der Verschlankung zwecks Resilienzaufbau nicht begleiten wird die bisherige Chef-Assetmanagerin. Bereits im September verlässt Henrike Waldburg die Geschäftsführung von Union Investment Real Estate (RE) mit Auslaufen ihres Vertrags. Sie verantwortete auf dieser Ebene seit 2023 das Asset-Management. Darüber hinaus war sie stellvertretende CIO. 

Gerald Kremer übernimmt als COO erweiterte Aufgaben im Bereich Operations. Neben der Verantwortung für die operative Infrastruktur und Prozesse wird er für den Ausbau von KI-Einsatz und Digitalisierung im Unternehmen zuständig sein. Michael Bütter bleibt als Vorsitzender der Geschäftsführung unter anderem für Immobilienstrategie, Fondsmanagement einschließlich Fondscontrolling und Finanzierungsmanagement sowie Marketing und Kommunikation zuständig.

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