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Trittsicher? Höhere Unfallquoten 2010

Die Zahl der Arbeitsunfälle hat sich im vergangenen Jahr bundesweit wieder leicht erhöht. Gerade im Baugewerbe ist die Unfallgefahr hoch. Der schwedische Bau- und Immobilienkonzern NCC hat die Arbeitsbedingungen mit seinen 17.000 Mitarbeitern in acht Ländern auf einem Awareness Day diskutiert, um künftig die Unfallquoten zu verringern.

Sonja Smalian
15. März 2012
Die Zahl der Unfälle hat sich 2010 gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht. Das sei jedoch der positiven wirtschaftlichen Entwicklung geschuldet, heißt es in einem Bericht der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin.
Bild: BilderBox.com

Auslöser für den Awareness Day waren mehrere tödliche Unfälle im vergangenen Jahr im Konzern. Jeder Unfall sei einer zu viel, sagt Nils Olov Boback, Geschäftsführer NCC Deutschland. Der Konzern verfolgt eine Null-Unfälle-Vision und hat auf dem Aktionstag mit allen Mitarbeitern in Teams für einige Stunden die Arbeitsbedingungen diskutiert. Während es auf den Baustellen u.a. um Sturzrisiken ging, reichten in den Büros die Vorschläge von Handauflagen für die Tastatur über die Beleuchtung bis zu Stolpergefahr durch Kabelwirrwarr. Es seien viel mehr Ideen geäußert worden, als erwartet. Der Input der Mitarbeiter soll in Deutschland schon beim Umzug in die neuen Büroräume umgesetzt werden. Der Tag war so erfolgreich, dass er jetzt jedes Jahr durchgeführt werden soll, so Boback.

Die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle war bundesweit 2010 um ca. 8% auf 674 verunglückte Menschen gestiegen. Darin spiegele sich die wirtschaftliche Erholung nach dem Krisenjahr 2009 wider, die durch mehr Erwerbstätige, aber auch ein höheres Arbeitstempo gekennzeichnet gewesen sei. Die Zahl der meldepflichtigen Unfälle erhöhte sich auf 1.045.816 (+7,3%). Das zeigt der jährlich erscheinende Bericht „Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit – Unfallverhütungsbericht Arbeit“ (SUGA), der vor kurzem für das Jahr 2010 erschienen ist. Dafür analysiert die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) Daten über Berufskrankheiten sowie Arbeits- und Wegeunfälle von allen Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung und zieht Informationen u.a. des Statistischen Bundesamts, der Rentenversicherung und der Gewerbeaufsicht für ihre Untersuchung heran.

Auch die Unfallquote erhöhte sich 2010 von 25,8 auf 27,4 je 1.000 Vollarbeiter, bleibt aber unter dem Wert von 2008 (28,3). In den vergangenen zwei Dekaden ist ein deutlicher Fortschritt erreicht worden und die Unfallquote halbierte sich von 54,4 (1990) bis heute. Im Baugewerbe hingegen beträgt die Unfallquote auch im Jahr 2010 noch 57,6 und liegt damit deutlich über dem branchenübergreifenden Durchschnitt (27,4), auch wenn sich die Werte gegenüber dem Vorjahr verbesserten (2009: 66,7). Im Grundstücks- und Wohnungswesen belief sich die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle wie im Vorjahr auf 8,3 je 1.000 Vollarbeiter. Auch die Arbeitsunfähigkeit nahm leicht zu (114,7 Fälle pro 100 Versicherte 2010) und betrug im Schnitt 11,3 Tage je Arbeitnehmer, die sich auf 408,9 Mio. Arbeitsunfähigkeitstage summierten. Dadurch sei rechnerisch ein geschätzter Ausfall der Produktion von 39 Mrd. Euro bzw. der Bruttowertschöpfung von 68 Mrd. Euro entstanden, heißt es in dem BAuA-Bericht. Für Prävention und Erste Hilfe wurden hingegen nur rund 972 Mio. Euro aufgewendet.

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Aufgewachsen ist Florian Bauer im oberbergischen Waldbröl und Reichshof. Seinen Karrierestart hatte der inzwischen 36-Jährige bei der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt. Mittlerweile lebt der zweifache Familienvater in Köln und auf Mallorca. Von dort aus leitet der ausgebildete Bankkaufmann, Versicherungsfachmann und Immobilienökonom mit der Bauer Immobilien Unternehmensgruppe seine eigene Firma. Außerhalb des Büroalltags und fernab vom Schreibtisch trifft man ihn nicht selten auf der Rennbahn. Er ist sich sicher, wenn er den Weg in die Immobilienbranche nicht gefunden hätte, wäre er Motorsportler geworden.