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Personalwachstum in Westeuropa und Asien

Sonja Smalian
09. Februar 2010

Die Immobilienprofis in Deutschland können sich freuen: Zumindest in Westeuropa und in Asien sehen die Unternehmenschefs 2010 wieder steigenden Personalbedarf, zeigt eine Studie des Urban Land Institute (ULI).

Der Kampf um die besten Köpfe ist auch in Zeiten der Rezession ein wichtiges Thema für die europäische Immobilienwirtschaft. Nachdem die große Entlassungswelle bereits vorbei ist, ist nun das Halten von Leistungsträgern eine der wichtigsten Aufgaben des Personalmanagements, heißt es in der ULI-Studie „The Business Enterprise in Europe: Leadership Prospectives“. Die Ergebnisse basieren auf Interviews und einer Online-Umfrage mit etwa 100 europäischen Unternehmenschefs. Denn es besteht die sicherlich berechtigte Sorge, dass manch erfahrener Mitarbeiter vorzeitig in den Ruhestand tritt oder aber seinen Fokus ändert, wenn keine Perspektiven aufgezeigt werden.

Motivation der Belegschaft

Nach dem Hype der vergangenen Jahre und dem Schock der Finanzkrise ist es jetzt vor allem wichtig, die Motivation der Teams in einer Phase der langsamen, schrittweisen Veränderungen aufrechtzuerhalten, sagen 40% der Befragten. Ein Mittel, um die Mannschaft bei Laune zu halten und sich für die Zukunft gut zu positionieren, ist die Weiterbildung. Musste in der Boomphase vor allem schnell Personal aufgebaut werden, so wird jetzt die Zeit genutzt, um gezielt die Qualifikationen aufzubauen – und dazuzukaufen. So berichtet ein Investor, dass sich zwar die Höhe des Personalbestands nicht verändert habe, viele Mitarbeiter aber sehr wohl ausgewechselt wurden.

Jetzt stellen sich die Unternehmen für den nächsten Aufschwung auf und positionieren sich neu. Deswegen müssen sie nun das Führungspersonal identifizieren, das ihr Unternehmen auch noch in fünf Jahren voranbringen soll. Wo die Unternehmenschefs künftiges Personalwachstum sehen, dürfte die deutschen Immobilienprofis beruhigen: Ein Drittel der Befragten nannte Westeuropa. Für Asien prognostiziert fast die Hälfte künftig steigenden Personalbedarf.

Doch die Nachfrage nach mehr Mitarbeitern ist begrenzt. Den größten Bedarf sehen Kapitalanlagegesellschaften, die ihren Mitarbeiterstamm 2009/2010 um schmale 2,8% erweitern wollen, gefolgt vom Private-Equity-Bereich und dem Bereich Property-Management. Schlecht sieht es nach Einschätzung der Unternehmenschefs jedoch nach wie vor vor allem bei den Banken, aber auch im Baubereich aus, die auch künftig noch Personal reduzieren werden.

Ein Segmentübergreifender Blick auf die gesuchten Funktionsträger bestätigt diesen Trend ebenfalls: Während die Bereiche Asset- und Portfolio-Management sowie der Eigenkapitalvertrieb und der Bereich Akquisition von rund einem Drittel der Befragten aufgestockt werden, wird im Bereich Projektentwicklung und Construction eher Personal verringert. Unabhängig vom Funktionsbereich werden erfahrene und damit meist auch teure Angestellte abgebaut. Mitarbeiter mit einem Gesamtjahreseinkommen von mehr als 145.000 Euro müssen besonders häufig bei Banken (-4,2%) und im Bereich Private Equity (-2,1%) gehen.

Neue Vergütungsprogramme

Um die Kosten zu senken, werden auch neue Kompensationsformen erprobt. Boni werden nach Einschätzung der Befragten auf der Führungsebene (CEO, CFO, COO etc.) auch 2010 niedrig bleiben. Mit einem Rückgang von 15% muss das Führungspersonal in Makler- und Beratungsfirmen das größte Minus einstecken. Offenbar rechnen die Unternehmenslenker in diesem Bereich nicht mit einer baldigen Erholung der wirtschaftlichen Lage. Ebenfalls schlecht sieht es für Vorstände in der Projektentwicklung bzw. im Baubereich aus. Sie werden wohl Einbußen von 13% hinnehmen müssen. Doch auch in den Bereichen Investment-Management und Private Equity, die wieder Personal nachfragen, werden die Boni sinken (- 6% bzw. -7%). Einige Firmen experimentieren damit, die Boni zu einem bestimmten Anteil mit Aktien zu vergüten, um die eigenen finanziellen Mittel zu schonen. Gleichzeitig werden die langfristigen Anreizsysteme insbesondere bei den Banken ausgebaut. Unter den veränderten Marktbedingungen müssen die Unternehmen erst wieder eine neue Vergütungsbalance finden, mit der Mitarbeiter gehalten, Kosten gesenkt und weniger Anreize für kurzfristig orientiertes Handeln gesetzt werden. Die von der Öffentlichkeit und den Medien besonders beobachteten börsennotierten Aktiengesellschaften werden nach Meinung der Befragten bereits reagieren: Festgehalt (1,4%) und langfristiges Anreizsystem rauf (5%) und die so verschrienen Boni runter (-9,3%). (sma)

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