Editorial
Ich dachte lange, dass mich das Thema nichts angeht. Klar, ich bin eine Frau. Aber benachteiligt habe ich mich deshalb in meinen ersten Berufsjahren nicht gefühlt. Und natürlich war ich gegen eine Frauenquote, weil ich einen Job wegen meiner fachlichen und persönlichen Kompetenz bekommen wollte und nicht, weil ich eine Frau bin. Wer will schon eine Quotenfrau sein? Das Argument gibt es immer noch. Was mich allerdings die Zeit gelehrt hat: Ohne Zwang wird es in vielen Unternehmen keine Gleichberechtigung geben, das gilt umso mehr in der männerdominierten Immobilienwirtschaft. Die Quote für Vorstände ist dabei ein erster Schritt. Wenngleich auch nur ein ziemlich kleiner, wie mein Kollege Harald Thomeczek festgestellt hat, da es gar nicht so viele Unternehmen gibt, bei denen sie greift. Zudem ist der Weg vom Referentenentwurf zum Gesetz noch weit.
Das Frauenquötchen
Die Frauenquote für Vorstände kommt. Allerdings gilt die Mindestbeteiligung über alle Branchen hinweg nur für rund 70 Unternehmen. In der Immobilienbranche sind Hochtief und die W&V-Gruppe mit Wüstenrot betroffen. Die Chefetage von Deutsche Wohnen, immerhin im DAX notiert, hingegen darf frauenfrei bleiben.
Arbeitgeber aus der WoWi kämpfen um Aufmerksamkeit
Arbeitgeber aus der Wohnungswirtschaft (WoWi) kämpfen um Aufmerksamkeit. Anfang des Monats hat der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen die „erste bundesweite Arbeitgeberkampagne der Wohnungswirtschaft“ gestartet. Diese Kampagne ergänzt die Ausbildungskampagne, die schon zehn Jahre alt ist.
Endspurt im ersten dreijährigen Weiterbildungszeitraum
Die erste Dreijahresperiode für die verpflichtende Weiterbildung von Immobilienverwaltern und -maklern endet am 31. Dezember 2020. Der Verband der Immobilienverwalter Deutschland (VDIV) hat rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist seine „Online-Bibliothek für Wohnimmobilienverwalter“, kurz VDIV-WBThek gelauncht. So können Verwalter auch auf den letzten Metern noch die geforderten 20 Stunden Fortbildung in 36 Monaten zusammenbekommen.
Klaus Schmitt wird doch nicht Corestate-CEO
Nächste Volte beim Investmentmanager Corestate: Auf die Rochade im Aktionärskreis und den zweiten Komplettaustausch des Aufsichtsrats in diesem Jahr folgt die Neubesetzung des CEO-Postens. Das Kuriose dabei: Der scheidende CEO Klaus Schmitt geht, bevor er überhaupt angekommen ist.
Karsten Nölling
Als Vorsitzender der Geschäftsführung von Kiwi.ki sorgt Karsten Nölling (42) dafür, dass sich Türen digital öffnen. Die Tür zur Immobilienbranche ging für den gebürtigen Marburger eher zufällig auf. Den Wirtschaftsingenieur zog es zunächst zu Mercedes-Benz. Es folgten Stationen als Unternehmensberater in Australien und bei McKinsey in Deutschland. Seit 2011 tummelt er sich in der Berliner Start-up-Szene und gründete eine Firma mit einer Concierge-App für Hotelgäste. 2014 betrat er die Büros von Kiwi.ki, zuerst als Vertriebsleiter. Seit 2016 ist er CEO.
Bestnoten für sieben Headhunter in der Immobilienbranche
Sieben Personalberatungen, die auch oder ausschließlich Positionen in der Immobilienbranche besetzen, haben im Headhunter-Ranking des Magazins Wirtschaftswoche (WiWo) Bestnoten erhalten.
„Frauen sollten selbst für mehr Sichtbarkeit sorgen“
Helene von Roeder, Finanzvorständin der Bochumer Wohnungs-AG Vonovia, will mehr Frauen in Führungspositionen sehen. Damit das klappt, müssen, fordert von Roeder, alle ihren Beitrag leisten: Frauen, Arbeitgeber, Politik. Die Corona-Krise ist ein Rückschlag für berufstätige Mütter, stellt die CFO fest. Die Akzeptanz flexiblen Arbeitens dagegen sieht sie mit Corona gewachsen.
„Die Refinanzierung der Hilfspakete bereitet mir Sorgen“
Timo Tschammler hat 2020 größtenteils als Zaungast erlebt. Nach seinem Abschied von JLL spann er die Fäden für seine Selbstständigkeit. Das einschneidendste Ereignis war die Geburt seines Sohnes Leon Maxim.