"Die Mitarbeiter können sich auf uns verlassen"
Der Systembauspezialist Goldbeck wächst stärker als der Markt und hat einen hohen Personalbedarf. Christian Büscher, Geschäftsführer Goldbeck International, und Personalleiter Jürgen Eggers sind zuversichtlich, dass sie bei Kandidaten und Mitarbeitern gute Karten haben.
Christian Büscher: Durch die Vorfertigung von Systembauelementen in unseren eigenen Werken können wir schnell wetterfeste Gebäudehüllen herstellen und die Gebäude in sehr kurzer Bauzeit und preiswert fertigstellen. Unsere Produkte und unsere Herstellungsmethode wurden von unseren Kunden sehr gut angenommen. Dadurch hat sich unser Umsatz in den vergangenen zehn Jahren – trotz eines Knicks in der Finanzkrise 2008 – von rund 500 Mio. auf fast 2 Mrd. Euro vervierfacht. Jahr für Jahr sind wir anders als der Baumarkt stark gewachsen. Die Personalentwicklung hat da einfach mitgezogen.
Jürgen Eggers: In den vergangenen fünf Jahren war die Zahl der offenen Stellen immer ungefähr so hoch wie heute.
Eggers: Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie sich auf Goldbeck verlassen können. In der Krise 2008, als die Kunden auf die Baubremse getreten haben und auch wir einen Auftragsrückgang erlebten, haben wir nicht auf Kurzarbeit geschaltet – obwohl die Voraussetzungen dafür gegeben waren – oder betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen und Personal entlassen. Sondern wir haben 10 Mio. Euro in ein Betonfertigteilwerk in Hamm/Westfalen investiert. Als der Auftragsmotor nach eineinhalb, zwei Jahren wieder ansprang, standen wir voll da. Das ist ein wichtiger Punkt der Personalmotivation bzw. der Personalbindung.
Büscher: Die Zufriedenheit unserer Mitarbeiter drückt sich in einer vergleichsweise geringen Fluktuationsquote von gerade einmal 6% aus. Zieht man Fälle ab, in denen wir uns selbst von einem Mitarbeiter trennen oder in denen ein Mitarbeiter regulär ausscheidet, liegt die Quote der Eigenkündigungen pro Jahr im Schnitt bei nur 3,5%.
Büscher: Mit 32 Tagen Urlaub im Jahr, einer Gewinnbeteiligung für Mitarbeiter als stille Gesellschafter – die Mitarbeiter erhalten eine ergebnisabhängige Verzinsung auf den Nennwert ihrer Beteiligung -, einem Zuschuss zur Kinderbetreuung, Kitas an zwei Standorten und über 250 Mitarbeiterseminaren in unserer eigenen Akademie. Außerdem geben wir Zuschüsse für Weiterbildungen in Höhe von bis zu 80% der Weiterbildungskosten. Je nachdem, wie relevant die einzelne Maßnahme für den jeweiligen Mitarbeiter in seiner besonderen Funktion für uns ist.
Eggers: Wir fokussieren uns derzeit auf Young Professionals mit fünf Jahren Berufserfahrung und mehr. Es fällt tatsächlich immer schwerer, qualifiziertes Personal mit einer Berufserfahrung von fünf bis zehn Jahren zu bekommen – vor allem in den Bereichen Gebäude- und Elektrogebäudetechnik.
Eggers: Doch, natürlich. Es gelingt uns aber sehr gut, unseren Bedarf an Nachwuchs zu stillen.
Eggers: Mit Hochschulkooperationen: Rund 40 Hochschulbeauftragte, meist Alumni aus unseren Reihen, halten Vorträge, leiten Exkursionen und Workshops oder nehmen an Hochschulmessen teil. Wir bieten Studierenden, die kurz vor ihrem Abschluss stehen, auch Fallstudien an: Zwölf Studenten kommen für einen Tag zu uns und versuchen sich an der Lösung von tatsächlich aufgetretenen Problemen aus der Praxis. Außerdem finanziert die Goldbeck-Stiftung Forschungsvorhaben. Und für Absolventen ist bei der Arbeitgeberwahl die Option, international zu arbeiten, immer wichtiger. Diese Option ist bei uns ebenfalls gegeben.
Das Interview führte Harald Thomeczek.