In Baden-Württemberg vereinbaren Verdi und Handelsverband 3% Tarifplus
Im baden-württembergischen Einzel- und Versandhandel steigen Einkommen in zwei Stufen. Das berichtet die Backnanger Kreiszeitung.
Verdi und der Handelsverband Baden-Württemberg vereinbarten am Dienstag in Sindelfingen einen Tarifabschluss für den Einzel- und Versandhandel mit rund 500.000 Beschäftigten. Die Gehälter steigen rückwirkend zum 1. Juli um 3% und zum 1. April 2027 um weitere 2%. Die Laufzeit beträgt 25 Monate.
Das tarifliche Mindestentgelt steigt zunächst auf 14,20 Euro, danach auf 14,60 Euro und im Laufe des Jahres 2027 auf 14,90 Euro. Im Vergleich zum Pilotbezirk Nordrhein-Westfalen werden die Einkommen in Baden-Württemberg einen Monat früher angehoben. Zuvor gab es Tarifabschlüsse in Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern.
Der Abschluss gilt direkt für tarifgebundene Unternehmen. Bundesweit wenden mehr als 80% der Betriebe keinen Tarifvertrag an. Nach Verdi-Angaben erzielte der Handel in Deutschland im vorigen Jahr 2,17 Bio. Euro Gesamtumsatz, darunter 823 Mrd. Euro im Einzelhandel sowie 1,35 Bio. Euro im Groß- und Außenhandel. Der Gewinn belief sich auf 82,9 Mrd. Euro, davon 25 Mrd. Euro im Einzelhandel und 57,9 Mrd. Euro im Groß- und Außenhandel. Eine Kauffrau im Einzelhandel verdient ab dem sechsten Berufsjahr rund 3.220 Euro brutto monatlich.
Wie die Backnanger Kreiszeitung berichtet, blieb das Geschäftsklima im Einzelhandel im August gegenüber Juli nahezu unverändert. Das Münchner Ifo-Institut sieht die seit Mai beobachtete Erholung gebremst; die Geschäftserwartungen verbesserten sich, während Unternehmen den weiteren Jahresverlauf pessimistisch beurteilen. Gestiegene Energiepreise erhöhen 2026 die Inflation.