Generationswechsel im Hause Fay Projects
Seit heute sind für den Entwickler und Manager Fay Projects offiziell Carl Fay und Ingo Lindner als Geschäftsführer verantwortlich. Sie übernehmen das Ruder von Wolfgang Heid und Ralph Esser.
Ein Generationswechsel in aller Stille war es nicht, was das Traditionsunternehmen Fay Projects gestern Abend im Frankfurter Hotel The Florentin beging: Mit 150 Gästen feierte die Gruppe den Übergang der Geschäftsführung auf Carl Fay und Ingo Lindner. Carl Fay, Sohn des Mehrheitseigentümers Andreas-Norbert Fay, arbeitet seit 2019 im Unternehmen und ist seit heute dessen kaufmännischer Geschäftsführer. Ingo Lindner ist seit 2022 dabei und verantwortet als Co-Geschäftsführer ab sofort auch offiziell die technischen Themen des Geschäfts. Die wichtigen strategischen Fragen werden aber nach wie vor zu viert geklärt: Wolfgang Heid, bis gestern Vorsitzender der Fay-Geschäftsführung, wechselt als Gesellschafter in den Beirat des Unternehmens an der Seite des Vorsitzenden Andreas-Norbert Fay. Esser bleibt zudem als Berater mit an Bord.
Fay besteht seit 60 Jahren und zählt zu den Traditionsunternehmen der Branche. Als Entwickler machte sich das familiengeführte Unternehmen u.a. mit der Konversion der historischen Villa Kennedy in Frankfurt in das heutige Luxushotel The Florentin einen Namen. Die Entwicklung von Büro- und Hotelimmobilien bildete jahrzehntelang das Kerngeschäft des Mannheimer Mittelständlers. Der Markteinbruch von 2022 hinterließ auch hier starke Spuren. Verkaufsreife Projekte hat das Unternehmen seitdem im Eigenbestand weiterbewirtschaftet, statt sie unter den eigenen Preiszielen zu verkaufen. Besagtes Gewerbe-Portfolio im Wert von rund 270 Mio. Euro wird daher bis heute von Fay gehalten und betreut. Hinzu kommen die beiden noch nicht realisierten Großprojekte Spandauer Ufer (Berlin) und Cannion (Stuttgart-Bad Cannstatt). Beide sind als gemischt genutzte Gewerbekomplexe mit Büro, Hotel, Handel und Gastronomie konzipiert. Nun muss die neue Geschäftsführung daran arbeiten, die Vorhaben zu einem guten Ende zu bringen.
„Spandauer Ufer ist vermutlich unser aktuell wichtigstes Projekt, wir stecken alle Kräfte in die Umsetzung“, so Geschäftsführer Fay. Bis Ende 2027 ist noch Zeit, so viele Büro-Ankermieter zu finden, die das Projekt für die kalkulierte Bankfinanzierung braucht. Für das Cannion bei Stuttgart steht eine Umkonzeption von Büro- zu wohnnaher Nutzung zur Debatte. Das Thema Wohnen will Fay künftig generell ausbauen, im Blick hat er neben klassischen Mietshäusern auch Studenten-, Kurzzeit- und altengerechtes Wohnen. „Ich würde mich freuen, wenn dieses Jahr wieder ein Ankauf für eine eigene Fay-Projektentwicklung gelingt“, sagt er. Außerdem hofft er auf Aufträge für Service-Developments. Den Geschäftsbereich wollte sich Fay ursprünglich bereits 2025 erschließen. Das Unternehmen erwartet für die kommenden 24 Monate eine Wende: Immer mehr Finanzierer würden realisieren, dass sie ihr eingesetztes Geld nur wiederbekämen, wenn sie das finanzierte Grundstück auch bebauen.
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