Ex-CEO von Evergrande zu lebenslanger Haft verurteilt
Von einem Gericht im chinesischen Shenzen ist der Chef des seinerzeit größten chinesischen Projektentwicklers Evergrande wegen Veruntreuung und Bestechung zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Der Konzern Evergrande war ein Aushängeschild des chinesischen Immobilienbooms und sein Kollaps wurde zum Symbol der darauffolgenden Krise. Der völlig überschuldete Konzern musste in den vergangenen Jahren schrittweise abgewickelt werden, der chinesische Immobilienmarkt hat sich bis heute nicht von dem Absturz erholt. Der Preisverfall bei Wohnungen und die daraus folgende Konsumzurückhaltung vieler Chinesen, die große Teile ihres Vermögens in Immobilien angelegt hatten, tragen zur schleppenden Binnenkonjunktur des Landes bei.
Hui Ka Yan/Xu Jiayin (Hui ist sein international gebräuchlicher kantonesischer Name) wurde nun in Shenzen zu lebenslanger Haft verurteilt, sein Vermögen wird eingezogen. Über das Urteil berichten verschiedene Agenturen und die britische BBC. Hui gründete Evergrande im Jahr 1996 und galt zwischenzeitlich als reichster Mann Chinas. Auf dem Höhepunkt der Immobilienblase entwickelte der Konzern Projekte in 22 Städten, 2018 bezifferte das Magazin Forbes den Börsenwert auf 42 Mrd. USD. Evergrande baute vor allem Wohnungen, ein beliebtes Anlage- und Spekulationsobjekt für Chinesen bis zur Wende im Jahr 2020. Damals erließ die Regierung Maßnahmen, um die boomende Kreditfinanzierung von Immobilienkäufen zu bremsen. 2021 gab es erste Krisenanzeichen des Konzerns, 2025 wurden die (so gut wie wertlosen) Aktien von der Börse genommen.
Der BBC zufolge hatte sich Hui bereits im April verschiedener Vergehen schuldig bekannt, darunter der Unterschlagung von Vermögenswerten und der Bestechung. Im Laufe des Verfahrens stellte sich heraus, dass Evergrande Vorauszahlungen, die Käufer auf Wohnprojekte geleistet hatten, für den Start weiterer Projekte zweckentfremdete. Finanzdaten wurden gefälscht und bei der Geldbeschaffung kam Bestechung ins Spiel. Im Zuge des Urteils gegen Hui erhielten seine Firmen Evergrande Group und Evergrande Real Estate ebenfalls Strafen, sie müssen unter anderem wegen Falschbilanzierung und verdeckter Verschuldung insgesamt 2,35 Mrd. USD zahlen.