Auszubildende werben Nachwuchs
Der Arbeitgeberverband der Deutschen Immobilienwirtschaft hat die Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Fürth vor kurzem als vorbildlichen Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. Was unterscheidet das Unternehmen von anderen? Es überträgt seinen Auszubildenden viel Verantwortung. Gerade haben sie ihren Ausbildungsberuf Nachwuchsfußballern vorgestellt – und der erste ist bereits im Team der WBG Fürth aufgelaufen.
Spielerisch führte der WBG-Nachwuchs die Fußballer der Spielvereinigung Greuther Fürth in ihre Welt ein. Bei dem Kommunikationsspiel Tabu mussten Begriffe wie Nebenkosten, Hausmeister oder Schönheitsreparatur erklärt und erraten werden – ohne dabei jedoch bestimmte Tabuwörter zu verwenden. Eine Unternehmenspräsentation und eine anschließende Rallye zu den verschiedenen Arbeitsplätzen rundeten das Programm ab. Durch die interaktive Präsentation sei viel hängengeblieben, sagt Ingo John vom Nachwuchsleistungszentrum. Besonders die Schüler, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, würden in der Beruf-Findungsphase aktiv unterstützt. Unternehmensbesuche gehören dazu.
Der Kontakt zur WBG Fürth besteht schon länger über einen Sponsoringvertrag. Zudem wird seit Herbst dieses Jahres bereits ein Spieler zum Immobilienkaufmann ausgebildet. Trotz des intensiven Trainings am Abend könne der neue Sport-Azubi ohne Probleme in den Ausbildungsablauf integriert werden, sagt Sandra Zoephel-Uhl von der WBG Fürth. Sie betreut die insgesamt sieben Auszubildenden des Unternehmens, das weitere 22 Mitarbeiter beschäftigt. Die Präsentation vor den Spielern ist jedoch nur ein Baustein der Nachwuchswerbung, bei dem die Azubis aktiv mitwirken: So organisieren sie auch den jährlichen Bewerbertag und den ersten Arbeitstag der Neu-Azubis.
Rund 60 Bewerbungen erhielt Zoephel-Uhl auf zwei Plätze. 20 Kandidaten lud sie zu einem Bewerbertag ein, bei dem die Azubis eine Rallye mit den Kandidaten veranstalteten und in Rollenspielen typische Situationen simulierten. Zudem müssen die Bewerber einen Persönlichkeitstest absolvieren, in dem u.a. Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Entschlussfreudigkeit und Motivation mit 60 Fragen geprüft werden. Dieser Test hat den Allgemeinbildungstest abgelöst, der nicht zielführend war. Auch die alteingesessenen Azubis dürfen den Test jedes Jahr noch einmal machen.
Am Ende eines Bewerbertags geben auch die Azubis ihr Urteil über die Kandidaten ab. Alle seien sich einig, wer ins Team passen könnte – und wer eben nicht, so Zoephel-Uhl. Bei dem endgültigen Auswahlgespräch sind die Azubis dann jedoch nur noch Beisitzer. Auch Zoephel-Uhl stellt sich dem Urteil des Nachwuchses und bittet einmal jährlich um Feedback.