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Die Turmprüferin der Strabag

Mareike Nieden ist für die Strabag PFS in schwindelerregenden Höhen unterwegs.

Lars Wiederhold
12. März 2015
Große Höhen sind für Mareike Nieden kein Problem.
Bild: Strabag PFS

Höher hinaus geht es im Saarland nicht: Alle zwei Jahre bezwingt die Turmprüferin Mareike Nieden (30) den 290 m hohen Sendemast Schocksberg. In voller Klettermontur erklimmt sie die Stahlgitterkonstruktion. Sie klettert nicht allein. Turmprüfer steigen immer zu zweit, um sich gegenseitig zu sichern. „So entsteht eine ganz spezielle Art von Kollegialität, schließlich vertrauen wir uns unser Leben an“, erklärt Nieden.

Die Saarländerin ist eine von bundesweit sechs Turmprüfern bei Strabag Property and Facility Services (PFS) und besteigt jedes Jahr bis zu 200 Funktürme, Antennenmasten oder Dachstandorte im Saarland und in der Pfalz. Sie checkt die technischen Anlagen und die Masten auf Funktionsfähigkeit und mögliche Schäden und übernimmt Wartungsarbeiten. Wichtige Anforderungen sind dabei aus ihrer Sicht Respekt vor der Höhe, eine gute Ausbildung und das peinliche genaue Einhalten sämtlicher Sicherheitsvorschriften. Selbst ein vergleichsweise niedrigerer Antennendachstandort mit nur 10 m Höhe erfordere dieselbe Sorgfalt und Vorbereitung wie der Schocksberg-Turm. Auch dann hätte ein Sturz schlimme Folgen.

Nieden ist die einzige Frau in der Turmprüfer-Truppe der Strabag PFS. „Im Alltag spielt mein Geschlecht keine Rolle. Viel wichtiger ist es, kein Warmduscher, sondern geländetauglich und wasserdicht zu sein“, betont Nieden. Turmprüfer sind bei Wind und Wetter unterwegs, nur im Falle einer konkreten Sturmwarnung bleiben sie am Boden.

Bevor sie eingesetzt werden, müssen sie einen mehrmonatigen Steigerlehrgang absolvieren. Dazu kommt eine jährliche Rettungsübung und ein Fitnesscheck alle zwei Jahre. Weitere Grundvoraussetzung ist eine Ingenieursausbildung: Nieden besitzt z.B. einen Bachelor-Titel in Architektur und Bauingenieurwesen und macht gerade ihren Master. Gefragt ist außerdem die Fähigkeit, das Gesehene in Prüfberichten zu beschreiben. „Für mich ist es oft schwieriger, im Büro die passende Formulierung zu finden, als auf die höchsten Masten zu klettern“, verrät Nieden. Von ihrem Urteil hängen Investitionsentscheidungen in Millionenhöhe ab.

Trotz der hohen Verantwortung und des Risikos orientiert sich der Verdienst von Turmprüfern eng an der üblichen Gehaltstabelle der Strabag PFS. Nur wenn höher als 20 m gestiegen wird, gibt es pro Tag eine Erschwerniszulage.

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