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Gestatten: Stefan Jäger, Immobilienberater

Die Immobilienwirtschaft bietet so viele Möglichkeiten. Schade, dass selbst Studenten immobiliennaher oder verwandter Studiengänge oft nicht so recht wissen, was sie mit ihrem Studium alles in der Branche anfangen können. Jungprofi Stefan Jäger nahm den Nachwuchs auf dem IZ-Karriereforum mit in seinen Jobkosmos.

Harald Thomeczek
21. Juni 2018
Stefan Jäger stand erst mit einem Vortrag auf der Bühne - und später Studenten(innen) Rede und Antwort.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Melanie Bauer

Jäger absolvierte erst ein Immobilienmanagement-Studium mit der Fachrichtung Facility-Management in Heidelberg, ehe er in Weimar einen Master in Management (Bau, Immobilien, Infrastruktur) draufsetzte. Der 30-Jährige hat thailändische Wurzeln. Das ist deshalb wichtig zu erwähnen, weil er nach seinem Studium erst mal im Familienunternehmen in Thailand als Projektentwickler gearbeitet hat. „Irgendwann wollte ich aber nicht mehr bei manchen nur als Sohn von xy wahrgenommen werden. Außerdem lassen sich Beruf und Privatleben schwer trennen, wenn man für ein Familienunternehmen arbeitet“, erzählt Jäger.

Nach 16 Monaten brach Jäger seine Zelte in Thailand deshalb wieder ab. Angst, lange auf ein gutes Jobangebot warten zu müssen, hatte er nicht: „Der deutsche Immobilienmarkt ist heiß, Immobilienexperten sind gesucht.“ Wieder zurück in Deutschland, lief Jäger prompt eine Stellenanzeige von Drees & Sommer über den Weg. Gesucht wurde eine Nachwuchskraft, die im Team mit einem alten Hasen im Investorenauftrag Immobilienportfolios in der technischen An- und Verkaufsprüfung z.B. auf Instandhaltungsstau und nötige Capex-Maßnahmen abklopft. Sein Gegenüber im Bewerbungsgespräch überzeugte ihn – ebenso wie das Angebot, das man ihm machte.

Und so reist Jäger seit einem knappen Jahr für Drees & Sommer durchs Land und nimmt Immobilienbestände unter die Technikerlupe. Als ein Kunde das Beratungsunternehmen unlängst mit der Prüfung eines über das ganze Land verstreuten Wohnungsportfolios betraute, waren Jäger und der Projektleiter, also sein direkter Vorgesetzter, drei Tage im Ruhrgebiet unterwegs. Klar treibt sich Jäger auch in digitalen respektive physischen Datenräumen herum. Doch unterm Strich verbringt er nur etwa die Hälfte seiner Arbeitszeit – zwischen 40 und 50 Stunden die Woche – im Frankfurter Büro.

Ob im Büro oder auf Reisen: Jäger steht ständig im Austausch mit Kollegen aus anderen Abteilungen oder von anderen Standorten, oder aber mit Dienstleistern, die im Auftrag des Investors ebenfalls an einem Due-Diligence-Projekt mitwirken. Je nach Kunde und Mandat wird das Team, zu dem Jäger gehört, immer wieder neu zusammengewürfelt. Wer es also nicht schafft, sich auf ständig veränderte Kundenanforderungen und Konstellationen einzustellen, sollte diesen Job besser nicht machen.

Bei Jäger stellt sich das ganz anders dar: Ihm kann es passieren, dass ein Auftraggeber ihn schon mal zum Rapport bestellt, wenn sich dessen Auffassungen über den Zustand der Gebäudetechnik in einem Objekt und anstehende Investitionen nicht so ganz mit denen von Jäger decken: „Dann gilt es, für seine Ergebnisse einzutreten.“ Rückgrat, kommunikatives Geschick und argumentative Geistesgegenwart sind für Jäger unverzichtbar.

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