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Von der Euphorie in die Vollbremsung

17 Jahre seines Berufslebens verbrachte Martin Czaja bei Beos, seit 2018 eine Tochtergesellschaft von Swiss Life Asset Managers. Nach seinem Ausscheiden stieß er zum Light-Industrial-Spezialisten Inbright, wo ihn drei weitere frühere Beos-Manager willkommen hießen.

Monika Leykam
22. Dezember 2022
Martin Czaja.
Quelle: Inbright; Urheber: Fotograf Simon Wegener

Im April 2021 kehrte Martin Czaja dem Großkonzern Swiss Life Asset Managers den Rücken, um im Januar 2022 beim mittelständischen Light-Industrial-Entwickler Inbright wieder voll durchzustarten. „Der Neuanfang im Inbright-Tagesgeschäft mit seinen vielen unternehmerischen Freiheiten verlief absolut enthusiastisch“, erinnert sich Czaja. Der Plan für Czaja als frischgebackenenem Partner für den Geschäftsbereich Inbright Investment sah vor, externe Investoren zu gewinnen, um mit deren Kapital erstmals auch eigene Immobilienfonds aufzulegen. Nicht nur diesen Plan musste Czaja im weiteren Jahresverlauf kreativ an die neuen Gegebenheiten anpassen.

„Am 25. Februar standen zwei ukrainische Familien vor meiner Tür“, erinnert sich Czaja. Also wurde die neu gemietete Erweiterungsfläche für das Berliner Inbright-Büro, die eigentlich die wachsende Belegschaft aufnehmen sollte, mit Unterstützung des gesamten Teams zur Unterkunft umgebaut. Bei aller Düsternis der Umstände: „Es war gut, zu spüren, dass man als freier Unternehmer seine Prioritäten selbst bestimmen kann“, stellt Czaja fest.

Nachdem erst der Krieg in Gestalt der Flüchtlinge sehr konkret an Inbrights Firmentür geklopft hatte, wurde schnell klar, dass auch die internen Pläne für das Fondsgeschäft als zweites unternehmerisches Standbein ein strategisches Update brauchten. „Wir haben es zunächst mit den alten Rezepten aus den Vorjahren versucht – einen Fonds konzipieren, Zielrenditen festlegen, Geld einsammeln – aber diese alten Rezepte haben nicht mehr funktioniert. Ein Businessplan, den Sie in diesem Umfeld für einen Core-Investor aufsetzen, ist ein reines Kreuzworträtsel. Wir haben erkannt, dass sich an dieser Situation so schnell nichts ändern wird. Also haben wir rekalibriert.“ Statt die Geschäftsbereiche Development und Investment separat weiterzuentwickeln, wurden beide näher zusammengeführt. Sie arbeiten nun gemeinsam an kleineren Value-add-Objekten mit bestehendem Cashflow, was das Entwicklerrisiko reduziert.

„Der euphorische Start mit neuer Firma und vielen Plänen, dann die Vollbremsung – das war schon eine emotionale Achterbahn“, bilanziert Czaja sein erstes Jahr als Inbright-Partner. Für 2023 zeichnet sich auf neuem Fundament wieder mehr Stabilität ab. „Für uns als Bestandsinvestor haben sich die Parameter verbessert. Es gibt wieder mehr Wahrnehmung dafür, dass Wertschöpfung nicht nur durch Neubau entsteht, sondern zunehmend durch die Arbeit am Objekt stattfinden muss. Trends wie Reshoring von Produktion und die industrielle Transformation Deutschlands begünstigen die Assetklasse Light Industrial mit ihrem Nutzungsmix aus Forschung, Produktion und Büro. Ich bin daher absolut zuversichtlich, dass es uns nicht an Arbeit mangeln wird, auch wenn wir vielleicht erst einmal etwas weniger verdienen als in der Boomphase.“

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