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Modeunternehmer Friedrich-Wilhelm Göbel sitzt in Haft

Friedrich-Wilhelm Göbel, Gründer des Modehauses Aachener, sitzt in Siegburg in Haft. Er wurde in Mailand festgenommen. Gefahndet wurde nach ihm wegen einer falschen eidesstattlichen Versicherung.

10. Dezember 2024
Friedrich-Wilhelm Göbel.
Quelle: Immobilien Zeitung, Urheber: Christoph von Schwanenflug

Die Staatsanwaltschaft Hagen bestätigte auf Anfrage der Textilwirtschaft (TW), dass der 61-jährige Friedrich-Wilhelm Göbel nach seiner Festnahme in der Region Mailand derzeit in der Justizvollzugsanstalt Siegburg einsitzt. Zuerst hatte die Westfalenpost über die Festnahme berichtet. Der Hagener Oberstaatsanwalt Gerhard Pauli sagte der TW, Göbel sei bereits am 14. Oktober festgenommen und am 8. November von Italien nach Deutschland überstellt worden. Seine sechsmonatige Haftstrafe war im Zusammenhang mit einer falschen Versicherung an Eides statt verhängt worden. Göbels Anwalt hat sich auf TW-Anfrage bisher noch nicht geäußert.

Göbel war zum Zeitpunkt der Festnahme Geschäftsführer des von ihm gegründeten Modekaufhauses Aachener. Der Manager war Anfang November 2023 einer Ladung zu einem Termin vor dem Amtsgericht Hagen nicht gefolgt. Es soll sich um einen Fall aus dem Jahr 2020 gehandelt haben, bei dem es um eine falsche Eidesstattliche Versicherung gegangen sein soll. Dem Vernehmen nach habe Göbel einem Gerichtsvollzieher gegenüber ein zu geringes Gehalt angegeben. Als der Manager nicht erschien, wurde der Haftbefehl ausgestellt, wegen Fluchtgefahr. Göbel stand damit europaweit auf der Fahndungsliste.

In einer Mail an die Beschäftigten entschuldigte sich Göbel damals „für die Sorgen, Unannehmlichkeiten und zusätzlichen Belastungen, die Ihnen durch die Geschehnisse um meine Person in den letzten Tagen entstanden sind“. Er habe gehofft, seine „privaten Dinge“ stabilisieren und aus dem Unternehmen heraushalten zu können. „Die Planung ist sichtbar für alle nicht aufgegangen“, schrieb Göbel von einem unbekannten Aufenthaltsort, „somit trage ich diese Schuld auf meinen Schultern.“ Kurze Zeit nach dem Bekanntwerden des Haftbefehls war Göbel nicht mehr Geschäftsführer von Aachener.

Warum der umtriebige Unternehmer, der schon zuvor mit der Justiz zu tun hatte, nicht zu jener Verhandlung im November 2023 erschienen war? Möglicherweise war der Grund ein älterer Haftbefehl, der gegen Göbel wegen Fahrens ohne Führerschein erlassen worden war. Befürchtete er die Festnahme, falls er wegen des anderen Falles im Gerichtssaal erscheinen würde?

Nach Informationen der TW hatte Göbel seither Kontakt zu den Behörden, zur Festnahme war es jedoch lange Zeit nicht gekommen. Die insolvente, von Göbel gegründete Modekette Aachener, hat ihren Betrieb inzwischen eingestellt. Ursprünglich hatte das Unternehmen auch mehrere frühere Galeria-Standorte übernehmen und weiterbetreiben wollen, als größtes das frühere Karstadt-Haus an der Zeil in Frankfurt.

Göbel hatte Aachener gegründet, nachdem er im August 2021 bei Sinn entlassen worden war. Das Hagener Unternehmen gehört seiner geschiedenen Frau Isabella Göbel. Auch Sinn befindet sich inzwischen in der Insolvenz.

Dieser Text erschien zuerst auf www.textilwirtschaft.de.

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